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Libor-Gate
27. Juli 2012 11:05; Akt: 27.07.2012 13:12 Print
Barclays-Boss sagt «sorry» für Zins-Skandal
Die britische Bank Barclays ist eines der schwarzen Schafe im Skandal um den manipulierten Libor-Zins. Nun kriecht sie zu Kreuze und entschuldigt sich bei enttäuschten Kunden und Aktionären.

Barclays-Verwaltungsratspräsident Marcus Agius hat nach dem Zinsskandal fast das gesamte Top-Management ausgewechselt. (Bild: Keystone)
Der Skandal um Zinsmanipulationen überschattet einen überraschend starken Gewinnanstieg der britischen Grossbank Barclays. Das Management wandte sich am Freitag im Halbjahresbericht mit einer Entschuldigung an die Öffentlichkeit.
«Wir entschuldigen uns für die Probleme, die in den vergangenen Wochen aufgetreten sind», erklärte Verwaltungsratspräsident Marcus Agius. «Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Kunden und Aktionäre enttäuscht haben.»
Grosses Köpferollen
Barclays hatte als erstes Geldhaus Manipulationen des Liborsatzes - des Zinssatzes, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen - eingeräumt und bekam eine Geldstrafe von fast einer halben Milliarde Dollar aufgebrummt.
Zudem musste Konzernchef Bob Diamond und fast das gesamte Top-Management gehen. Agius hat ebenfalls seinen Rückzug angekündigt, bleibt aber vorerst noch an Bord, bis ein Nachfolger gefunden ist.
Gute Zahlen
Im laufenden Geschäft ist die Grossbank aber auf Kurs: Im ersten Halbjahr steigerte sie ihren Vorsteuergewinn auf vergleichbarer Basis um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Pfund (rund 6,4 Milliarden Franken). Analysten hatten im Schnitt lediglich 3,8 Milliarden Pfund erwartet.
Wegen der weiter hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten und der sich abschwächenden Konjunktur sei aber Vorsicht geboten. «Es bleiben weiter herausfordernde Zeiten für Barclays und die gesamte Industrie», sagte Agius.
(sda)

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