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Privatbank für Raiffeisen
27. Januar 2012 15:36; Akt: 28.01.2012 09:29 Print
Notenstein startet mit 21 Milliarden Vermögen
Die Übernahme der Privatbank Wegelin sei ein «historischer Moment», sagte der Chef der neu gegründeten Notenstein Privatbank, Adrian Künzi. Der Bundesrat wollte das Ende von Wegelin & Co. nicht kommentieren.

Adrian Kuenzi, links, CEO Notenstein Privatbank AG, und Pierrin Vincenz, rechts, CEO Raiffeisen strahlen nach der Übernahme der Privatbank Wegelin. (Bild: Keystone/Walter Bieri)
Es handle sich um die Geburtsstunde einer neuen Bank, die mit 700 Mitarbeitenden für Schweizer Verhältnisse über eine beträchtliche Grösse verfüge, sagte Künzi. Alle Mitarbeitenden, darunter viele junge Fachkräfte, werden laut Künzi weiter beschäftigt.
Am Freitagmittag war bekannt geworden, dass die 1741 gegründete Privatbank Wegelin den Grossteil ihrer Kunden und Mitarbeiter in die Notenstein Privatbank AG auslagert. Diese AG wird von der Raiffeisen-Grupppe zu hundert Prozent übernommen. Wegelin spricht beim Verkauf von einem «radikalen Schritt», der aufgrund des Drucks der US-Behörden zustande gekommen sei.
Im Zentrum der Tätigkeit der neuen «Wegelin-Besitzer» steht das Schweizer Geschäft. Bemerkenswert für eine Bank dieser Grösse sei, dass man über keine Standorte im Ausland verfüge, sagt Künzi: «70 Prozent unserer Kunden leben in der Schweiz», sagte Künzi. Diese sollen an 13 Standorten betreut werden.
Strategischer Schritt
Die 21 Milliarden Franken Vermögen der Nicht-US-Kunden der Bank Wegelin & Co. sollen am kommenden Wochenende transferiert werden, sagte Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz. Damit sei die Bank Notenstein für den Start des operativen Betriebs am kommenden Montag gerüstet. Für Vincenz ist die Übernahme der Notenstein Privatbank für die Raiffeisen Gruppe ein wichtiger strategischer Schritt sei. Damit könne Raiffeisen insbesondere ihre Kompetenz im Bereich Vermögensverwaltung stärken.
Diesen Plan hatte Vincenz schon länger gehegt, aber nicht erfolgreich umsetzen können. Noch im vergangenen November bemühte sich Raiffeisen vergeblich um die Privatbank Sarasin. Im Bieterwettkampf hatte schliesslich überraschend die Bank Safra die Nase vorn.
Bundesrat kommentiert zurückhaltend
Dass die Privatbank Wegelin aufgrund des Steuerstreits mit den USA die Segel streichen muss, ist von den Bundesräten Widmer-Schlumpf und Schneider-Ammann nur reserviert kommentiert worden. «Es handelt sich um einen privatwirtschaftlichen Entscheid zweier Unternehmen, den wir nicht kommentieren», hiess es beim Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
EFD-Vorsteherin Eveline Widmer-Schlumpf hatte am Vorabend am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos erklärt, sie rechne nach Gesprächen mit US-Finanzminister Timothy Geithner damit, dass der Bankenstreit mit den USA noch dieses Jahr beigelegt werden könne. Auch Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann sieht in der Kapitulation der Bank Wegelin einen unternehmerischen Schritt. Was die Gründe sind, darüber wolle er nicht spekulieren und es auch nicht kommentieren.
Geld vor Fiskus versteckt?
Der Verkauf von Teilen der Bank Wegelin ist auf die Probleme mit den USA zurückzuführen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft den Wegelin-Bankern vor, in den Jahren 2005 bis 2010 US-Steuerzahlern dabei geholfen zu haben, Gelder in der Höhe von 1,2 Mrd. Dollar vor den US-Steuerbehörden zu verstecken.
In Zusammenhang mit dieser Angelegenheit wurde eben erst diesen Montag Christian Hafner, ein Teilhaber von Wegelin, bis auf Weiteres beurlaubt. Die Wegelin-Führung hatte zur Begründung mitgeteilt, sie brauche derzeit eine «höchstmögliche Objektivität, um sämtliche für die Zukunft der Bank offenstehenden Handlungsvarianten zu evaluieren».
Finma bewilligt Aufspaltung
Die Finanzmarktaufsicht Finma hat die Aufspaltung von Wegelin & Co. und die Übernahme des Nicht-US-Geschäfts durch die Raiffeisen-Bank bewilligt. Für allfällige rechtliche und finanzielle Konsequenzen aus dem US-Geschäft seien somit weiterhin die Bank Wegelin und die darin verbleibenden, unbeschränkt haftenden Teilhaber verantwortlich. Diese seien an der neuen Bank, der Notenstein Privatbank, in keiner Weise beteiligt, schreibt die Finma weiter. An der Pressekonferenz hatten dies Notenstein-CEO Adrain Künzi und Raiffeisen-Boss Vincenz immer wieder betont. Ohne grünes Licht der Finma hätte er nie in die Transaktion eingewilligt, so Vincenz.
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Raiffeisen-Boss Pierin Vincenz über den Deal mit Wegelin & Co.



























