Keine Kundschaft

14. Juni 2013 22:41; Akt: 14.06.2013 22:55 Print

Warum McDonald's in Bolivien Bankrott ging

Das Rezept von McDonald's funktioniert fast überall auf der Welt - doch in Bolivien scheiterte es. Grund dafür war laut einem neuen Dokumentarfilm das Misstrauen der indigenen Bevölkerung in die «billig hergestellten» Produkte.

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Die Fastfood-Kette McDonald's hatte in Bolivien keinen Erfolg.

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Im August 2012 hiess es Schluss bei McDonald's in Bolivien: Die acht Filialen des Fastfood-Konzerns mussten ihre Pforten schliessen. Seit das Unternehmen vor 14 Jahren Niederlassungen in den wichtigsten Städten des südamerikanischen Landes - unter anderem La Paz, Cochabamba oder Santa Cruz de la Sierra - eröffnet hatte, hatte es keine einzige positive Geschäftsbilanz präsentieren können. Jahrelang unterstützte das US-Mutterhaus die bolivianischen Franchisen finanziell, doch dann zog es Konsequenzen.

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Das Gesundheitsportal «NaturalNews.com» analysierte die Gründe des kommerziellen Fiaskos. Das meist indigene Volk (etwa 60 Prozent der gesamten Bevölkerung) traute dem Fastfood nicht. Die Bolivianer hatten kein Vertrauen in Nahrungsmittel, «die so rasch, leicht und in grossen Mengen hergestellt werden», heisst es im Artikel. Trotz den günstigen Angeboten hätten «die Einheimischen nicht ihre Gesundheit riskieren» wollen.

McRibs werden zu Rippchen geformt

Das Unternehmen habe auch nie grosses Interesse daran gezeigt, freundlich auf das indigene Volk zu wirken. «Als ich an einem Regentag vor einer McDonald's-Filiale Unterschlupf suchte, wurde ich von einem Mitarbeiter gebeten, weiter zu gehen, ich würde ihnen den Eingang verschmutzen. Als das Unternehmen entschied, das Land zu verlassen, hat mich das wenig gekümmert», sagt die Eingeborene Esther Choque.

Im neuen Dokumentarfilm «Warum McDonalds's in Bolivien versagte», debattieren Köche, Ernährungsberater und Historiker über die Entwicklung der Fastfood-Kette. Dabei kommen sie zum Schluss, dass die Bolivianer im allgemeinen «grossen Respekt vor ihrem Körpern zeigen und sehr vorsichtig sind, welche Art von Nahrung sie konsumieren».

Unter anderem weigern sich die Südamerikaner, «durch Technologie veränderte Nahrungsmittel» zu sich zu nehmen, kommen die Experten zum Schluss. Als Beispiel bringen sie die Herstellungsmethode der McRibs: Die «Rippchen» bestehen aus 70 verschiedenen Zutaten, darunter Azodicarboxamid, ein Treibmittel, das dem Mehl als Teigverbesserer zugesetzt wird und in der EU nicht erlaubt ist. Das «Fleisch» besteht aus einer Mischung aus Kutteln, Herz und gekochtem Magen, das danach zu einer Rippe geformt wird. McDonald's stelle die McRibs als «echte Schweinerippchen» dar, doch am Produkt sei nichts echt, behauptet der Autor auf «NatureNews.com».

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • David am 16.06.2013 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Klug

    Kluge Menschen, die Bolivianer.

  • Franc am 16.06.2013 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    ha ha

    Ich war letztes Jahr in Bolivien mit dem Fahrrad unterwegs. An jeder Ecke (in den Großstädten) gibt es "Fressbuden" ohne Ende. Selbst Gyros, oder Crepes, Schweizer Schockolade, Schwarzwälder Kirschtorte oder andere Sachen mit denen ich dort nicht gerechnet hätte. Lustig, dass gerade Mäkkes es nicht schafft dort. In Peru wäre es Coca Cola ähnlich ergangen, die sich nie gegen die nationale Inka Cola durchsetzen konnte, bis sie Inka Cola nach jahrelangen Verhandlungen aufkaufen konnten. PS: Eingeborene wurde nur übersetzt. Damit ist die indigegen Bevölkerung gemeint. Also "echte Eingeborene".

  • Karl D. am 15.06.2013 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ist kein Wunder

    denn in Südamerika sind die McD gleich teuer wie in der Schweiz. Und die verdienen ja nur einen Bruchteil von dem was wir verdienen. Warum eigentlich? In DE ist ja der McD halb so teuer wie in der CH. Die Einstellung vieler Südamerikaner zu ihrem eigenen Körper finde ich super. Die essen sehr bewusst. Obwohl in den letzten Jahren macht ihnen die Amerikanisierung und die Fettleibikeit auch immer mehr Probleme.

Die neusten Leser-Kommentare

  • David am 16.06.2013 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Klug

    Kluge Menschen, die Bolivianer.

  • Franc am 16.06.2013 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    ha ha

    Ich war letztes Jahr in Bolivien mit dem Fahrrad unterwegs. An jeder Ecke (in den Großstädten) gibt es "Fressbuden" ohne Ende. Selbst Gyros, oder Crepes, Schweizer Schockolade, Schwarzwälder Kirschtorte oder andere Sachen mit denen ich dort nicht gerechnet hätte. Lustig, dass gerade Mäkkes es nicht schafft dort. In Peru wäre es Coca Cola ähnlich ergangen, die sich nie gegen die nationale Inka Cola durchsetzen konnte, bis sie Inka Cola nach jahrelangen Verhandlungen aufkaufen konnten. PS: Eingeborene wurde nur übersetzt. Damit ist die indigegen Bevölkerung gemeint. Also "echte Eingeborene".

  • Samir am 16.06.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Extrem erfolgreich

    Alle meckern über McDonalds, und trotzdem bleibt es die grösste und erfolgreichtste Restaurantkette der Welt. Und sie sind sogar immer noch weiter am wachsen.

  • Werner Minnig am 16.06.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Eingeboren?

    Warum wird Esther Choque als Eingeborene bezeichnet? sie ist Bolivianerin und fertig. Ich bezeichne mich ja auch nicht als Eingeborener sondern als Schweizer oder allenfalls als Eidgenoss.

    • Bolivaner am 16.06.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Historie bedingt

      Weil die Europäer namentlich die Spanier vor 500 Jahren kolonisiert haben und nun die ursprüngliche indigene Bevölkerung in der Minderheit ist.

    einklappen einklappen
  • Christoph am 16.06.2013 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Noch andere solche Länder

    es gibt noch weitere Länder wo McDonalds nicht vertreten oder nicht mehr vertreten ist. In Barbados steht sogar noch das Haus: Liechtenstein hat glaube ich auch keinen MacDonalds... so weit muss man also nicht einmal reisen...