Unia-Untersuchung

18. Juni 2015 15:14; Akt: 18.06.2015 17:03 Print

Bei Novartis ist die Lohnschere am grössten

Das Verhältnis zwischen Höchst- und Tiefstlohn hat sich in den Schweizer Konzernen 2014 kaum verändert. Im Durchschnitt lag es bei 1:128.

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Verdiente über 13 Millionen Franken: Novartis-CEO Joe Jimenez. (27. Februar 2015) (Bild: Keystone)

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2013 lag der Unterschied zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn bei 1:132. Am markantesten war im Jahr 2014 das Verhältnis mit 1:188 in der Nahrungsmittelindustrie, gefolgt von Pharma- und Chemie (1:139) sowie den Banken (1:124), wie einer Mitteilung der Gewerkschaft Unia zu entnehmen ist.

Als Einzelunternehmen obenauf schwangen gemäss der Studie die Pharmakonzerne Novartis und Roche, gefolgt von der Grossbank UBS und dem Nahrungsmittelmulti Nestlé. Hier verdiente die Chefetage rund 200-mal mehr als die einfachen Angestellten.

Lohnschere im Detailhandel leicht kleiner

Ins Auge sticht zudem der Agrochemiekonzern Syngenta, der derzeit vom US-Saatguthersteller Monsanto umworben wird. Bei fast gleich hohem Jahresgewinn kassierte Konzernchef Michael Mack im vergangenen Jahr 3 Millionen Franken mehr. Die Lohnschere öffnete sich deshalb von 1:85 auf 1:144.

Im Detailhandel hat sich die Lohnschere hingegen leicht geschlossen. Sie lag im vergangenen Jahr noch bei 1:18. Der Grund dafür ist, dass die tiefen Löhne insbesondere bei Coop und Migros angehoben wurden.

41 Unternehmen untersucht

Nach Ansicht der Gewerkschaft ist die Abzockerinitiative ein erster Schritt gewesen. Nach wie vor fehle aber ein Hebel, um exorbitante Vergütungen zu unterbinden. Es brauche verbindliche Obergrenzen und klare, griffige Regeln.

Für ihre Studie untersuchte die Gewerkschaft Unia 41 Unternehmen. Das entspricht einem Sechstel aller 220 Unternehmen, die an der Schweizer Börse gehandelt werden. 15 der untersuchten Konzerne gehörten zur Gruppe der 20 grössten Titel.

(rar/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Victor Ofner am 18.06.2015 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortlich, unsozial

    Selber war ich COO in grösseren KMU's und habe sicher gut verdient, aber auch hart gearbeitet. Was mich aber sehr wütend macht sind die Saläre der CEO's in grossen Unternehmen. Das hat nichts mehr mit 'verdienen' zu tun, gefährdet unsere Sozialpartnerschaft und ist nur noch gemein, den einfacheren Mitarbeitern gegenüber.6

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  • Beni am 18.06.2015 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mehrheit ist zufrieden. Also...

    verschliessen wir die Augen vor unangenehmen Themen und wahren bei politischen Entscheiden unsere eigene finanzielle Sicherheit. Wie wäre es sich einmal für Behinderte und deren Lebensstandard einzusetzen? Diese müssen mit einem Jahreseinkommen von CHF 24'000.- bis CHF 36'000.- über die Runden kommen - unverschuldet. Die können sich keine normale Wohnung leisten, keine Ferien, eine Familiengründung ist auch unmöglich, Hobbies liegen auch nicht drin. Sie sind aus finanziellen Gründen aus dem gesellschsaftlichen Leben ausgeschlossen und werden von den Ämtern im Privatleben bevormundet.

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  • citoyen am 18.06.2015 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gleiches mit Gleichem vergleichen

    Wieviel Führungsverantwortung? Wieviel Produktivität? Wieviel Arbeitszeit? Wieviel Jahre mit 0 Einkommen? (Grundausbildung, Studium) Wieviel Weiterbildung? Dann siehts schon anders aus. Die Gewerkschaften möchten ja den Kapitalismus abschaffen. Wetten, dass in China der Unterschied zwischen einem Wanderarbeiter und einem korrupten kommunistischen Parteifunktionär grösser ist als im bösen Kapitalismus?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jacques Meierhofer am 23.06.2015 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    What's the problem?

    Die Gewerkschaftsfunktionäre verdienen auch viel mehr als ihre Mitglieder. Sie leben von den Beiträgen wie die Maden im Speck. Wieso sollen das Unternehmer nicht auch?

  • james mc'neil am 19.06.2015 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld der Aktionäre

    Die Firma gehört nicht den Angestellten sondern den Aktionären. Diese können Löhne bezahlen wie es ihnen gerade passt, denn es ist nunmal ihr eigenes Geld. Nur weil ich in einem Anstellungsverhältnis bin, habe ich doch noch lange kein Recht mich in die Lohnpolitik meines Arbeitgebers einzumischen! Wem es nicht passt der kann künden und zu einer KMU gehen oder sich selbstständig machen. Nerven mich "zu hohe" Löhne im Betrieb in dem ich arbeite? Nein, ist ja nicht mein Geld. Anders ist die Sache jedoch für die Kleinaktionäre: Sie bezahlen die hohen Löhne und erhalten kaum Dividenden.... aber was hat die Unia mit Kleinaktionären, also den quasi Eigentümern des Geldes und der Unternehmung, zu tun? Schliesslich erhalten auch die Grossaktionäre ebenso wenig Dividende, dass diese nicht eingreifen verstehe ich nicht. Aber ist es nicht mein Problem, denn ich besitze in meinem Depot keine Novartis Aktien!

  • Beni am 18.06.2015 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mehrheit ist zufrieden. Also...

    verschliessen wir die Augen vor unangenehmen Themen und wahren bei politischen Entscheiden unsere eigene finanzielle Sicherheit. Wie wäre es sich einmal für Behinderte und deren Lebensstandard einzusetzen? Diese müssen mit einem Jahreseinkommen von CHF 24'000.- bis CHF 36'000.- über die Runden kommen - unverschuldet. Die können sich keine normale Wohnung leisten, keine Ferien, eine Familiengründung ist auch unmöglich, Hobbies liegen auch nicht drin. Sie sind aus finanziellen Gründen aus dem gesellschsaftlichen Leben ausgeschlossen und werden von den Ämtern im Privatleben bevormundet.

    • Behindert am 19.06.2015 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Du sprichst mir aus der Seele

      Als behinderter welchem die IV Rente einfach so gestrichen wurde und nun 18 Jahre dafür kämpft um endlich eine faire Beurteilung zu bekommen. Die IV hätte 1 Mia. gebraucht welche der Bund nicht hatte. Nur komisch für die Bankenrettung hatte man plötzlich 60 Mia. und man erlaubte sogar noch Bonis für "Top Manager" welche uns in diese Situation gebracht haben. Nun x Jahre danach sieht es noch immer nicht besser aus. Es ist eine Schande!

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  • Anonym am 18.06.2015 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich auch

    Und, hoffentlich ist das auch so ! Ihr wollt mir doch nicht erzählen das ein CEO der eine Riesen Verantwortung trägt , eine 60 Stunden Woche hat nicht 120x mehr als eine Putzkraft verdienen darf? Das ist ein langer und harter weg bis an die Spitze und sollte auch gut entlöhnt werden. Alle die hier herumjammern haben doch einfach Ihre träume/ziele aufgegeben !

    • Denker am 18.06.2015 21:36 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte definiere "Verantwortung"!

      Denn bisher kann ich mich an keinerlei Konsequenzen bzw Strafen der gescheiterten COx und Co erinnern. Was aber sicher bekannt ist, ist das die dafür in der Regel belohnt (Abgangsentschaedigung) werden waehrend die ARBEITER entlassen werden! Also irgendwie wird die Realitaet von vielen nicht richtig wahrgenommen...

    • Beni am 18.06.2015 22:35 Report Diesen Beitrag melden

      Arbeit ist Arbeit...

      und jede Arbeit soll gwürdigt und dementsprechend bezahlt werden. Ich will in meinem Land keine Unternehmen, die den Angestellten nicht ein normales Leben ermöglichen.

    • Ueli am 19.06.2015 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      @anonym

      Klar soll einer, der jahrelange in die Ausbildung investiert hat und auch sonst viel mehr arbeitet mehr verdienen als eine unglernte Hilfskraft. Aber es kann nicht sein, dass die hilfskraft am ende so wenig verdient, dass sie auf Ergänzungsleistungen vom Staat (sprich von uns steuerzahlern) angewiesen ist, während der CEO sich jedes Jahr eine neue Yacht oder ein neues Ferienhaus kauft! Wie gesagt, ich hab nur ein problem damit, wenn er so wenig zahlt, dass die Sozialhilfe einspringen muss bei den wenig-verdienern (working poors) sonst darf er sehr gut verdienen !

    • definiert am 19.06.2015 14:21 Report Diesen Beitrag melden

      positive Verantwortung

      Es geht nicht nur um Konsequenzen bei Fehlern, auch wenn hierzulande die meisten als erstes ans Versagen denken. Wer im Voraus Entscheidungen treffen muss, liegt damit notwendigerweise oft falsch. Gute Entscheidungen in der Geschäftsleitung beeinflussen das Betriebsergebnis aber nun einmal erheblich stärker als Raumpfleger, die sich für ein besseres Putzmittel stark machen...

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  • Hell Seher am 18.06.2015 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird noch besser

    Eigentlich sollten die Chefs viel mehr verdienen und die Angestellten dafür bezahlen, dass sie für sie arbeiten dürfen. Soweit sind wir noch nicht, aber keine Sorge, das kommt schon.

    • DenktWeiter am 19.06.2015 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Ist schon so

      Hat doch schon angefangen. Viele Firmen lagern Jobs an Privatunternehmen aus. (ZB unsere Post) So wird auch die Verantwortung ausgelagert. War doch kürzlich zu lesen wie ein Ungar hier seine "Angestellten" dann gebeten hatte ihm Gelder rückzuerstatten da Geld in der Kasse anscheinend fehlte. (Valora, Bretzelkönig)

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