«Paradise Papers»

06. November 2017 22:00; Akt: 07.11.2017 03:12 Print

Apple hat ein neues Steuerschlupfloch

2013 stopfte Irland eine Hintertür in seinem Steuer-Gesetz, mit der Apple Milliarden sparte. Kurz darauf hat sich der Konzern eine neue Steueroase gesucht.

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Musste bereits 2013 vor dem US-Senat wegen Apples Steuerpraktiken aussagen: Apple-CEO Tim Cook. (6. November 2017)

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Der US-Technologieriese Apple, die profitabelste Firma der Welt, hat eine neue Steuer-Struktur geschaffen, mit denen der Grosskonzern Milliarden an Profite an Steuerbehörden vorbeischleusen könnte. Das zeigen Enthüllungen rund um die «Paradise Papers», wie die BBC und die «New York Times» berichten.

Den Meldungen zufolge schaute sich Apple ab 2013, nachdem Irland ein riesiges Steuerschlupfloch gestopft hatte, aktiv nach einer neuen Steueroase um. Der Tech-Riese verlagerte dann den Grossteil seiner unbesteuerter Offshore-Gelder – gemäss der BBC insgesamt 252 Milliarden Dollar – auf die Insel Jersey im Ärmelkanal.

Apple sagt zur Enthüllung, die neue Struktur habe «die Steuern der Firma in keinem Land gesenkt». Der Konzern habe zudem alle Gesetze befolgt und sei weiterhin der weltgrösste Steuerzahler. Allein in den letzten drei Jahren habe die Firma 35 Milliarden Dollar Unternehmenssteuern abgedrückt.

Nur 2 Prozent Steuern mit dem «Double Irish»

Bis 2014 nutzte Apple ein Steuerschlupfloch im irischen Steuergesetz, das als «Double Irish» bekannt wurde. Damit konnte die US-Firma alle ausländischen Verkäufe durch ihre irischen Ableger schleusen und so fast keine Steuern auf die daraus erwachsenen Profite zahlen. Ausländische Verkäufe machen mehr als die Hälfte von Apples Einnahmen aus.

Apple senkte mit dem «Double Irish» den effektiven Steuersatz auf ausländische Profite nicht bloss von den 35 Prozent Unternehmenssteuern in den USA auf die relativ niedrigen 12,5 Prozent in Irland. Gemäss der BBC überstiegen die Steuern, die der US-Konzern im Ausland zahlte, selten 5 Prozent der Profite, die die Firma aus dem Ausland einfuhr. In einigen Jahren sank dieses Verhältnis gar unter 2 Prozent.

Zusammenarbeit von 381 Journalisten

Die Paradise Papers umfassen 1,4 Terabyte Daten der internationalen Kanzlei Appleby mit Sitz auf den Bermudas. Sie umfassen den gesamten Geschäftsverkehr der Firma: Verträge, E-Mails, behördliche Dokumente, alles bis 2016. Dazu die staatlichen Firmenregister von 19 Steueroasen und die Daten eines Trusts namens Asiatici.

381 Journalisten, darunter ein Team vom «Tages-Anzeiger» und der «SonntagsZeitung», veröffentlichen seit Sonntag ihre Recherchen in den 13,4 Millionen Dokumenten. Sie gelangten vor mehr als einem Jahr an die «Süddeutsche Zeitung» in München.

(mch)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 06.11.2017 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirklich wahr

    Bin ich verwundert/Überrascht? Nein, nicht wirklich! Wird mir Übel anhand dieser Machenschaften? Ja!

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  • Linsenkopf am 07.11.2017 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Los jetzt

    Jetzt soll der Trump(el) mal auf seine eigenen Firmen los - aber es ist natürlich einfacher andere Staaten zu beschimpfen und irgendwelche Abkommen (z.B. Fatca) zu diktieren.

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  • Stiller Beobachter am 07.11.2017 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt an uns

    Ja ja, zuerst die Firma unterstützen, und dann Moralapostel spielen. Einfach diese Marke nicht mehr kaufen und bluten lassen. Bestrafen kann man diese Firma ja doch nicht. Die Richter sind schon eingekauft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jannik am 08.11.2017 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Poor Apple

    Warum sollte Apple auch Steuern bezahlen. Die verdienen ohnehin viel zu wenig.

  • lirumlarum am 08.11.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Es ist doch fast pflicht für einen Gewinnorientierten Konzern so wenig Steuern wie möglich zu bezahlen. Schon im Sinne der Aktionäre. Das die Tricks aber möglich sind ist der Politik anzukreiden, denen solche Spässe offensichtlich grundsätzlich vollkommen egal sind, bzw selber unterstützen für die eigene Firma. Und Parteien die für so etwas stehen haben ja auch noch überall zulauf, also sich beschweren und dann genau solche Leute wählen ist doch irgendwie unsinn??

  • Phil am 08.11.2017 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Produkte von Firmen......

    welche keine angemessenen Steuern bezahlen und dies in dem Land in welchem sie ihre Produkte produzieren und verkaufen wollen, könnte man von Staates wegen verbieten. Das würde relativ rasch zu einer Besserung der Geschäftspraktiken führen. Versteuert wird dort wo das Geschäft gemacht wird und nicht irgendwo wo es gerade günstig ist.

    • Fred2 am 08.11.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Phil hats verstanden

      Das präge ich schon seit Jahren. Solche Firmen sollten Steuern entsprechend dort zahlen wo sie die Produkte auch verkaufen also entsprechend Umsatz generieren. Bei Firmen wie Apple halt auf der ganzen Welt.

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  • Leser am 08.11.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Kaffee

    All diese Steuerpraktiken sind set sehr langem bekannt. Das einzige was neu ist, sind die Namen der Privaten. Die Politik hat nichts gemacht. D und F zeigen lieber auf den Splitter im CH Auge als dass sie den Balken in der EU.

  • Fäbu am 08.11.2017 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles machen zum Sparen

    Tja und wen alle Locher gestopft sind gibt es noch die Nordkoreanische Nationalbank Die würden alles machen!!