Neue Forderung

13. Juli 2017 21:24; Akt: 13.07.2017 21:24 Print

Auf Mallorca-Flügen soll Alkohol verboten werden

Immer wieder gibt es auf Mallorca Alkoholexzesse. Schon im Flugzeug randalieren Betrunkene. Die Regionalregierung fordert nun ein Alkoholverbot in Fliegern.

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Nicht immer geht es so fröhlich zu und her wie auf diesem (gestellten) Bild, wenn im Flugzeug Alkohol fliesst. Im Mai mussten spanische Polizisten auf dem Flughafen in Palma de Mallorca eine Schlägerei in einer Ryanair-Maschine beenden. So schlimm wie auf einem Flug von Siberia Airlines wurde es dann aber doch nicht. Dort wurde vor kurzem ein offenbar betrunkener Mann von anderen Passagieren gefesselt. Er hatte zuvor Mitreisende belästigt. Am Zielort wurde er von der Polizei festgenommen. Sollen die Airlines ihren Passagieren also noch Alkohol ausschenken? Die Fluggesellschaften selbst betonen, dass es nur selten zu negativen Vorfällen komme. Im Sommer ist Mallorca eine der beliebtesten Touristendestinationen: die Kathedrale von Palma de Mallorca. Das zeigt sich vor allem an den Stränden von El Arenal und Magaluf, wo Briten und Deutsche ihre jeweiligen Ferienhochburgen unterhalten. Was den Alkohol anbelangt, erklärt die Swiss,dass man dem Personal vorgebe, dass es alle angemessenen Massnahmen ergreifen solle, um sicherzustellen, dass keine Person zu stark betrunken wird. Easy Jet erklärt: «Wir tolerieren keinerlei missbräuchliches Verhalten oder Drohungen und kooperieren bei Straftaten mit den Behörden.» Edelweiss-Sprecher Andreas Meier erklärt: «Wir möchten nicht wegen ein paar Einzelfällen die grosse Mehrheit bestrafen, die in vernünftigem Rahmen Alkohol konsumiert und zu einem feinen Essen ein Glas Wein geniesst.» Der Flughafen von Palma wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut.

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Mallorca-Touristen beginnen ihre Party-Ferien oft schon im Flugzeug. Das hat nicht immer nur gute Folgen. So musste die spanische Polizei im Mai auf dem Flughafen in Palma de Mallorca eine Schlägerei in einer Ryanair-Maschine beenden. Drei betrunkene Männer hatten sich während des gesamten Flugs von Manchester nach Mallorca geprügelt.

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Nun haben die Spanier genug von den Problemen mit Betrunkenen. Die zuständige Regionalregierung fordert ein Alkoholverbot in Flugzeugen und auf Flughäfen. Ziel sei es, die Sicherheit der Passagiere und des Sicherheitspersonals zu verbessern, erklärte die Tourismusbeauftragte der Balearen-Inseln, Pilar Carbonell, am Mittwoch.

Was sagen die Airlines?

Die Airlines nehmen die Zwischenfälle mit Betrunkenen ernst, wie sie auf Anfrage von 20 Minuten erklären. Edelweiss-Sprecher Andreas Meier sagt aber auch: «Wir möchten nicht wegen ein paar Einzelfällen die grosse Mehrheit bestrafen, die in vernünftigem Rahmen Alkohol konsumiert und zu einem feinen Essen ein Glas Wein geniesst.»

Dass Passagiere ausfällig würden, käme bei der Airline zum Glück nur sehr selten vor. Dabei helfe, dass alkoholische Getränke in der Economy Class nur kostenpflichtig erhältlich seien.

Auch Easy-Jet-Kunden bezahlen fürs Bier an Bord. Eine Sprecherin sagt zu 20 Minuten: «Es ist unsere Pflicht, die Sicherheit unserer Passagiere an Bord zu garantieren.» Die Mitarbeiter seien geschult, damit sie wüssten, wie sie sich im Krisenfall verhalten müssen.

Und weiter: «Wir tolerieren keinerlei missbräuchliches Verhalten oder Drohungen und kooperieren bei Straftaten mit den Behörden.» Betrunkenen Passagieren verkaufe man daher auch keine weiteren alkoholischen Getränke. Bei den meisten Kunden seien alkoholfreie Getränke aber sowieso beliebter als Alkohol, weshalb man selbst ein Verkaufsverbot nicht in Erwägung ziehe.

Nur Alkohol von der Kabinenbesatzung

Bei der Swiss heisst es, dass man dem Personal vorgebe, dass es alle angemessenen Massnahmen ergreifen solle, um sicherzustellen, dass keine Person zu stark betrunken wird. Konkret heisst das: «Wir empfehlen unserer Kabinenbesatzung, keine weiteren alkoholischen Getränke an bereits alkoholisierte Passagiere auszuschenken.»

Bei renitenten Passagieren obliege die Verantwortung, Anweisungen zum Umgang mit der Situation zu erteilen, schliesslich dem Maître de Cabine oder dem Flugkapitän. Ausserdem gilt laut der Swiss: «Unsere Richtlinien besagen, dass es Gästen nicht erlaubt ist, alkoholische Getränke an Bord zu konsumieren, die nicht von einem Flight Attendant serviert worden sind.»

Im Namen von Air Berlin, die von Zürich nach Mallorca fliegt, antwortet der deutsche Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft: «Sicherheit hat im Fliegen höchste Priorität, und das Handeln des Kapitäns wird immer hierauf ausgerichtet sein.» Es gebe hierbei keinen festgesetzten Promillewert, sondern das Gesamtverhalten des Passagiers sei massgeblich.

Weder Air Berlin noch eine der anderen drei Airlines plant derzeit Alkohol auf der Strecke nach Mallorca ganz zu verbieten.

Auch weniger Alkohol in den Hotels

Wie Mallorcadiario.com berichtet, werden auf den Balearen derzeit ausserdem Forderungen nach einer Einschränkung des Alkoholausschanks in All-Inclusive-Angeboten laut.

So habe zum Beispiel die sogenannte Plattform für eine Freizeit mit Qualität der Balearischen Inseln (POQIB) gefordert, dass das entsprechende Tourismus-Gesetz bald abgeändert werden solle. Ein Sprecher wird mit den Worten zitiert: «Der missbräuchliche Konsum von Alkohol in touristischen Zonen, vor allem in Hotels, muss dringend limitiert werden.»

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dom am 13.07.2017 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alkohol verbieten.

    als flugbegleiter seit knapp 16 jahren würde ich den alkohol auf eigentlich allen flügen streichen. diese leidige sauferei und oktoberfest mentalität nevern nur noch. Dazu : Wenn irgendwer wegen einer zwischenlandung (wegen betrunkenen randalierenden gästen)seine kreuzfahrt oder seinen anschlussflug verpasst, dann versteh man wieso dieses risiko eigentlich unnötig ist.Und all die sprüche "ich habs im griff" oder" brauche ein glas wein zum schlafen" : BS!

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  • Chl am 13.07.2017 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    Finde ich richtig. Die Situation kann sehr gefährlich werden. Zudem ist es für normale Passagiere extrem unangenehm

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  • Robert am 13.07.2017 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Trinkerei

    Zum sich Besaufen kann man ja auch zu Hause bleiben. Ich verstehe nicht, wieso Party und Feiern nur angeheitert oder betrunken funktionieren soll. Entweder sind die Leute einfach zu prüde, dass es nur mit Alk geht, oder die Parties sind so grottenschlecht, dass ohne gute Musik/Darbietung halt nur getrunken wird. Und wer einen Flug nicht ohne Alkohol aushält, sollte überlegen, ob er ein Alkoholproblem hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 14.07.2017 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So sollte es sein...

    Wir sind meistens Business Class geflogen: Ein Glas Champagner als Apéro, dann Wein à Discretion zur Mahlzeit, auf Wunsch noch Digestif zum Kaffee... Da gab's nie irgend welche Probleme. Die Passagiere waren bestens zufrieden, und gaben dem Maître de Cabine noch einen Trinkgeld...

  • Martial2 am 14.07.2017 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft ist ein grosses Wort!!

    Wenn alles in Massen verläuft ist alles gut. Betrunkene Flugpassagiere sollte man keine alkoholische Getränke mehr servieren. In der Business Class sind allgemein diese Art von Leute vernünftiger, und kommen nicht schon halb "Zu" an Bord. In All Inclusive Hotels kann man niemals Alkohol verbieten; sonst kann man nur noch Sirüpli und Tee an der Swimmingpool-Bar servieren. Das geht nicht, und diese Kunden kommen nur ein Mal!

    • Local am 14.07.2017 23:10 Report Diesen Beitrag melden

      Feriengäste

      Wer etwas Ehre in sich trägt , dem ist Anstand vor dem Alkexzess wichtiger , die grosse Masse mimt die Trittbrettfahrer und in der Anonymität fühlen die sich gross , was wiederum bedeutet , dass der Prozess der Reife unterbunden wurde, bitte mehr Respekt gegenüber dem Andern !

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  • Peter am 14.07.2017 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Früher

    Tja die heutige Gesellschaft, am besten alles verbieten. Früher war das Trinken (und Rauchen) noch akzeptiert. Vor dem Pushback ein Glas Champagner, zum Essen eine Flasche Wein und nachher Whisky. Die FAs wollten teils nicht aufhören einzuschenken. Dadurch kam es halt vor, dass man völlig betrunken war. Probleme gab es deswegen nie, hat mir den Flug nur angenehmer gemacht.

  • Geniesser am 14.07.2017 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht alle bestrafen

    Ach kommt, ein Verbot trifft immer auch die Falschen. Das einzige mal als ich ein Bier geschlürft habe im Flieger war nach meinem Sprachaufenthalt, als per Zufall ein anderer Schweizer der selben Schule den selben Flieger nehmen musste. Es war ein guter Abschied für uns Beide und das Bier gehörte irgendwie auch dazu.

  • reni am 14.07.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg damit!

    Wenn kein Alkohol aufm Flieger gibt, dann kann keiner trinken. Ist jemand betrunken- darf er nicht einsteigen! Einfach gar keinen mitführen!! Braucht kein Mensch! " von wegen: feines Essen", das gibts sowieso nicht aufm Flieger!!

    • Immer liebend genüsslich gerne am 14.07.2017 23:14 Report Diesen Beitrag melden

      Edelweiss / Swiss

      Doooch das gibts : Edelweiss Air und Swiss , menus vom allerfeinsten , raffiniert zusammengestellt und ausgereift bis ins Detail liebevoll serviert , ein Hochgenuss auf 10,000 m Höhe

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