Nomophobie

02. August 2010 23:01; Akt: 02.08.2010 22:44 Print

Arbeiten am Strand macht krankArbeiten am Strand macht krank

von Elisabeth Rizzi - Wegen iPhone, Blackberry & Co. sind immer mehr Angestellte selbst in den Ferien erreichbar. Firmen unterstützen den Stress. Folge: Leistungseinbussen.

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Freizeit und Arbeitszeit verschmelzen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zunehmend. (colourbox.com)

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Arbeitszeit und Freizeit verschmelzen zunehmend. In den USA nehmen bereits über 80 Prozent aller Manager ihr Blackberry in den Urlaub mit. Auch in der Schweiz wächst die Zahl der ständig Erreichbaren. Inzwischen gibt es einen offiziellen Ausdruck für die Angst vor dem Offline: Nomophobie. Laut einer britischen Studie leidet über die Hälfte der Handybesitzer darunter. Die ständige Erreichbarkeit hat Nebenwirkungen: Nicola Jacobshagen, Arbeitspsychologin an der Uni Bern, nennt Konzentrations- und Leistungseinbussen. Deutsche Experten schätzen, dass bis zu 40 Prozent der Manager an Konzentrationsschwäche leiden, bedingt durch mobile Hektik.

«Die meisten Schweizer Firmen haben dieses Problem nicht erkannt», rügt Jens Meissner, Experte für Organisationskommunikation an der Hochschule Luzern. Problematisch sei, dass Mitarbeiter gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ständig erreichbar sein wollen. Firmen schieben dem keinen Riegel vor. In der Zürcher Star-Kanzlei Lenz & Staehelin heisst es etwa: «Unsere Anwälte haben diesen Beruf selbst gewählt. Sie wissen, worauf sie sich einlassen.» Also auch auf Arbeit nachts und in den Ferien. Auch Swisscom, PostFinance, Helvetia oder Helsana haben kein Erreichbarkeitsverbot im Urlaub. Einzig die ZKB verzichtet auf Blackberrys. Totale Ruhe gibt es nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hier sollen ab Oktober Blackberry-Dienste abgeschaltet werden.

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