Konjunkturforscher

08. November 2012 14:10; Akt: 08.11.2012 14:11 Print

Arbeitslosigkeit in der Schweiz wird steigen

Die Geschäftsaussichten sind in der Schweiz mehr als durchzogen. Ganz schlecht ist die Lage im Gastgewerbe, aber auch im Bankgeschäft und in der Industrie sind die Aussichten nicht rosig.

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Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt trübt sich leicht ein. (Bild: Keystone)

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Die Wolken über der Schweizer Wirtschaft werden wieder dunkler. Die Geschäftslage der hiesigen Firmen hat sich in den letzten Monaten wieder verschlechtert. Der Personalabbau wird weitergehen. Insgesamt dürfte die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr nach Schätzung der KOF leicht auf 3,2 Prozent steigen. Im Oktober hatte die Quote 2,9 Prozent erreicht.

Der über alle Branchen erhobene Geschäftslageindikator der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ist auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken. Dies zeigt die jüngste Umfrage der KOF bei über 6500 Unternehmen, die im Oktober durchgeführt wurde.

Gastgewerbe leidet

Sehr schlecht sei die Lage im Gastgewerbe, das unter der Franken- Stärke leide, sagte KOF-Ökonom Klaus Abberger an einer Medienkonferenz in Zürich. Die Nachfrage sei abermals gesunken. Hotels und Restaurants hätten weitere Umsatz- und Gewinneinbussen hinnehmen müssen.

Dies wirke sich auf der Personalbestand aus, der weiter abgebaut werden dürfte. Auch die Aussichten sind düster: Die Beherbergungsbetriebe befürchten einen erneuten Rückgang der Übernachtungen und sind einem starken Preisdruck ausgesetzt.

Gespaltene Finanzwelt

Die Finanzwelt ist gespalten. Bei den Banken läuft das Geschäft mit ausländischen Kunden überwiegend schlecht. So machte die UBS mit dem geplanten Abbau von 2500 Stellen hierzulande in den nächsten drei Jahren Schlagzeilen und auch die Credit Suisse tritt auf die Sparbremse.

Dagegen sei die Lage im Geschäft mit inländischen Kunden sehr gut, sagte Abberger. Dies sei angesichts des Baubooms und der florierenden Hypothekargeschäfte nicht erstaunlich. Insgesamt wollten die Banken Personal abbauen. Ein Kahlschlag oder ein panisches Streichkonzert sei aber nicht zu erwarten, sagte der KOF- Ökonom.

Stabilisierend im Finanzsektor wirken sich die Versicherungen aus. Diese erwarten, dass sich ihre gute Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten weiter verbessern werde. Sie planen daher, die Zahl ihrer Mitarbeiter deutlich zu erhöhen.

Harzige Lage in Industrie

Die Schweizer Industrieunternehmen beurteilten ihre Geschäftslage momentan als knapp befriedigend. Der Bestellungseingang verlief erheblich zähflüssiger als im Vorjahr. Die Auftragsbücher sind etwas dünner geworden.

Obwohl die Firmen ihre Produktion weiter drosselten, sank die Auslastung der Fabriken erneut. Mit 80,2 Prozent liegt sie klar unter dem langjährigen Durchschnitt von 83 Prozent.

Kein Vergleich mit 2009

Der Stellenabbau dürfte sich fortsetzen, aber in einem moderaten Ausmass. Das sei kein Vergleich zur Rezession von 2009, sagte Abberger. Die hiesige Industrie sei nicht in der Krise.

Dank der Euro-Mindestgrenze der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 1,20 Fr. habe sich die Wettbewerbssituation der Schweizer Industriefirmen nicht weiter verschlechtert. Die Exporterwartungen seien deutlich positiver als bisher, hiess es weiter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Höhner am 09.11.2012 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mangel

    aber wir haben einen Fachkräftemangel! Wenn arbeitslosigkeit herrscht gibt es kein Mangel. Mangel herrscht dann wenn die Arbeitslosigkeit bei 0% ist.

  • Kurt P. Zuber am 09.11.2012 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein so NICHT!!!!

    Jede Firma, die zuerst mal nach der Firmengründung in der Schweiz Steuererleichterungen genossen hat und viele Ausländer "dank" der Personenfreizügigkeit in seiner Bude beschäftigt hat, soll nun aber seine ausländischen Mitarbeiter bei einer Firmenverlagerung ins Ausland gefälligst mitnehmen! Nur über den angeblich an allem schuld sein sollenden "teuren Franken" liegt es nämlich NICHT! Zudem sollen Ausländer, die von diesen Big-Bossen in die CH gelockt wurden, NICHT unserer Arbeitslosenkasse auf der Tasche hocken! Nein so NICHT!

  • ein Visionär am 10.11.2012 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz im Ausverkauf....

    In den letzten Jahren sind hunderttausende durch die Per- sonenfreizügigkeit auf unseren Arbeitsmarkt geströmt. Es sind aber keine hunderttausende Stellen geschaffen worden - bedeutet, es gibt einen Verdrändungsmarkt mit Lohndumping, dem Ü50-Syndrom, dem Jugendwahn usw. Also absolutes Versagen der Mitte/Links-Parteien (Befür-worter des Schengen-Abkommens). Also Leute, falsch ge-wählt - vielleicht nächstes Mal besser überlegen....

Die neusten Leser-Kommentare

  • ein Visionär am 10.11.2012 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz im Ausverkauf....

    In den letzten Jahren sind hunderttausende durch die Per- sonenfreizügigkeit auf unseren Arbeitsmarkt geströmt. Es sind aber keine hunderttausende Stellen geschaffen worden - bedeutet, es gibt einen Verdrändungsmarkt mit Lohndumping, dem Ü50-Syndrom, dem Jugendwahn usw. Also absolutes Versagen der Mitte/Links-Parteien (Befür-worter des Schengen-Abkommens). Also Leute, falsch ge-wählt - vielleicht nächstes Mal besser überlegen....

  • H.Kistler am 10.11.2012 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitslosigkeit

    An vielen Orten werden Arbeiter+Angestellte entlassen dazu kommt die Personenfreizügigkeit dies gar nie gebraucht hätte

  • Andy K. am 10.11.2012 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fachkräftemangel

    Alle schreien sie hätten einen Fachkräftemangel. Doch nur wenige sind bereit ihren Arbeitern Weiterbildungen oder Schulungen anzubieten. So wird aus dem einfachen Arbeiter eine Fachkraft, und er kennt ausserdem die Arbeitsweise seines Betriebes schon. Es scheint halt immer noch billiger zu sein, über diverse Argenturen im Ausland, 2-3 Monate lang suchen zu lassen.

    • anonymous am 10.11.2012 17:40 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt

      Genau. Bin ganz Ihrer Meinung!

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  • A. Höhner am 09.11.2012 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mangel

    aber wir haben einen Fachkräftemangel! Wenn arbeitslosigkeit herrscht gibt es kein Mangel. Mangel herrscht dann wenn die Arbeitslosigkeit bei 0% ist.

  • Urs Geiger,ehem.Hotelier am 09.11.2012 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zunahme der Arbeitslosigkeit

    Rezepte: Wie frueher, Erteilung einer Arbeitsbewilligung an einen Auslaender nur, wenn keine schweizer Bewerbung vorliegt. Den freien Personenverkehr kontingentieren. Kriminelle Auslaender inkl.Asilanten samt Anhang unverzueglich ausschaffen

    • N.G. Aktiver Personaler am 11.11.2012 02:01 Report Diesen Beitrag melden

      CH-Pass ist keine Qualifikation

      Von einem ehemaligen Hotelier würde ich neben einer fehlerfreien Speisekarte auch einen einigermassen fehlerfreien Kommentar erwarten. Ansonsten ist ein Schweizer Pass alleine keine Qualifikation. Jeder Entscheider stellt allerdings bei gleicher Qualifikation grundsätzlich Schweizer Mitarbeiter ein. Die schwierige Wohnungsituation alleine verhindert hier schon Experimente, ganz abgesehen von unterschiedlichen Mentalitäten und Sprachen.

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