Quartalszahlen

20. April 2017 07:42; Akt: 20.04.2017 11:51 Print

Nestlé legt schwächsten Jahresstart der Dekade hin

Der neue Nestlé-Chef Mark Schneider betritt das Terrain auf leisen Sohlen: Der Konzern hat in den ersten drei Monaten unter seiner Ägide den Umsatz leicht gesteigert.

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Schwacher Einstand: Nestlé-Chef Mark Schneider an einer Pressekonferenz in Vevey. (16. Februar 2017) (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat die ersten drei Monate unter der schwachen Nachfrage aus Nordamerika gelitten. Der Umsatz lag mit 21 Milliarden Franken knapp über dem Vorjahr mit 20,9 Milliarden Franken, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte.

Mit dem positiven Umsatzwachstum der Region Asien erreichte Nestlé insgesamt ein organisches Wachstum von 2,3 Prozent. Das ist der langsamste Jahresstart für Nestlé seit über einem Jahrzehnt. Trotzdem hat der Schweizer Nahrungsmittelgigant die Schätzungen der Analysten damit leicht übertroffen. Die Zahlen seien nicht spektakulär, aber etwas besser als generell prognostiziert, beurteilt Andreas Kälin der Wirtschaftszeitung «Finanz und Wirtschaft» die Zahlen.

Innerhalb der Erwartungen

Schneider kommentiert das Wachstum in der Mitteilung vom Donnerstag schnörkellos. Es liege innerhalb der Spanne der Prognosen für das Gesamtjahr. Der Jahresbeginn habe sich als herausfordernd dargestellt. Die Nachfrage in Nord- und Südamerika sei schwach gewesen.

Der Umsatz in diesen Märkten wuchs zwar um 2,6 Prozent auf 6,4 Milliarden Franken, wobei sich aber die Wechselkurse positiv auswirkten. Gut verkauft hat Nestlé in Nord- und Südamerika Tiefkühlkost sowie Kaffeeweisser, also Milchersatz für Kaffee und Tee. Hingegen waren Süsswaren und Tierfutter weniger gefragt. Da das Wachstum mengenmässig (RIG) um 1,4 Prozent zurück ging, war auch das organische Wachstum insgesamt gedämpft (0,4 Prozent).

In Europa, im Nahen Osten und Nordafrika (EMENA) sank der Umsatz hingegen um 6,9 Prozent auf 4 Milliarden. Grund ist unter anderem das vor einem Jahr gegründeten Joint Venture Froneri für Glace und Tiefkühlkost. Die Umsätze werden dahin transferiert. Organisch wuchs die Region um 1,7 Prozent, wobei es keine Preisanpassungen gab.

In der Zone Asien, Ozeanien und Subsahara-Afrika (AOA) stieg der Umsatz um 1 Prozent auf 4 Milliarden Franken (organisch um 4,5 Prozent).

Nespresso in Nordamerika beliebt

Nach Segmenten betrachtet wuchs Nestlé Waters 1,1 Prozent, Nutrition um 0,2 Prozent und die übrigen Geschäfte, zu welchen beispielsweise Nespresso hinzugerechnet werden, um 7,6 Prozent. Vor allem in Nordamerika waren Nespresso-Produkte gefragt.

Für das Gesamtjahr bestätigte Schneider die Prognose von Jahresbeginn. An der Börse wurden die Informationen positiv aufgenommen. Die Aktie stand am Vormittag mit 0,8 Prozent im Plus. Nestlé als Schwergewicht an der Schweizer Börse belebte auch den Gesamtmarkt. Der SMI entwickelte sich zeitgleich ebenfalls leicht positiv.

Mark Schneider – auf den ersten Vornamen Ulf verzichtet er inzwischen - hat die Führung bei Nestlé offiziell am 1. Januar übernommen. Er ist seit knapp hundert Jahren einer der der ersten Firmenchefs bei Nestlé, der nicht intern nachrückte. Zuvor war der deutsch-amerikanische Doppelbürger Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De Fries am 20.04.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Meldung mit einem "aber"...

    Auf wessen Kosten geht das Wachstum des ohnehin schon grössten Nahrungsmittelkonzerns der Welt? Vermutlich zu einem beachtlichen Teil auf Kosten der Schwächsten. Genau, ich spreche den Aufkauf von Wasserquellen an, die eigentlich den Leuten in der Dritten Welt gehören und über Leben oder Tod entscheiden. Es ist moralisch verwerflich, damit Geld zu verdienen und sich danach damit in den Medien und bei den Aktionären zu brüsten.

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  • Peter am 20.04.2017 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Revolution mit konsumstop

    Ich kaufe keine Nestle Produkte Macht es mir nach ,dann sinken die Zahlen wieder

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  • Piere am 20.04.2017 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie mehr Nestle

    Den ärmsten der Welt auch noch das Wasser wegzunehmen geht gar nicht. Das ist Nestlé. Wacht auf

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Roth am 21.04.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Ja klar bei günstigeren Arbeitnehmern kann auch tiefer angeboten werden gleich mehr Umsatz. Schade, das Komentarfuntion nicht auch bei andern, heute pulizierten Berichten, aufgeschaltet ist.

    • Supermario am 21.04.2017 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      Eher unlogisch

      Umsatz ist Umsatz; beschäftigt man günstigere MA erhöhen sich die MARGEN und schlussendlich auch der GEWINN!

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  • Thom am 20.04.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fett und Zucker

    Fett und Zucker Händler schlussendlich. Für gesunde Produkte sucht man bei Nestle lange. Ein Schweizer Konzern dem ich keine Träne nachweinen würde, ginge er bankrott.

    • Supermario am 21.04.2017 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      Denkst Du wirklich zuende?

      Keine Träne für Nestlé, aber vielleicht für Dein persönliches PK-Guthaben?

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  • M. Amrel am 20.04.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was gehört nestle

    Guten Tag. Sucht mal auf Google: was gehört nestle. da sieht man gut welche Konzerne welche Produkte hat.

    • Supermario am 20.04.2017 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Und wo liegt das Problem; Nestlé vertreibt in erster Linie Grund- und Premiumnahrungsmittel verschiedenster Konvenienz und ist über alles immer noch hochrentabel!

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  • MArtin am 20.04.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    700 Mio Umsatz Pro Tag

    21 Mia Umsatz in 3 Monaten scheint zu wenig zu sein. Das bedeutet pro Tag 700 Mio Umsatz. Also ich weiss nicht was Nestlé erwartet. Umsatz ist nicht glech Gewinn, aber verkauft mal am Tag zeug für 700 Mio, das ist nicht ganz so einfach.

    • Erich Ed. Müller am 20.04.2017 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Unmöglich.

      @Peter "Ich kaufe keine Nestle Produkte". Wie wollen Sie das machen? Das ist unmöglich. Wenn Sie Lebensmittel anderswo kaufen als direkt auf dem Markt oder beim Bauern, haben Skie nur die Auswahl zwischen Nestlé oder Unilever. Ein andere Wahl gibt es nicht.

    • Alex P. am 20.04.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Taschenrechner defekt?

      @MArtin: Wo haben Sie denn rechnen gelernt?Bei mir gibt 21 (Milliarden) dividiert durch 90 (Tage) 0.233 (Milliarden), also 233 Mio pro Tag ...

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  • Nest Profess am 20.04.2017 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gejammere

    Immer dieses gejammere, trotz wachstum jammern die chefs, was soll das , 21 milliarden das ist ja wahnsinn

    • Supermario am 20.04.2017 12:21 Report Diesen Beitrag melden

      Von wem denn?

      Das ist der UMSATZ und zeigt doch eindrücklich auf - entgegen den ewiggestrigen Jammeris - dass deren Produkte zumindest teilweise immer noch nachgefragt sind. Ob die Chefs wirklich selber jammern...

    • Anti Nestle am 20.04.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Sitzen Sie und Heinz Maier eigentlich in der Marketing Abteilung von Nestle? Nicht nur Wasser ist ein schmutziges Geschäft sondern auch in Cacaoplantagen werden Kinder ausgebeutet und sogar verschleppt um da zu Arbeiten.. Vonwegen Traditionell...

    • Heinz Maier am 20.04.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Anti Nestle

      danke fürs kompliment aber ich arbeite nicht bei nestle, leider :). darf ich fragen mit was sie gerade kommentieren? ich hoffe doch mit bleistift und papier..

    • Supermario am 20.04.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Anti Nestlé

      Und Du isst niemals Schokolade??? Meinst Du diejenige von Migros oder einem anderen Anbieter kommt von "besseren" Plantagen??? Ich beziehe nirgends Tantiemen, sehe aber die Wirtschaft (zu der auch Du und ich gehören) in realistischem Licht!

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