Konsumentenschutz

17. Dezember 2012 11:12; Akt: 17.12.2012 13:59 Print

5000 Meldungen wegen Telefonterror

Missachtung des Sterneintrags im Telefonbuch und Lockvogelangebote halten die Konsumentenschützer auf Trab. Bereits sind 5000 Beschwerden eingegangen.

storybild

Trotz revidiertem Gesetz geht der Werbeterror am Telefon weiter. (Bild: colourbox.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit dem Inkrafttreten des revidierten Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) haben die Schweizer Konsumentenschützer über 5000 Beschwerden gesammelt. Nun will die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen Firmen in die Zange nehmen, die ihren Kunden unfaire Geschäftsbedingungen auferlegen.

Bisher hat sich die Allianz vor allem auf gesetzeswidrige Werbeanrufe, Adressbuchschwindel und Kaffeefahrten konzentriert, wie Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), am Montag vor den Medien in Bern sagte. Das neue UWG, das seit April in Kraft ist, reguliert solche Praktiken strenger.

Vor allem Beschwerden wegen Werbeanrufen

Laut Stalder betrafen rund 80 Prozent der Beschwerden Werbeanrufe: Firmen versuchten Personen am Telefon etwas anzudrehen, obschon diese mit einem Stern im Telefonbuch angegeben hatten, dass sie keine Werbeanrufe wünschen. Diese Praxis ist seit April verboten.

Mit dem neuen Gesetz haben der Bund sowie Konsumentenschutzorganisationen das Recht, Klage gegen Firmen wegen unlauteren Praktiken einzureichen. Laut Stalder haben die Konsumentenschützer in rund 50 Fällen von diesem Recht Gebrauch gemacht. Noch gebe es aber keine konkreten Ergebnisse.

Musterklage

Stalder fordert, dass der Bund stärker gegen unlautere Praktiken vorgeht. Nach ihrer Ansicht legt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) noch zu wenig Entschlossenheit an den Tag. «Das Seco steht auf die Bremse», kritisierte sie.

Im kommenden Jahr will die Allianz erstmals auch gegen missbräuchliche Allgemeine Geschäftsbedingungen juristisch vorgehen. «Wir prüfen eine Musterklage gegen einen besonders stossenden Missbrauch», kündigte Stalder an.

Politikerrating geplant

Die Allianz, welcher neben der SKS auch die Fédération romande des consommateurs sowie die Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana angehören, will sich weiter dafür einsetzen, dass Wechselkursgewinne an die Konsumenten weitergegeben werden und die Preise sinken.

Um ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen, will sie die Politiker stärker in die Pflicht nehmen. Bereits vor den nationalen Wahlen 2011 hatten die Konsumentenschützer die National- und Ständeratskandidaten unter die Lupe genommen und sie zur Unterzeichnung einer «Konsumentencharta» aufgefordert.

Nun wollen sie prüfen, ob die etwa 60 Parlamentarier, welche die Charta unterschrieben haben, ihre Versprechen eingehalten haben, wie der Generalsekretär der Fédération romande des consommateurs, Mathieu Fleury, erklärte. Zu diesem Zweck soll ein Rating erstellt werden, das anhand des Abstimmungsverhaltens zeigt, welche Politiker sich für die Anliegen der Konsumenten einsetzen.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cassie am 17.12.2012 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmal umdrehen!

    Habe mal den Spiess umgedreht und nachdem ich mehrmals belästigt wurde, über eine Stunde immer wieder die Wahlwiederholung gedrückt! Hat funktioniert :-D

  • A.M. am 19.12.2012 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    der Computer wählt automatisch

    An alle die geplagt sind, auch ohne Eintrag oder mit Stern: Viele CallAgenten sehen nicht mal die Telefonnummer, sondern das erledigt ein Computer per Zufallsgenerator für sie. Jedesmal wenn jemand das Telefonabnimmt wird die Nr. gespeichert und in die Datenbank eingetragen. Also unbekannte Nr. immer mit vorsicht entgegenhemne.

  • Lucky Luciano am 17.12.2012 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erfahrung in diesem Bereich 

    2008, als die Krise da war, war ich gezwungen in Callcenter zu arbeiten. Das sind meine Erfahrungen: 1. Der Stundenlohn war miserabel 2. Ich musste eine Verkaufsquote halten, bei mehrmaligen Versagen drohte die Kündigung 3. Es gab keine Provision 4. Leute mit ausländischem Nachnamen durften einen Falschen schweizerischen Namen benutzen, die Firma wusste bescheid und billigte es. 5. Man wurde heimlich kontrolliert 6. Man wurde geschult, die Menschen am telefon zu halten auf und jeden Einwand geschickt zu antworten

Die neusten Leser-Kommentare

  • A.M. am 19.12.2012 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    der Computer wählt automatisch

    An alle die geplagt sind, auch ohne Eintrag oder mit Stern: Viele CallAgenten sehen nicht mal die Telefonnummer, sondern das erledigt ein Computer per Zufallsgenerator für sie. Jedesmal wenn jemand das Telefonabnimmt wird die Nr. gespeichert und in die Datenbank eingetragen. Also unbekannte Nr. immer mit vorsicht entgegenhemne.

  • Judith am 18.12.2012 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stern & Telefonbucheintrag ...

    .... löschen nützt nix. Die Telefonnummern werden wie die Adressen von Adressbrokern verkauft und gekauft. Wessen Tel. Nr. einmal in Umlauf ist, der wird wohl für alle Zeiten so Anrufe erhalten. Adressen und Tel. Nrn. sind Handelswaren und werden schon lange nicht mehr aus dem Tel. Buch raus gesucht. Wir haben seit Jahren keinen Eintrag mehr im Tel. Buch und haben nur noch wenig Werbeanrufe.

  • Tom am 18.12.2012 00:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuhören

    Ich arbeite Teilzeit in einem Marktforschungsinstitut. Kein Verkauf. Interessant dass viele einem nicht mal ausreden lassen und sofort auf ihren Stern im Telefonbuch verweisen. Und nicht mal wissen dass der Stern Verkaufsanrufe und Werbeanrufe verbietet. Was mit Umfragen nichts zu tun hat. Diejenigen welche sofort sauer werden oder auflegen ohne einem Ausreden zu lassen tun mir leid. Es gibt wohl keine grösseren Probleme auf der Welt für diese Menschen. Dann ruft man halt später wieder an. Lasst doch die Leute ausreden. Wenn ihr kein Interesse habt sagt es. Und wenn ihr keine Anrufe mehr von dem Unternehmen wollt sagt einfach ihr möchtet aus der Datenbank gelöscht werden. Ist doch kein Problem. Natürlich gibt es auch unseriösen Institute wie in jeder Branche. Bitte nicht alle über einen Topf werfen.

  • Lucky Luciano am 17.12.2012 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erfahrung in diesem Bereich 

    2008, als die Krise da war, war ich gezwungen in Callcenter zu arbeiten. Das sind meine Erfahrungen: 1. Der Stundenlohn war miserabel 2. Ich musste eine Verkaufsquote halten, bei mehrmaligen Versagen drohte die Kündigung 3. Es gab keine Provision 4. Leute mit ausländischem Nachnamen durften einen Falschen schweizerischen Namen benutzen, die Firma wusste bescheid und billigte es. 5. Man wurde heimlich kontrolliert 6. Man wurde geschult, die Menschen am telefon zu halten auf und jeden Einwand geschickt zu antworten

  • Cassie am 17.12.2012 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmal umdrehen!

    Habe mal den Spiess umgedreht und nachdem ich mehrmals belästigt wurde, über eine Stunde immer wieder die Wahlwiederholung gedrückt! Hat funktioniert :-D