Luftverkehr

06. Mai 2017 21:49; Akt: 06.05.2017 21:53 Print

Alitalia steht kurz vor dem Grounding

Die italienische Fluggesellschaft hat Schulden von insgesamt drei Milliarden Euro. Dem Unternehmen droht das Aus, mehr als 12'000 Jobs stehen auf dem Spiel.

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Überlebenschance der Airline soll überprüft werden: Parkierte Flugzeuge der Alitalia auf dem Flughafen Rom-Fiumicino. (26. April 2017). (Bild: Keystone/Telenews)

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Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hat der italienischen Regierung zufolge bis Ende Februar Schulden von rund drei Milliarden Euro angehäuft. Dazu gehörten kurzfristige Verbindlichkeiten von etwa 2,3 Milliarden Euro.

Drei Sonderverwalter sollen prüfen, ob es eine Überlebenschance für die Airline gibt oder ob sie abgewickelt wird, wie die Regierung heute in einem Dokument mitteilte. Wirtschaftsminister Carlo Calenda hatte zuletzt die Einleitung des Verkaufsprozesses binnen zwei Wochen in Aussicht gestellt. Nach dem Scheitern eines Rettungsplans am Widerstand der Mitarbeiter hatte die Alitalia-Führung bei der Regierung in Rom einen Antrag auf Sonderverwaltung gestellt.

Eine Million Euro Verlust pro Tag

Einer der Sonderverwalter sagte bereits, die Kosten der Airline etwa für Wartung, Leasing und Treibstoff seien zu hoch und müssten drastisch gekürzt werden, um die Gesellschaft für einen möglichen Käufer interessant zu machen. Insidern zufolge fliegt Alitalia derzeit eine Million Euro Verlust am Tag ein.

Dem Unternehmen droht das Aus, nachdem sich die Mitarbeiter gegen einen Rettungsplan ausgesprochen haben, der unter anderem Einschnitte bei Stellen und Gehältern vorsah. Nun stehen mehr als 12'000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Regierung in Rom hat einen Brückenkredit von 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, eine Verstaatlichung aber ausgeschlossen. Auch europäische Konkurrenten wie die Lufthansa oder der Billigflieger Norwegian Air winkten ab.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarawak am 06.05.2017 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bogen überspannt

    Sollte Alitalia gegrounded werden kann dies zu 100% den Gewerkschaften verdankt werden. Sie haben die Arbeitnehmer dazu bewogen nicht in ein Gesundungsprogramm einzuwilligen und haben auch Entlassungen der überzähligen Angestellten verhindert. Sollte die Airline gegrounded werden, haben alle verloren.

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  • Hr Schmidt am 07.05.2017 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer nicht will hat gehabt

    Die Mitarbeiter haben sich gegen einen Rettungsplan ausgesprochen. Dann müssen sie halt die Konsequenzen ziehen. So einfach ist das. Wäre nicht die einzige Fluggesellschaft, die wegen den Mitarbeitern Konkurs gegangen ist.

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  • USMC am 06.05.2017 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Rettungsplan verworfen, dafür jetzt alle auf der Strasse. Intelligente Lösung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steven R am 08.05.2017 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Stehaufmännchen.

    Ich zweifle am Tod der Alitalia. Es war schon so oft sehr knapp. Und immer wieder kam sie wieder hoch. Alitalia ist ein wirtschaftliches Rätsel.

  • Don L am 08.05.2017 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egalité, fraternité, solidarité: eguaglianza, frat

    Lieber alle arbeitslos werden und dann vom Staat leben als Aussicht auf einer Arbeit haben: Falsche Solidarität.

  • Th1990 am 08.05.2017 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und das top ...

    ... Management verdient hoffentlich weniger als ein Crew Mitglied - bei der Leistung wäre ales andere eine Frechheit!

  • Hoffmann am 08.05.2017 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    67'000 CHF pro Mitarbeiter und Jahr

    Gemäss anderen Berichten hat die ital. Regierung in den letzten 10 Jahren 7,4 Mrd. Euro in die Fluggesellschaft gesteckt. Das macht bei 12'000 Angestellten den stolzen Betrag von knapp 62'000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr! Möchte wissen welcher Investor sich so etwas ans Bein bindet. Liebe Lufthansa, lasse lieber die Finger davon.

  • Willi Zbinden am 08.05.2017 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fluggesellschaften vor dem Untergang Retten

    Nun passiert hoffentlich nicht das gleiche wie in der Schweiz mit dem Alzheimer geplagten Lufthansa-Swiss Vogel. Ich Wünsche Italien viel Glück und vor allem eine bessere Lösung.

    • Lumpenotto am 08.05.2017 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Willi Zbinden

      Besser? Was meinen sie bitte genau? Die Lufthansa hat euren Pleitegeier wieder vom Boden geholt. Als schön langsam.

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