Ospel, Kurer & Co.

18. Dezember 2012 11:41; Akt: 18.12.2012 12:19 Print

Anwalt fordert Klagen wegen Libor-Skandal

von Lukas Hässig - Der Robin Hood der Kleinaktionäre schlägt wieder zu: Rechtsanwalt Hans-Jacob Heitz fordert die UBS auf, im Libor-Skandal Klagen gegen die ehemaligen Verantwortlichen zu prüfen.

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Schweigen bei der UBS: Die Grossbank hat in den letzten Tagen mehrfach eine Stellungnahme zu den Libor-Problemen und einer möglichen Rekordbusse abgelehnt. (Bild: Keystone)

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In diesen Tagen entscheidet sich, ob die UBS eine Milliardenbusse bezahlen muss für einen systematischen Betrug im Zusammenhang mit dem Welt-Zinssatz. Die Schweizer Grossbank muss sich wohl schuldig bekennen. Sie hat Dutzende von Händlern gefeuert.

Weiteres Ungemach ist auch nach einem Deal mit den wichtigsten Behörden in Amerika, England und der Schweiz absehbar. Eine zivile Klagewelle rollt auf die UBS und weitere Libor-Grossbanken zu. Erste Sammelklagen in den USA wurden schon vor Monaten eingereicht. Forderungen in Milliardenhöhe stehen im Raum.

Robin Hood der Aktionäre macht Dampf

Jetzt kommt es auch in der Schweiz zum ersten Vorstoss. Lanciert wird dieser von Hans-Jacob Heitz, einem umtriebigen Rechtsanwalt, der sich auch schon mit eigener Partei für den Ständeratswahlkampf 2011 portieren liess. Beim Untergang der Swissair kämpfe Heitz an vorderster Front für die Aktionäre. Er gilt als Robin Hood der Kleinaktionäre.

Aktiv wird Heitz auch im Fall UBS. Seit Ausbruch der Krise vor fünf Jahren legt sich Heitz an Generalversammlungen ins Zeug. Jetzt legt er nach. In einem Brief an UBS-Präsident Axel Weber und die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats fordert Heitz Klagen gegen die früheren Verantwortlichen zu prüfen.

Solche Verantwortlichkeitsklagen, die direkt auf die obersten Ex-Chefs zielen, hat die Bank bisher immer abgelehnt; dies, obwohl die Aktionäre die Décharge für das Geschäftsjahr 2007 für die obersten Führungsleute, darunter die ehemaligen Präsidenten Marcel Ospel und Peter Kurer und die früheren CEOs Peter Wuffli und Marcel Rohner, abgelehnt hatten. Der Entscheid gilt als einzigartig.

«Problemkreis rasch bereinigen»

Anwalt Heitz versteht seinen Vorstoss «im Interesse einer grossen Zahl von bislang durch mich vertretenen UBS-Aktionären». Es gehe dabei auch um die «Glaubwürdigkeit» der Bank. Verantwortlichkeitsklagen seien nicht nur für 2007, sondern auch für die nachfolgenden Jahre 2008 und 2009 zu prüfen, fordert Heitz.

Er begründet dies damit, dass «die LIBOR-Unregelmässigkeiten weder eine bekannt gegebene Tatsache waren (...) noch die Aktionäre davon selbst bei gebotener Sorgfalt Kenntnis haben konnten». Nötig sei ein schnelles Vorgehen. «Persönlich vertrete ich die Auffassung, dass der Verwaltungsrat gut beraten wäre, diesen Problemkreis rasch zu bereinigen, statt dies auf die Generalversammlung 2013 zu verschieben, denn der (weltweit kommunizierte) Unmut der Aktionäre wäre Ihnen (einmal mehr) sicher», hält der Zürcher Anwalt in seinem Brief fest.

Schweigen bei der UBS

Die UBS hat in den letzten Tagen mehrfach eine Stellungnahme zu den Libor-Problemen und einer möglichen Rekordbusse abgelehnt. Sie betonte, mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren.

Angelsächsische Medien rechnen am Dienstag mit einer Bekanntgabe einer hohen Busse und einem Schuldeingeständnis für die mehrfache Manipulation des Libor-Zinses in Japan. Die «Financial Times» berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass mehrere Dutzend UBS-Mitarbeiter und -Manager von den laufenden Verfahren betroffen sind.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Juso am 18.12.2012 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UBS gehört verstaatlicht

    Wir haben genug von den UBS-Spielchen, diese Bank kann sich scheinbar selbst nicht regulieren.

  • Der Kritiker am 18.12.2012 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Klarer Fall

    Es darf nicht sein, dass Einzelpersonen "Verbrechen" begehen, und am Schluss blutet der Aktionär und damit wir alle. Es wird Zeit, dass auch die Bank gegen solche Mitarbeiter klagt. Dass diese Praktiken missbräuchlich sind, ist jedem halbwegs intelligenten Menschen klar. Dass überbezahlte Banker davon nichts wissen sollen, ist sehr unwahrscheinlich.

  • Ueli am 18.12.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    immer die UBS

    Die UBS war nur eine von vielen, die da mitgemacht haben. Glaube nicht, dass die UBS drahtzieher von einem Britischen (zumindest anfänglich) Skandal ist. Wie kann die Financial Times noch etwas berichten? die gibts doch seit letzter woche nicht mehr? oder habe ich da was verpasst?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 18.12.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    immer die UBS

    Die UBS war nur eine von vielen, die da mitgemacht haben. Glaube nicht, dass die UBS drahtzieher von einem Britischen (zumindest anfänglich) Skandal ist. Wie kann die Financial Times noch etwas berichten? die gibts doch seit letzter woche nicht mehr? oder habe ich da was verpasst?

  • Juso am 18.12.2012 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UBS gehört verstaatlicht

    Wir haben genug von den UBS-Spielchen, diese Bank kann sich scheinbar selbst nicht regulieren.

  • Der Kritiker am 18.12.2012 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Klarer Fall

    Es darf nicht sein, dass Einzelpersonen "Verbrechen" begehen, und am Schluss blutet der Aktionär und damit wir alle. Es wird Zeit, dass auch die Bank gegen solche Mitarbeiter klagt. Dass diese Praktiken missbräuchlich sind, ist jedem halbwegs intelligenten Menschen klar. Dass überbezahlte Banker davon nichts wissen sollen, ist sehr unwahrscheinlich.