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07. Dezember 2011 23:22; Akt: 08.12.2011 07:10 Print
Reisebranche warnt vor Visumspflicht
von Désirée Pomper - Fingerabdrücke und DNA-Profile: Die USA wollen direkten Zugriff auf Schweizer Polizeidaten. Andernfalls wollen sie eine Visumspflicht einführen. Die Reisebranche warnt.

Die Reisebranche warnt vor der neuen Visumspflicht. (Bild: Colourbox)
Die USA wollen im Rahmen der Zusammenarbeit in der Bekämpfung von schwerer Kriminalität und Terrorismus einen automatisierten Austausch von Informationen. Sie fordern den Zugriff auf Datenbanken mit Fingerabdrücken und DNA-Profilen von in der Schweiz registrierten Personen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die US-Behörden sollen überprüfen können, ob eine bestimmte Person in der Schweiz erfasst ist, und die Auslieferung der Daten beantragen. Ausserdem sollen Schweizer Nachrichtendienste Informationen über Terrorverdächtige liefern.
Unterzeichnet die Schweiz bis 2012 nicht ein entsprechendes Papier, müssten Schweizer künftig vor jeder USA-Reise auf der US-Botschaft antraben und ein Visum beantragen. In zwanzig Ländern, darunter auch Deutschland, sind die Verträge bereits ratifiziert worden.
Den Zugriff auf Schweizer Polizeidaten bezeichnet Geri Müller
Geri
Müller
GPS, AG
NationalratVerbunden mit
Gibellina-Arts AG, Baden
weitere Verbindungen anzeigen von der Aussenpolitischen Kommission als «Eingriff in die Unabhängigkeit unseres Landes». Er wird dem Bundesrat empfehlen, sich dem zu widersetzen: «Ich sehe nicht ein, warum wir am Missionszug gegen US-induzierten Terrorismus teilnehmen sollen.»
Doch vor einer daraus resultierenden Visumspflicht warnt die Reisebranche: «Das wäre für das US-Geschäft verheerend und würde dem Aufwärtstrend der letzten fünf Jahre ein abruptes Ende bereiten», sagt Marcel Gehring von Knecht-Reisen, der auf USA-Reisen spezialisiert ist. Statt in die Staaten würden die Touristen nach Kanada, Australien oder Südafrika reisen. Auch werde wohl kaum noch jemand einen kurzen Shopping-Trip nach New York buchen.
Kuoni-Sprecher Peter Brun macht ausserdem auf die zahlreichen betroffenen Geschäftsreisenden aufmerksam. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass «Bundesbern eine Visumspflicht zu verhindern» wisse.

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