Export

25. Oktober 2012 13:52; Akt: 25.10.2012 14:41 Print

Schweizer Kriegsmaterial ist gefragt

In den ersten drei Quartalen 2012 haben Schweizer Firmen Rüstungsgüter im Wert von 570 Millionen Franken ins Ausland exportiert, 77 Millionen mehr als in der Vorjahresperiode.

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Die Lieferungen nach Deutschland umfassen unter anderem 195 unbewaffnete, gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge vom Typ MOWAG Eagle. (Bild: Keystone)

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Grösster Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial ist Deutschland. Mit Ausfuhren in Höhe von 208 Millionen Franken führt der nördliche Nachbar die Exportstatistik an, wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Donnerstag mitteilte.

Die Lieferungen nach Deutschland umfassen unter anderem 195 unbewaffnete, gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge vom Typ MOWAG Eagle und die Rückgabe von 38 Leopard-Panzern der Schweizer Armee an den deutschen Hersteller. Fliegerabwehrsysteme und Munition wurden ebenfalls nach Deutschland ausgeliefert.

Nach Deutschland folgen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die Ausfuhren von 132 Millionen Franken verzeichneten. Dabei handelt es sich um die zweite Tranche des Verkaufs von total 25 Pilatus- Flugzeugen. Wegen dieses Geschäfts führten die VAE im vergangenen Jahr die Exportstatistik an.

Vorübergehender Stopp

Die VAE waren in der jüngeren Vergangenheit mehrmals wegen Unregelmässigkeiten mit Kriegsgeräten in die Kritik geraten. Zuletzt waren in Syrien Handgranaten aufgetaucht, welche die RUAG an die VAE verkauft hatte. Das Land hatte zwar zugesichert, sie nicht auszuführen. Die Granaten gelangten jedoch als Geschenk nach Jordanien und von dort zu den syrischen Rebellen.

Als Reaktion auf den Vorfall stoppte der Bund im Sommer für kurze Zeit die Ausfuhren in die VAE und blockierte vorübergehend die Behandlung neuer Gesuche. Mittlerweile ist beides wieder möglich. Der Bund will sich bei neuen Bewilligungen aber teilweise ausbedingen, dass er die Regeleinhaltung vor Ort überprüfen kann.

Exporte in den Nahen Osten

Für jeweils über 15 Millionen Franken wurden auch Güter nach Italien, in die USA, nach Indien, Grossbritannien, Saudi-Arabien und Spanien geliefert. In den politisch instabilen Nahen und Mittleren Osten verkauften Schweizer Firmen Kriegsgeräte an Jordanien, Katar, Bahrain, Oman, Kuwait und Pakistan, nicht mehr aber an Ägypten und Israel.

Im vergangenen Jahr hatte die Schweizer Rüstungsindustrie mit Ausfuhren von 873 Millionen Franken einen Rekord verbucht. Grund für das hohe Ergebnis war nicht zuletzt der Flugzeug-Deal mit den VAE.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Waibel am 25.10.2012 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt unsere Neutralität?

    Es ist eine Schande, dass wir weiterhin Waffen in Kriegsgebiete und an Staaten wie Pakistan, Bahrain oder die Arabischen Emirate verkaufen, wo die Menschenrechte mit Füssen getreten werden. Wo bleibt unsere Neutralität?

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  • Urs von Wahnsinn am 25.10.2012 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Zynische Schweiz

    Ja so liebe ich unser Land. Einerseits auf Friede, Freude, Eierkuchen machen und sich an den "Peace-Tisch" der UNO setzen, Toleranz und Solidarität predigen und auf der anderen Seite munter Waffen verkaufen (wie die 5 grossen UNO Mitglieder übrigens auch). Wenns dann zum Krieg kommt, müssen wir natürlich dann wiederum solidarisch, alle vor dem Kriegsterror retten und aufnehmen. Ich verspüre keinen Tropfen Patriotismus mehr für dieses Land. Unsere Politik ist einfach nur zynisch und heuchlerisch.

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  • Michael Reber am 25.10.2012 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch gut

    Seit doch froh dass ein Wirtschaftszweig gut läuft und nicht wie viele andere abbauen....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Baslerbebbi am 25.10.2012 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Da stimmt was nicht...

    Dann geht mal alle googlen: Der MOWAG für die Bundeswehr wird in Deutschland (Kaiserslautern) hergestellt. Toll !

  • Baslerbebbi am 25.10.2012 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt aber...

    Das ist Weltweit nicht einmal im Promillebereich. Nein, man könnte es sogar in einer weltweiten Statistik ganz weg lassen, da unerheblich. Wenn wir diese Kleinigkeiten nicht liefern, dann lieferts ein Anderer, so einfach ist das. Zudem schiessen die Waffen nicht von alleine, da braucht es jemand, der abdrückt - auf Geheiss eines Staatsmannes, der in Bern jeweils offiziell mit einem Lächeln empfangen wird !

  • Saxer Joel am 25.10.2012 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Besser als Andere

    An alle Gegner von Rüstungsexporte, Verbietet doch endlich den Krieg und habt euch alle Lieb. Das Führen von Kriegen ist des Menschen Ureigenste Instinkt und Veranlagung. Seit es den Menschen gibt wird Krieg geführt. Unsere Waffen und Munition funktionieren wenigstens, seid doch stolz darauf, und Übrigens, ohne Rüstungsindustrie wären wir Technisch noch in der Kreidezeit und würden uns mit Steinen bewerfen! Ihr habt absolut keine Ahnung was alles von der Rüstungsindustrie in unser Täglich Zivilen Alltag gefunden hat! Deshalb absolut freier Export von Kriegsmaterial!

  • Hobo am 25.10.2012 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschlich

    Menschen bringen menschen um. Das war schon immer so und es wird auch immer so bleiben. Würde man diesen leuten die handgranaten und gewere wegnehmen, würden eben wieder die schwerter geschwungen und speere geworfen werden. Traurig aber wahr... Bildung ist die einzige wirksame waffe gegen diesen alptraum!!!

  • Besser wird es nicht am 25.10.2012 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Kriegsmaterial?!

    Die MOWAG GmbH gehört seit 2003 dem Amerikanischen Rüstungsunternehmen General Dynamics European Land Systems.