Grosse Kampagne am Sonntag

22. Oktober 2017 13:42; Akt: 22.10.2017 13:42 Print

Das soll der offene Brief des Swisscom-Chefs

von Isabel Strassheim - Zweiseitige Anzeigen in der Sonntagspresse: Swisscom-Chef Urs Schaeppi lobbyiert für den Antennen-Ausbau fürs neue 5G-Handynetz.

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Zwei ganze Seiten: Inserat in der SonntagsZeitung von Swisscom-Chef Urs Schaeppi. der sich direkt an die Öffentlichkeit wendet. Swisscom-Chef Urs Schaeppi: Sein offener Brief kommt «aus heiterem Himmel» (so ein PR-Experte).... ... aber der Kampf um den weiteren Ausbau der Handy-Antennen in der Schweiz ist wegen der neuen 5G-Technologie hochaktuell. Eine 2 Gigabyte grosse Datei übers mobile Datennetz in weniger als einer Sekunde herunterladen. Der Mobilfunkstandard 5G soll das möglich machen. Schon 2020 könnte das 5G-Netz in Betrieb gehen. Bis dann werden 70 Prozent der Weltbevölkerung ein Smartphone haben, so die Voraussage der EU. Doch nicht nur um den Nutzern mehr Speed zu bieten, wird das neue Datennetz geplant. 5G Soll auch neue Anwendungen erlauben, etwa um den selbstfahrenden Autos die Kommunikation untereinander zu ermöglichen. Deshalb war 5G am Mobile World Congress in Barcelona, der grössten Handymesse der Welt, das Topthema. Zig Hersteller haben Demonstrationen aufgebaut. Nokia, Qualcomm, Huawei und andere Ausrüster arbeiten daran, den neuen Standard zu etablieren. Auf dem Stand des südkoreanischen Unternehmens SK Telecom wurden mithilfe eines Holograms veranschaulicht. Für das schnelle Netz ist auch eine neue Infrastruktur notwendig. Künftige Handyantennen sollen aber nicht so gross sein, ... ... sondern gut versteckt werden. Etwa unter einem Gullideckel, wie hier von Ericsson demonstriert. Die Swisscom rechnet gemäss Grafik mit 1GBit/s für 5G, während in Barcelona Datenraten von bis zu 20 GBit/s demonstriert wurden.

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Ein Firmen-Chef wendet sich nur in besonderen Fällen mit einem offenen Brief direkt an die Öffentlichkeit. Swisscom-CEO Urs Schaeppi hat diesen Schritt am Sonntag unternommen. Mit einer Inseratekampagne auf zwei ganzen Seiten in sämtlichen grossen Schweizer Sonntagszeitungen: «SonntagsZeitung», «NZZ am Sonntag», «Sonntagsblick», «Zentralschweiz am Sonntag», «Le Matin Dimanche». Die Inserate sind einmalig, sagt Swisscom-Sprecher Josef Huber zu 20 Minuten.

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Das Anliegen von Swisscom-Chef: Es geht Schaeppi mit seinem offenen Brief um die laufende Umrüstung auf das Internetprotokoll für die Festnetztelefonie (IP) und um die anstehende Einführung der neuen Mobilfunktechnologie 5G.

Swisscom will tiefere Strahlenschutzwerte

Bei der neuen Mobilfunktgeneration 5G kämpft Swisscom darum, dass die Strahlenschutzzwerte für die Handyantennen gesenkt werden. Denn sonst könnten Swisscom wie auch Sunrise und Salt die bestehenden Antennen nicht aufrüsten: Bei unverändertem Gesetzgebung könnten 90 Prozent der heute bestehenden Antennen auf Stadtgebiet die Kapazitäten nicht erweitert werden.

Die zwei Seiten mit dem offenen Brief mit der Überschrift «Das gute, alte Telefon» sind ganz ohne Foto und nur mit kleinem Swisscom-Logo in der Ecke. Die Kosten dürften sich auf rund 250'000 Franken belaufen, wie Experten schätzen. Die Swisscom nennt keine Zahlen.

«Man sieht solch lange Textzitate heutzutage fast nicht mehr und wir spekulieren darauf, dass es deshalb so auffälig ist, dass es beachtet wird», sagt David Schärer von Rod Komunikation, der die Kampagne entworfen hat.

«Viel Geld für so eine Kampagne»

«Ich habe Zweifel, dass die Leute den langen Text überhaupt lesen», meint hingegen Reputationsexperte Bernhard Bauhofer. Der Vorteil der Kampagne sei, dass sie aus heiterem Himmel komme und allein dadurch Aufmerksamkeit errege, so Bauhofer von Sparring Partners.

Die neue Mobilfunk-Technologie 5G soll das Smartphone noch schneller machen. Vor allem aber ist die gesteigerte mobile Datenübertragung wichtig für selbstfahrende Autos oder der smarten Vernetzung von Apparaten. Mit 5G soll der Durchbruch des Internets der Dinge erfolgen. Schon 2020 soll das 5G-Netz in der Schweiz in Betrieb gehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yves Horner am 22.10.2017 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Und der Inhalt

    Ja und was steht den jetzt drin?

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  • Der Ironiker am 22.10.2017 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die Swisscom:

    Viel zu teueuer. Produkt A hängt von Produkt B ab welches Produkt C voraussetzt. Kein Schutz gegen unseriöse Callcenter. Kein Schutz gegen Ping-Betrug. Kein Schutz gegen Spoofing. Verkauf von Schweizer Nummern ins Ausland. Unnötige Roaming Gebühren.

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  • Mr. Right am 22.10.2017 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Das soll der offene Brief des Swisscom-Chefs.... wie bitte? Verstehe den Titel nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bea am 23.10.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit

    Noch schlechter schlafen? Es geht immer nur um Profit. Es reicht doch längst und mir ist die Gesundheit doch noch lieber

  • Coco am 23.10.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom

    Swisscom sollte zu erst einmal schauen, dass das jetzige System funktioniert.

  • HeLa7 am 23.10.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach nein die Swisscom

    Ich möchte wissen, wieviele Swisscom-Leute diese Diskussionen mit (bezahlten) Pro-Swisscom-Beiträgen und vielen "Anti-Likes" übersäht haben ....

  • Ironiker am 23.10.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlende Zukunft

    Das mag für die Zukunft heissen. Neue Technologie, neue Geräte und neue Abo-Verträge, welche ein wenig noch teurer sind, braucht es um in Genuss zu kommen für diesen Service. Mehr bezahlen, Umwelt und allgemeine Gesundheit der Leute noch mehr belasten.

  • Mänu am 23.10.2017 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht

    Es ist simpel: Wir brauchen es nicht.