Finma-Bericht

01. Dezember 2012 11:31; Akt: 01.12.2012 11:32 Print

Adoboli war ein Ladendieb – UBS liess ihn zocken

Die UBS wusste, dass ihr Händler Kweku Adoboli in New York IT-Zubehör gestohlen hatte. Trotzdem liess sie ihn mit Milliarden jonglieren – und beförderte ihn sogar.

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Der englische Bericht der Finanzaufsicht Finma, der Anfang der Woche erschienen ist, bringt pikante Details im Fall des Ex-UBS-Zockers Kweku Adoboli ans Licht: Der Händler, der der Bank einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar bescherte, war offenbar ein Ladendieb. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, wurde er vor einigen Jahren von der New Yorker Polizei verhaftet, weil er IT-Zubehör gestohlen hatte. Adoboli wurde dafür nie vor Gericht verurteilt, weil es zu einem Vergleich kam.

Das Brisante an der Geschichte: Die UBS wusste von dem Vorfall und liess ihn trotzdem mit Milliardenbeträgen jonglieren. Und nicht nur das: Der Händler, der für seine illegalen Spekulationen mittlerweile zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, war sogar befördert worden.

Die UBS merkte einen Monat nichts vom Milliardenverlust

Der Finma-Bericht beschreibt auch im Detail, wie es zum 2-Milliarden-Debakel kommen konnte. Unter anderem waren die Kontrollen über die Spekulationen von Adobolis Team nach Indien ausgelagert worden. Die Inder erstellten mit 14 Tagen Verspätung jeweils einen detaillierten Bericht, der auch über laufende Geschäfte Auskunft gab. Schon allein diese Praxis mit der eingeplanten Verspätung von 14 Tagen war ein grosses Risiko, denn gemäss Finma sollten es höchstens drei Tage sein.

Doch es kam noch schlimmer: Während mehreren Monaten gab es wegen einer Reorganisation gar keine Detail-Berichte zu laufenden Geschäften – so auch zu der Zeit, als Adoboli den Hauptverlust von 2,1 Milliarden Dollar in den Sand setzte. Die UBS merkte mehr als einen Monat lang nicht, dass sie wegen Adoboli viel Geld verloren hatte.

Die Finma schreibt in ihrem Fazit, die UBS habe ihre Kontrollfunktion vernachlässigt. Zudem habe sie falsche Anreize gesetzt, indem sie einem Händler, der offenkundig mehrmals gegen die Regeln verstossen hatte, markante Lohnerhöhungen und Boni gewährte. Als Konsequenz nimmt die Finma die UBS an die kurze Leine: Die Grossbank erhält einen Aufpasser, der sie laufend überwacht.

(rey)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael am 01.12.2012 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Tal der Ahnungslosen

    "Mit den Bankern der UBS können Sie ein kleines Vermögen machen, wenn sie vorher ein Grosses hatten!" .... Sind nicht alle Banke(n)(r) Ladendiebe....?

  • Unfallbeobachter am 01.12.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Krasse Outsourcing-Konsequenzen

    2,1 Mrd. Verlust im Handel und ein massiver Reputationsschaden. Hat sich das Outsourcing nicht von IT-Aufgaben, nein von Controlling!!! nach Indien gelohnt? Berichte mit geplant 14 tägiger-Verspätung? Mein Respekt vor der Organisationsleistung von Grosskonzernen ist ins Wanken geraten.

  • Nico am 01.12.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Andere tragen Mitschuld

    Sieht so aus als ob die ubs einfach einen Sündenbock gesucht hat und eigentlich auch Schuld daran trägt. Ich finde er hat trotzdem eine Strafe verdient, schliesslich hat er viel Geld verspekuliert, aber so eine Strafe ist nicht angebracht. Ich denke da sollte man andere gleich und höher bestrafen als ihn. Schade, wenns um Geld geht sieht die Sache immer anderst aus......

Die neusten Leser-Kommentare

  • homo oeconomicus am 03.12.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    mal schauen, was uns die NSB mit den "Kuckucks-Euro's" noch an faulen Eiern und Verlusten im Nest beschert. Einigen wird noch hören und staunen vergehen ...

  • Michael am 01.12.2012 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Tal der Ahnungslosen

    "Mit den Bankern der UBS können Sie ein kleines Vermögen machen, wenn sie vorher ein Grosses hatten!" .... Sind nicht alle Banke(n)(r) Ladendiebe....?

  • Reto Kirchner am 01.12.2012 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld!!!

    Ich bin überzeugt, dass fast alle, die hier seinen hass gegenüber eine weltweit sehr erfolgreiche SCHWEIZER Unternehmu verbreiten, keinen rappen wegen der UBS verloren hat. Kommt jetztnicht mit :"die ubs existiert dank meinen Steuern" wenn hier jemand einen hauch von der Wirtschaft verstehen würde, müsste niemand hier negative Meinungen verbreiten. Viele haben geld an der börse verloren. Meckern leute die im casino geld verlieren auch so über den spielautomaten, in dem sie das geld einwerfen? Ich glaube kaum. Aber wenn man an der börse SPEKULIERT, ist grad die Bank schuld.

  • Robi am 01.12.2012 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit meinem Geld von der UBS

    So! Ein grossteil meines Vermögens ist schon länger weg von der UBS, mal in den nächsten Tagen den Rest wegtransferieren und die Konten schliessen. Sehr schade. Zu Zeiten als es noch der Bankverein war, war die Welt in Ordnung, die UBS war und ist mir immer unsympathisch gewesen. Auch die Kundenbetreuer die mich dauernd nervten obwohl ich mehrmals sagte, ich verwalte alles selbst, hatten nicht viel Ahnung von der Sache. Die UBS bietet alles negative und wüste, das nicht sein dürfte. Schade...

  • Nico am 01.12.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Andere tragen Mitschuld

    Sieht so aus als ob die ubs einfach einen Sündenbock gesucht hat und eigentlich auch Schuld daran trägt. Ich finde er hat trotzdem eine Strafe verdient, schliesslich hat er viel Geld verspekuliert, aber so eine Strafe ist nicht angebracht. Ich denke da sollte man andere gleich und höher bestrafen als ihn. Schade, wenns um Geld geht sieht die Sache immer anderst aus......