Silberner Windhund

03. Februar 2012 14:14; Akt: 03.02.2012 17:23 Print

Der charmante Fehler im Notenstein-Logo

von Sandro Spaeth - Bei der Gründung der Nachfolgerin der Bank Wegelin musste alles sehr schnell gehen. Statt des Wappens der Notensteiner wurde jenes der Familie Wegelin verwendet. Eine «historische Referenz»?

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Das Notenstein-Zeitungsinserat mit dem Wegelin-Wappen (links). Der Schriftzug der jüngsten Bank der Schweiz anlässlich des CSI Zürich (rechts). (Bild: Reuters)

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Die jüngste Bank der Schweiz richtet mit der grossen Kelle an, jedenfalls was ihre Werbekampagne betrifft. Die Notenstein Privatbank – erst vor knapp einer Woche als Nachfolgerin der unter US-Druck aufgespalteten Wegelin aus der Taufe gehoben – ist dieser Tage in allen grossen Tageszeitungen präsent.

Der Claim unter den ganzseitigen Inseraten mit einem Bild eines mächtigen Felsens aus dem Alpsteingebiet: «Grosse Erfahrung. Junge Bank. Starker Partner.» Darunter der Schriftzug und ein rundes Logo: Ein weisser Windhund auf rotem Grund. Schlicht, edel, zeitlos. «Die Grafik-Abteilung hat den Schriftzug in kürzester Zeit entworfen», sagte Notenstein-Sprecherin Albena Björck Anfang Woche zu 20 Minuten Online. Das Wappen habe bereits existiert. Es stamme von den Notensteinern, so die Sprecherin.

Schweisstuch für Notensteiner

Nun zeigt sich: «Der silberne Windhund ist nicht das Symbol der Notensteiner, sondern das Familienwappen der Ende des 16. Jahrhunderts aus Deutschland eingewanderten Familie Wegelin», sagt der Heraldiker Rolf E. Kellenberg. Er ist Archivar in Arbon und beschäftigt sich seit Jahren professionell mit Wappen. Zum selben Ergebnis führte eine Recherche im schweizerischen genealogisch-heraldischen Katalog. Dort steht unter Wegelin, mit Verweis auf das Wappenbuch des Kantons Glarus: «Ein in Rot steigender silberner Windhund mit goldenem Halsband.»

Kellenberg ist sich aufgrund historischer Quellen sicher, dass das Sanctum Sudarium - das Schweisstuch der heiligen Veronica mit dem Antlitz Christi - als Gesellschaftswappen der Notensteiner verwendet wurde.

«Auf den Hund gekommen»

Auf Nachfrage von 20 Minuten Online sagt Notenstein-Sprecherin Björck, dass in der Kommunikation ein Fehler unterlaufen sei: «Es ist richtig, dass der Hund ursprünglich im Wappen der Familie Wegelin vorkommt.» Umgekehrt sei das Bild des Hundes seit Jahrhunderten fest mit dem Haus Notenstein verankert und eine begründete Verbindung zum Begriff Notenstein. «Zugleich ist es ein diskreter Hinweis auf die historischen Wurzeln», rechtfertigt sich Björck.

Die «Aargauer Zeitung» nahm das Notenstein-Logo kürzlich zum Anlass für den Titel: «Wegelin ist auf den Hund gekommen». Besser noch: Wegelin ist unter die Windhunde gegangen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Heim am 05.02.2012 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Typografie

    Man merkt, dass das Logo unter Zeitdruck entstand. So sticht dem Typografen sofort das schlechte Kerning des Schriftzuges ins Auge. Peinlich.

  • Peter am 03.02.2012 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer dasselbe...

    Man könnte bald meinen es gäbe nur noch ein Thema! Gibt es auch positive Aspekte bei Notenstein? Man könnte meinen es laufe eine Hetzjagd...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Heim am 05.02.2012 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Typografie

    Man merkt, dass das Logo unter Zeitdruck entstand. So sticht dem Typografen sofort das schlechte Kerning des Schriftzuges ins Auge. Peinlich.

  • Peter am 03.02.2012 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer dasselbe...

    Man könnte bald meinen es gäbe nur noch ein Thema! Gibt es auch positive Aspekte bei Notenstein? Man könnte meinen es laufe eine Hetzjagd...