Langstreckenflüge

30. September 2017 11:45; Akt: 01.10.2017 22:00 Print

Über 100'000 Air-Berlin-Tickets könnten verfallen

Bis Mitte Oktober muss die Airline ihre Langstreckenflüge einstellen. Kunden, die Tickets vor dem Insolvenzantrag gekauft haben, werden möglicherweise keine Erstattung erhalten.

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Mehr als 100'000 Air-Berlin-Tickets für Langstreckenverbindungen könnten wegen der Insolvenz der Fluggesellschaft verfallen. Wie die «Rheinische Post» am Samstag unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, werden betroffene Kunden mit Reisezielen wie Havanna oder New York wohl nur «eine geringe oder gar keine Erstattung bekommen». Betroffen sind demnach alle Kunden, die ihr Langstreckenticket vor dem 15. August gekauft haben, dem Tag der Insolvenzeinreichung.

Air Berlin hatte damals Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, damit landen alle davor gekauften Tickets bei einer Stornierung des Flugs in der Insolvenzmasse. Experten rechnen laut «Rheinischer Post» mit einer Erstattung von maximal zehn Prozent des Ticketpreises. Nach dem Insolvenzantrag gekaufte Tickets werden erstattet.

«Sukzessiver Rückzug»

Derzeit laufen Verhandlungen mit der Lufthansa und der Fluggesellschaft Easyjet über einen Verkauf von Teilen von Air Berlin. Ihre Langstreckenflüge muss die Airline bis Mitte Oktober einstellen. Dafür gibt es keinen Bieter und die jeweiligen Leasingfirmen ziehen ihre A330-Maschinen «sukzessive zurück», wie Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann vor einigen Tagen ausgeführt hatte.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagte der «Rheinischen Post», es sei «erschreckend, wenn so viele Menschen mit teuer bezahlten Langstreckentickets Opfer der Insolvenz von Air Berlin wurden». Es sei dringend nötig, dass Fluggesellschaften ebenso eine Insolvenzversicherung abschliessen müssen, wie es für Reiseveranstalter von Pauschalreisen bereits verpflichtend sei.

Die Gewerkschaft Verdi startete unterdessen Verhandlungsgespräche mit Air Berlin. Sie fordert ein Programm «zum Erhalt möglichst vieler tarifvertraglich abgesicherter Arbeitsplätze», die durch die Insolvenz bedroht seien. Winkelmann hatte kürzlich gesagt, es gebe gute Jobchancen für rund 80 Prozent der Mitarbeiter.

(afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baba am 30.09.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wer im

    Wissen um einen eventuellen Konkurs Ticket gekauft hat bekommt das Geld zurück. Wer im guten glauben an eine gesunde Firma Tickets gekauft hat ist der Dumme .jemand hier der mir das erklären kann ?

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  • Fly Never am 30.09.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäftsidee 4.0

    Neues Geschäftsmodell.. Ich gründe eine Airline, Chartere ein Flieger, auf dem Papier, verkaufe tausende Billig Ticket, setze mich nach Burkina Faso ab, melde Konkurs an und Lebe in saus und braus.....

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  • Alex Keller am 30.09.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    So geht das Spiel nicht!

    Nene, so geht das NICHT! Dann sollen die zwei Käufer der Airline, Lufthansa und Easyjet die Rückerstattung bezahlen, oder das Inventar verkaufen. Dann gibt es ja noch Kunden, die einen Ticket-Schutz haben, die sollen auf jeden Fall entschädigt werden, für was zahlt man sonst zusätzliche Gebühren oder gar Versicherungen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 03.10.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jammert nicht

    Jammert nicht und kauft euch neue Tickets. Dass AB Probleme hat war ja wohl schon lange genug bekannt. Diejenigen die nun auf wertlosen Tickets sitzen haben gespielt und dabei ein bisschen verloren

  • Reiser am 03.10.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Turkish Airlens

    Ich empfehle Euch Turkish Airlens! Hervorragender Service und man kann ohne Angst in die Ferien fliegen!

  • Leserin am 03.10.2017 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War absehbar

    Geiz ist eben doch nicht geil.

    • Mr. Spock am 10.10.2017 00:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leserin

      Ich kanns nicht mehr hören, echt. Habt ihr auch noch was anderes auf Lager? Fast jeder der einen günstigen Flug bekommt wird diesen nehmen. Solange der Preis kampf zwischen den Anbietern und das Überangebot bestehen bleibt wird es günstige Flugpreise geben. Dazu gleich noch was von wegen Geiz ist geil. Sämtliche Anbieter bewegen sich für einen Flug von Zürich nach Hamburg innerhalb von 50.- Differenz, auch die Swiss sowie andere grosse Fluglinien. Ich jedenfalls muss um überhaupt mal in Urlaub zu kommen auf Billiglinien zurückgreifen. Bei ständig steigenden KK Prämien, steigenden Steuern, Lebenserhaltungskosten, jährlichen Anpassungen nach oben bei den ÖV usw, usw. ist da nicht mehr viel am Ende des Monats als Handwerker. und kommen sie mir jetzt nicht mit Urlaub in der Schweiz, hab ich komplett durch, jahrzehntelang. Dazu sind die Preise sowie die Freundlichkeit der diversen Anbieter mehr als fragwürdig.

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  • Entlebuchermeitschi am 01.10.2017 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtschutz daher

    Juhuii, da werden die Rechtschutzversicherungen alle Hände voll zu tun haben :-)

    • roger am 03.10.2017 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Rechtschutz?

      Das ist ein völlig normales Insolvenzverfahren, da wird die Rechtsschutzversicherung relativ wenig Handlungsspielraum haben....

    • Entlebuchermeitschi am 03.10.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roger

      Ok, mag sein. mich betrifft es nicht, ich fliege sowieso fast nie!

    • Frank Mueller am 05.10.2017 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Aber doch Rechtsschutz!

      Auf jeden Fall Rechtsschutz - schon mal was von einer persoenlichen Verantwortlichkeitsklage gegen die Organe gehoert?

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  • Di Lemma am 01.10.2017 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld - Geiz ist geil mit Risiko

    Wenn man schon Billigstflieger bucht so sollte wenigstens eine gute Reiseversicherung abgeschlossen werden. Ich habe null Mitleid mit den Betroffenen

    • Falsch am 02.10.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Di Lemma

      Air Berlin war nicht billig. Auf der Strecke Zürich-Berlin waren die Swiss und Air Berlin ähnlich teuer.

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