Radar statt Kamera

12. September 2016 08:28; Akt: 12.09.2016 14:41 Print

Update soll Teslas Autopilot sicherer machen

Ursprünglich hat der Elektroauto-Hersteller Radar nur als Ergänzung zur Autopilot-Funktion hinzugefügt. Jetzt glaubt Tesla, dass dieser der zentrale Sensor des Systems sein könne.

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Selbstfahrend: Ein Fahrer benutzt den Autopiloten auf der A 1 Richtung Zürich (17. August 2016). (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Fehler gesehen?

Tesla hat rund vier Monate nach dem ersten tödlichen Unfall mit seinem Fahrassistenz-System Autopilot eine neue Version der Software mit tiefgreifenden Änderungen angekündigt. Zum einen werde sich die Technik stärker auf Radar statt Kameras verlassen.

Zum anderen sollen die Fahrer deutlicher gedrängt werden, die Hände auch bei eingeschaltetem System am Lenkrad zu lassen, erklärte der Elektroauto-Anbieter in einem Blogeintrag am späten Sonntag. Nach mehrfacher automatischer Aufforderung dazu schaltet sich Autopilot ab und kann erst wieder aktiviert werden, wenn das Fahrzeug zwischenzeitlich geparkt wurde.

Unausgereifte Technologie?

Bei dem Todescrash in Florida im Mai war ein Tesla unter einen Lastwagen-Anhänger gerast, der die Strasse überquerte. Nach damaligen Angaben von Tesla könnte das System die weisse Seitenwand des Anhängers für ein hochhängendes Autobahnschild gehalten haben.

Die US-Verkehrsaufsicht ermittelt in dem Fall, der auch Kritik ausgelöst hatte, Tesla könnte voreilig mit unausgereifter Technologie auf den Markt gegangen sein.

Getränkedose als grosses Hindernis

Ursprünglich sei Radar zu Autopilot nur als Zusatz zur Erkennung der Umgebung per Kameras hinzugefügt worden, schrieb Tesla-Chef Elon Musk in dem Blogeintrag. Inzwischen glaube Tesla, dass der Radar der zentrale Sensor des Systems sein könne.

Zugleich schränkte Musk ein, dass Objekte aus Metall bei Radar-Sensoren zu Fehlalarmen führen könnten. Etwa könne eine weggeworfene Getränkedose, die mit dem Boden zum Sensor liegt, als ein grosses Hindernis erscheinen.

Auch bei hochhängenden Autobahnschildern vor Hügeln könnten Radar-Daten eine drohende Kollision vermuten lassen. Tesla wolle falsche Alarme durch eine präzisere Erfassung der Objekte und eine Geodatenbank mit festen Fehlerquellen in der Umgebung vermeiden.

(kko/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DanielR am 12.09.2016 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hirnupgrade 2.0

    Sorry aber solange Leute auf die irrwitzige Idee kommen beim Fahren Harry Potter zu schauen reicht ein Update des Autos nicht. Vielleicht sollten einige Leute ihr Hirn Upgraden lassen.... Aber natürlich ist Tesla dran schuld sie hätten ja wissen müssen. Das ist genau wie damals in der Schule wenn der Zug zu spät kommt, hätte ich ja wissen müssen das der Zug zu spät kommt und einen früher nehmen ... So ein Witz!

  • Alain B am 12.09.2016 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dass ich nicht lache!

    Ein Update soll uns sicherer machen? Jeder Fahrer ist fuer Fahrzeug und Insassen selbst verantwortlich. So lernten wir es jedenfallsc damals.

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  • Spaniel am 12.09.2016 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahre selber

    Bei meinem eigenen Verstand handelt es sich nicht um eine Beta-Version. Als Technik-Fan würde ich mich niemals auf solches einlassen. Ich fahre selbst weil ich meine eigene Software kenne, was nicht heisst dass diese Fehlerfrei ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Danich am 12.09.2016 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsicherheitsfaktor Mensch

    Es geht nicht mehr lange und neue Autos fahren sicherer ohne den Einfluss von Menschenhand als heute mit deren Einfluss. Auch wenn es jetzt noch Probleme gibt, in 3-5 Jahren schaffen das neue Fahrzeuge mit Bravour. Der grösste Unsicherheitsfaktor wird der Mensch selber sein. Seht es positiv, die dadurch gewonnene Zeit könnt ihr anders viel besser nutzen........ Und es wird noch viele Jahre ein "friedliches Beieinander" von Fahrzeugen ohne Autopilot und solchen mit geben...

  • Spaniel am 12.09.2016 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahre selber

    Bei meinem eigenen Verstand handelt es sich nicht um eine Beta-Version. Als Technik-Fan würde ich mich niemals auf solches einlassen. Ich fahre selbst weil ich meine eigene Software kenne, was nicht heisst dass diese Fehlerfrei ist.

    • René am 12.09.2016 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spaniel

      Absolut korrekt. Aber nicht vergessen das es allein in der Schweiz pro Jahr 17.800Unfälle gibt wo ein Mensch hinter Sitzt. Das heisst pro Tag 48 Unfälle durch Mensch. Das es die Software schlimmer macht wage ich jedoch zu bezweifeln. ;)

    • Kalbermatten1 am 12.09.2016 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René

      Die Software kann jedenfalls nicht besoffen, bekifft oder unter Medikamenteneinfluss oder während psychischen Ausnahmezuständen ihrerseits fahren. Desweiteren fährt die Software auch nicht hupend durch Dörfer nur weil der angehimmelte Fussballclub gerade gegen Hinterkunkelbach gewonnen hat.

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  • gloria derungs am 12.09.2016 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auf dem weg zu den besten

    und wenn das radar funktioniert, dann bitte noch die schweizer armee ausstatten damit, die sehen ja auf dem schirm nicht, ob freund oder feind, baum oder rind, panzer oder felsbrocken.

    • Kalbermatten1 am 12.09.2016 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @gloria derungs

      Guter Vorschlag. Das wäre dass erste Mal in der Geschichte der besten Armee der Welt, das die was eingekauft haben das beim ersten Gebrauch einwandfrei und ohne Folgekosten die in die Millionen gehen funktioniert.

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  • DanielR am 12.09.2016 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hirnupgrade 2.0

    Sorry aber solange Leute auf die irrwitzige Idee kommen beim Fahren Harry Potter zu schauen reicht ein Update des Autos nicht. Vielleicht sollten einige Leute ihr Hirn Upgraden lassen.... Aber natürlich ist Tesla dran schuld sie hätten ja wissen müssen. Das ist genau wie damals in der Schule wenn der Zug zu spät kommt, hätte ich ja wissen müssen das der Zug zu spät kommt und einen früher nehmen ... So ein Witz!

  • Alain B am 12.09.2016 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dass ich nicht lache!

    Ein Update soll uns sicherer machen? Jeder Fahrer ist fuer Fahrzeug und Insassen selbst verantwortlich. So lernten wir es jedenfallsc damals.

    • Skywalker99 am 12.09.2016 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alain B

      würdest du auch so argumentieren wenn es um Bremsen geht? Natürlich ist der Herrsteller in der Pflicht, dass sein hergestelltes Auto, eine Kaffeemaschine oder Handy sicher ist. Mit scheint, dass bei einigen Leuten solch triviale Erkenntnisse automatisch nicht mehr gelten, wenn "Tesla" draufsteht.

    • Kräuter Schnaps am 12.09.2016 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenverantwortung

      Tja, darum gibt es auch keine Unfälle in der Schweiz. Der Mensch ist beim Fahrzeug immer noch die grösste Schwachstelle. Die Überwachung des Fahrers und der Fahrzeuge wird immer stärker durch Sensoren und Computers übernommen. Damit müssen wir zukünftig leben ob es uns passt oder nicht.

    • ccccc ooooo am 12.09.2016 10:19 Report Diesen Beitrag melden

      mhhhhhhhh

      Vermutlich gibt mein Statement einige "Daumen runter".. Aber: "So lernten wir es jedenfallsc damals": Genau.. Damals... Aber: Selbstfahrende Autos produzieren schlussendlich im Verhältnis trotzdem nur ein Bruchteil der unfälle im vergleich zu "Menschengesteuerten" Autos. Das ist halt "leider" Fakt.

    • gloria derungs am 12.09.2016 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alain B

      trau keinem update, denn updates beheben vielleicht ein bug, aber schaffen neue..

    • walter röhrl am 12.09.2016 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ccccc ooooo

      und wieviel selbstfahrende autos gibts im vergleich zu konventionellen? ihr vergleich ist für die katz!

    • d.m. am 12.09.2016 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @walter röhrl

      In der schule wohl nicht aufgepasst ha? Wiso sollte sich das nicht vergleichen lassen? E wird ja der gleiche nenner benutzt.

    • Urs L am 12.09.2016 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ccccc ooooo

      super Vergleich!!!! Wie viele SELBSTFAHRENDE AUTOS sind denn auf unseren Strassen unterwegs??? Wer würde nach einem Unfall zugeben, nicht selbst gefahren zu sein? Ist doch strafbar, genau wie beim Velofahren den Lenker los zu lassen. Also bring bitte einen besseren Vergleich.

    • alexlomismo am 12.09.2016 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skywalker99

      Der Unterschied liegt zwischen zwei Systemen; das eine ist ein Assistenzsystem ("zur Hand gehen, helfen"), das andere wäre der Autopilot ("selbst lenkendes/steuerndes System", wie etwa bei Schiffen und Flugzeugen). Tesla hat nie und zu keiner Zeit behauptet, dass es sich bei ihrem Assistenzsystem, welches sie in ihre Autos verbauen/verbauten, um einen Autopiloten handelt; vielmehr wird sowohl im Handbuch, als auch vom Auto selbst, explizit darauf hingewiesen, die Kontrolle über sein Fahrzeug stets bei sich selbst zu behalten!

    • Skywalker99 am 12.09.2016 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alexlomismo

      klar. Heisst Autopilot und dann ist es nur noch ein Assistenzsystem nachdem es Probleme gab. Wir spannend wie das die amerikanischen Gerichte bezüglich Produktehaftpflicht sehen. Ich vermute mal sehr teuer für Tesla.

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