Verhandlungen bis Oktober

25. September 2017 15:10; Akt: 25.09.2017 18:52 Print

Air Berlin geht an Lufthansa und Easyjet

Die insolvente Airline hat seit September insgesamt 16 Angebote erhalten, beschränkt sich nun aber auf zwei. Rund 80 Prozent der Angestellten haben angeblich gute Jobaussichten.

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Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin gibt es nach Angaben des Unternehmens gute Jobperspektiven für einen Grossteil der Beschäftigten. «Wir sind auf dem Weg, für rund 80 Prozent unserer Kolleginnen und Kollegen gute Chancen für neue Arbeitsplätze bei den Bietern erreichen zu können», erklärte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Aufsichtsrates. Es seien insgesamt 16 Angebote «unterschiedlicher Qualität» eingegangen.

Air Berlin verhandelt nun exklusiv mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet über den Verkauf von Unternehmensteilen. Es gibt zurzeit keine unterschriebenen Verträge. Das Unternehmen hofft, bis zum 12. Oktober die Details regeln zu können.

Air Berlin wird ihr Langstreckenangebot bis am 15. Oktober 2017 vollständig beenden, wie es in der Medienmitteilung heisst. Grund sei, dass die Flugzeugsleasingfirmen ihre Airbus A330-Jets zurückzögen.

Lufthansa will Niki, Easyjet will Flieger

Die Lufthansa habe für die Air-Berlin-Töchter Niki und Luftverkehrsgesellschaft Walter sowie weitere Teile geboten, teilte das Unternehmen mit. Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen eröffne eine Perspektive für mehrere tausend Mitarbeiter.

Easyjet will demnach einen Teil der Flotte kaufen, die Rede war von 27 bis 33 Flugzeugen. Dadurch ergäben sich ebenfalls Perspektiven für neue Arbeitsplätze für die Air-Berlin-Mitarbeiter. Darüber hinaus gebe es auf dem Arbeitsmarkt eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern.

Staatlicher Überbrückungskredit

Bei Air Berlin arbeiten mehr als 8500 Menschen. Die Airline hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Das Bieterverfahren lief bis Mitte September.

Zur Sicherung des Flugbetriebs hat Air Berlin einen Überbrückungskredit von der Bundesregierung bekommen. Wenn die Abschlüsse mit Lufthansa und Easyjet wie geplant «finalisiert» würden, bestehe eine gute Chance, den Kredit zurückzuzahlen, erklärte Air Berlin. Über den Kaufpreis sei aber Stillschweigen vereinbart worden. Medienberichten zufolge rechnet der Gläubigerausschuss mit bis zu 350 Millionen Euro.

Allerdings sei ein stabiler Flugbetrieb in den kommenden Tagen und Wochen Grundvoraussetzung für den Erfolg der Verhandlungen, warnte der Generalbevollmächtigter Frank Kebekus am Montag. «Alles andere gefährdet die Verhandlungen.» Ungewöhnlich viele Krankmeldungen von Piloten hatten vor zwei Wochen zu zahlreichen Flugausfällen und damit zu einem Vertrauensverlust von Passagieren geführt.

(mch/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kain Spam am 25.09.2017 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Landerechte

    Das einzig wertvolle an Air Berlin sind die Start- und Landerechte.

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  • Kain Spam am 25.09.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Flugzeuge kaufen?

    Normalerweise sind die Flugzeuge nur geleast und bleiben im Eigentum der Leasingfirma.

  • Sehrgeyfährlich am 25.09.2017 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geleaste Flugzeuge

    Air Berlin hat nur geleaste Flugzeuge.. Was möchte man hier kaufen? Sie sind im Besitz der Leasingfirma.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Oberländer am 26.09.2017 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Klare Sache

    Das war doch von Anfang an schon klar. Der Kuchen war schon vor der ersten Pressemeldung aufgeteilt. Und Lufthansa hatte ja auch das grösste Interesse am Niedergang von Air Berlin.

  • xy am 26.09.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    subvention in EU

    ich dachte subventionen in die privatwirtschaft ist verpönt in der EU, da es gegen die freie marktwirtschaft ist. Jedenfalks werden die nahost airline dafür angeprangert. aber wie damals mit der autoindustrie, wirds nur kritisiert, wenns die andern machen.

    • hotzenblitz am 26.09.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @xy

      dann erstmal die Subventionen in der Schweizer Landwirtschaft abschaffen und dann mal über die EU reden.

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  • UTler am 26.09.2017 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Deal

    Easyjet spielt das ganze Perfekt in die Hände. Aufgrund des Brexits wird der Hauptsitz wohl voraussichtlich nach Wien gehen. Durch die Übernahme können gleich die Kapazitäten in Zentraleuropa günstig ausgebaut werden. Auf der anderen Seite wird LH jetzt stärker im Urlaubssektor und kann so gut diversifizieren. Am Ende wohl das Beste für alle.

  • Easyjet-Fan am 26.09.2017 03:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super freut mich

    Find ich gut, das Easyjet und Lufthansa zum Zuge kommen, denn gemeinsam mit Ryanair haben diese Firmen den Flugverkehr revolutioniert und für Normale Menschen bezahlbar gemacht. Habe bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht mit Easyjet ausserdem haben sie die jüngste und sicherste Flieger flotte, wenn ich mich recht entsinne dann war Airberlin an zweiter Stelle... und nein die Flieger sind nicht alle geleast geschweige denn was passiert wenn der Leasing vertrag ausläuft... logisch oder?

  • Jonny sh am 25.09.2017 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Das wäre der Moment gewesen, günstig zu einer neuen Swissair zu kommen.

    • Phil Krill am 27.09.2017 02:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jonny sh

      ... zu einer Swissair kommt man nie günstig. Dazu braux cht es viel Zeit, längerfristig denkende Manager, Personal das am gleichen Strick zieht - ob Pilot oder Kabinenreinigung, Respekt, Unterstützung vom Volk und allen Generationen und auch der Politik. So gesehen wird es nie wieder eine Swissair geben. Währe in der heutigen, egonarzisstischen Zeit auch nicht überlebensfähig ...

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