Nach SNB-Kritik

18. Juli 2012 07:00; Akt: 18.07.2012 12:55 Print

CS stärkt Eigenkapital – und baut Stellen abCS stärkt Eigenkapital – und baut Stellen ab

Die Credit Suisse stärkt ihr Eigenkapital. Sie will über 15 Milliarden Franken beschaffen. Ausserdem hat die Grossbank ein Sparprogramm angekündigt. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, ist noch unklar.

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Unsicherheiten beseitigen: CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Die Credit Suisse reagiert auf die Kritik einer zu schwachen Kapitalisierung und kündigt eine rasche Stärkung ihres Eigenkapitals an. Insgesamt soll durch eine Reihe von Massnahmen Kapital in der Höhe von 15,3 Milliarden Franken beschafft werden. 8,7 Milliarden Franken davon werden gemäss CS durch sofortige Massnahmen realisiert.

Ausserdem hat die Grossbank weitere Sparmassnahmen von 1 Milliarde Franken angekündigt. Das bisherige Ziel von 2 Milliarden Franken Kosteneinsparungen sei bereits frühzeitig erreicht worden. Das zusätzliche Sparziel soll bis Ende 2013 umgesetzt werden, wie es am Mittwoch in einer Mitteilung der Credit Suisse hiess.

Grösse des Stellenabbaus unklar

Rund die Hälfte der Einsparungen werden im Geschäftsbereich Vermögensverwaltung erfolgen, die andere Hälfte bei der Investmentbank. Die Kosten für die Sparmassnahmen beliefen sich auf 183 Millionen Franken und seien im zweiten Quartal verbucht worden.

Wie viele Mitarbeiter von dieser Massnahme betroffen sein werden, wollte CS-Chef Brady Dougan am Mittwoch an einer ersten Telefonkonferenz nicht beziffern. Um eine Grössenordnung eines möglichen Stellenabbaus zu geben, wies Dougan darauf hin, dass im Zuge des 2-Milliarden-Franken- Kostensenkungsprogramms, das bereits abgeschlossen wurde, der Personalbestand um 2500 Mitarbeitende reduziert wurde.

«Kapitalstärke von herausragender Bedeutung»

Mit den zahlreichen Massnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis will die Credit Suisse die Unsicherheiten, die nach der Veröffentlichung des Finanzstabilitätsberichts der Schweizerischen Nationalbank (SNB) entstanden sind, beseitigen. «Die unangefochtene Kapitalstärke ist von herausragender Bedeutung für unsere Gruppe», wird CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner im Communiqué vom Mittwoch zitiert.

Die Schweizerische Nationalbank reagierte wohlwollend. Laut ihrer Stellungnahme führen die angekündigten Massnahmen zu einer raschen und markanten Erhöhung des verlustabsorbierenden Kapitals der Grossbank. In einem für das internationale Bankensystem besonders herausfordernden Umfeld würde dies die Widerstandsfähigkeit der CS deutlich stärken. Die SNB hatte die CS gedrängt, ihren Kapitalaufbau schon im laufenden Jahr zu beschleunigen.

Kapitalquote auf 9,4 Prozent gesteigert

Die 15,3 Mrd. Fr. zusätzlichen Eigenkapitals beschafft sich die CS einerseits durch Anleihen, die im März 2013 in Aktien gewandelt werden, und durch so genannte Tier-1-Genussscheine. Anderseits soll hybrides Kapital schneller in anrechenbare Finanzinstrumente umgewandelt werden, Beteiligungen und Immobilien verkauft und Bonusansprüche von Mitarbeitenden in Aktien beglichen werden.

Mit solchen Massnahmen soll sich die für die Schweizer Too-big-to-fail-Regelung massgebende Kapitalquote (Look-through Swiss Core Capital Ratio) Ende Jahr gemäss Credit Suisse auf 9,4 Prozent belaufen. Ziel gemäss den Basel-III-Vorschriften wäre eine Quote von 10 Prozent bis ins Jahr 2018.

Aktionäre müssen möglicherweise auf Dividenden verzichten

Möglicherweise wird die CS auch die Dividende für das laufende Jahr kürzen. Eine Dividende in der Grössenordnung des letzten Jahres sei reserviert, über die Höhe der Auszahlung werde allerdings der Verwaltungsrat entscheiden, sagte CS-Chef Brady Dougan. Dividenden würden erst dann an die Aktionäre ausbezahlt, wenn die Bank ihre Kapitalbasis auf das regulatorisch geforderte Niveau gebracht habe, so Dougan.

(sda)

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  • Hans Meier am 19.07.2012 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Banken haben es Schwierig

    Die Banken wurden von allen Seiten kritiesiert für das niedrige Eigenkapital. Nun hat die CS darauf reagiert und will mit einem Sparplan die Eigenkapitalquote erhöhen, was die Sicherheit der Bank stärkt. Nun kommen wieder andere Kritiker, welche die Bank für den Abbau der Stellen kritiesieren. Jedoch ist dieser Abbau die logische Folge von einem Sparplan und ohne diesem Sparplan kriegt man auch nicht eine gute Eigenkapitalquote! Was ich damit sagen möchte ist, dass die Banken immer im Kritikpunkt stehen. Es ist für die CS nicht möglich allen Bedürfnissen gerecht zu werden!

  • Daniel Ilic am 18.07.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Viele naive Leute

    Unglaublich wie viele naive Menschen es hier gibt! Die Banken stehen für alles schlechte auf der Welt. Hat sich jemand mal gedanken gemacht, warum Banken solche Produkte anbieten? Weil es der Kunde will! Der Kunde ist ebenfalls "geldgierig". Wäre kein Markt für solche Produkte vorhanden, würde es diese nicht geben. Ausserdem haben vor allem die KMU von den Banken (Kredite) profitiert, ansonsten hätte die Wirtschaft nicht so wachsen können und viele, wo hier schreiben, hätten keinen Job.

    • Supermario am 19.07.2012 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      Naiv oder eher egozentrisch?

      Gehe sogar noch weiter und stelle die Behauptung auf, dass die überwiegende Mehrheit der "Investoren" die erfolgreichen Anlagen ihrer eigenen Cleverness zuordnen; gibts irgendwann mal nen Verlust ist dann auf einmal die Bank schuld dran!

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  • Banker am 18.07.2012 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Aller Kritik in Eheren, aber...

    Ist es wirklich nötig den Titel zu ändern? Die CS hatte im 2Q ein hervorragendes Resulatat und stellt sich langfristig auf die Veränderung der Märkte ein. Dies übrigens nicht erst seit der Kritik der Nationalbank. Was ich nicht verstehe ist, dass man immer sofort das schlechte hervorhebt. Die CS engagiert sich sehr stark in der Jugendarbeitslosigkeit und hat in den letzten Jahren viele Stellen aufgebaut. Ausserdem bezahlt die CS Steuern a gogo und stärkt den Finanzplatz Schweiz. Ist all das Vergessen?

    • Supermario am 19.07.2012 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      99% richtig

      Ist alles im Grundsatz richtig, einzig die Aussage zu den Steuern müsste wohl heissen "BEZAHLTE Steuern a gogo" :-)

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