Bonität zurückgestuft

20. November 2012 01:03; Akt: 20.11.2012 09:44 Print

Frankreich verliert sein Triple-A

Die finanziellen Negativ-Schlagzeilen für Frankreich reissen nicht ab: Nun entzieht die Ratingagentur Moody's der Grande Nation die Topbonität.

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Moody's stuft die Bonität von Frankreich zurück. (Bild: Keystone)

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Frankreich verliert auch bei der US- Ratingagentur Moody's seine Bestnote für die Kreditwürdigkeit. Zehn Monate nach Standard&Poor's stufte auch Moody's das Land am späten Montagabend von Aaa auf Aa1 ab.

Moody's begründete den Schritt damit, dass Frankreichs langfristige wirtschaftliche Wachstumsaussichten sich eingetrübt hätten. Der Ausblick bleibt negativ, damit droht eine weitere Abstufung.

Das Land habe an Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst, erklärte die Ratingagentur in Frankfurt. Der finanzielle Ausblick sei unsicher. Es sei auch immer weniger berechenbar, wie Frankreich künftige Schocks in der Eurozone verkrafte.

«Immer noch hoch bewertet»

Moody's betonte, dass Frankreich immer noch sehr hoch bewertet sei. Die Wirtschaft des Landes sei breit aufgestellt und es gebe einen starken Reformwillen, führte die Ratingagentur auf der Positivseite auf.

Auf der Negativseite verbuchte Moody's dagegen das ihrer Meinung nach übermässig grosse Bankensystem und die engen Handelsverflechtungen mit den Problemländern innerhalb der Eurozone.

Regierung macht Sarkozy verantwortlich

Die Regierung in Paris machte ihre konservativen Vorgänger für die Herabstufung verantwortlich. Die Moody's-Entscheidung reflektiere, dass die Vorgängerregierungen zu wenig für die Haushaltssanierung und die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft getan hätten, kommentierte Finanzminister Pierre Moscovici.

Die seit Mai amtierende sozialistische Regierung unter François Hollande habe hingegen entschlossen Reformen eingeleitet und werde dies auch weiter tun. Die französischen Staatsanleihen gehörten weiterhin zu den sichersten in der Eurozone, teilte Moscovici mit.

Nur wenige Länder mit Bestnote

Anfang des Jahres hatte bereits Standard&Poor's Frankreich die Bestnote aberkannt und von AAA auf AA abgestuft. Die dritte Ratingagentur, das von französischen Eignern dominierte Unternehmen Fitch, hatte Anfang des Jahres Woche mitgeteilt, dass Frankreich in diesem Jahr nicht herabgestuft werde.

Die Abwertung wirkt besonders schwer, weil Frankreich zu den grössten Volkswirtschaften und Geldgebern Europas gehört. Auch andere Euroländer haben in der Schuldenkrise bereits an Bonität eingebüsst. In der Eurozone werden neben Deutschland nun nur noch Finnland, Luxemburg und die Niederlande von allen drei grossen Ratingagenturen mit der Bestnote bewertet.

Von der Einstufung der Ratingagenturen hängt der Zinssatz ab, zu dem Länder über die Ausgabe von Staatsanleihen Geld am Finanzmarkt aufnehmen können. Die Reaktion der empfindlichen Finanzmärkte folgte prompt: Nach Bekanntwerden der Entscheidung fiel der Euro unter 1,28 Dollar.

(dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmcher am 20.11.2012 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Frankreich...

    und kein Ende... Der Count-Down läuft weiter. Und sicher nicht nur wegen Frankreich-Fass-ohne-Boden. Die wirtschaftliche Abwärtsspirale ist es, die nicht zu stoppen ist. Aktuell unübersehbar bei Spanien: die hohe Arbeitslosigkeit mit Lohnsenkung, "Flexibilisierung" des Arbeitsmarktes und "Sparen" beim Staatshaushalt zu bekämpfen bewirkt via schrumpfende Binnenkonjunktur das Gegenteil. Und Wachstum, sprich: Exportüberschüsse? Wo sollen die herkommen, wenn alle anderen solche auch haben wollen bzw. haben müßten - ... und gleichzeitig "sparen"? Leute, zieht euch warm an -... der Winter kommt.

    • Supermario am 20.11.2012 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Seite gibts auch...

      Aehm, kürzlich wurde bspweise die Türkei raufgestuft; es gibt also auch noch die andere Seite, aber die ist natürlich nicht so sensationell wie eine Abstufung :-)

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  • Franck R. am 20.11.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Au revoir Grande Nation

    Die "Grande Nation" wird langsam aber sicher ganz "Petite"

    • Le Marseillais am 21.11.2012 03:55 Report Diesen Beitrag melden

      Die Gallier

      pfeifen aus dem letzten Loch ...

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  • Berner am 20.11.2012 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    *staun*

    Frankreich hatte bis vor kurzem noch ein AAA?

  • Felix Thoma am 20.11.2012 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei!

    Es ist ein völliger Witz, dass Deutschland immer noch ihr AAA halten kann! Auch DE ist völlig überschuldet! Die unzähligen Milliarden für die der Deutsche Steuerzahler bürgen muss, werden sie NIE bezahlen können!

    • Wirtschafs Bürger am 20.11.2012 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Augen auf!

      Deutschland hat ganz klar das AAA noch verdient. Sie sind Exportweltmeister, sie haben eine der best funktionierenden Wirtschaften auf der Welt. Wenn nicht Deutschland wer dann? Ausserdem kommen die hohen Schulden nicht durch Eigenverschulden, sondern durch "Leihzahlungen" an andere Staaten. Leihzahlungen werden auf dem Papier nicht als abgschrieben verbucht. Wir sollten froh sein, dass ein Land für den Rest der Welt so blutet und sich einsetzt. Müsste dies die Schweiz machen, würden alle scheien. Also nicht immer gegen den grossen Nachbar schiessen.

    • Und Amis? am 20.11.2012 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      In Amiland ist alles möglich?

      Die AMIS haben mehr schulden als alle anderen (ausser Japan), wann verlieren sie so deutlich wie die Griechen (die ja eigentlich weniger verschuldet sind)

    • Ralf am 20.11.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Augen ZU!

      Deutschland blutet für andere? wo? wann? Deutschland hat lediglich das Interesse, dass Griechenland nicht Bankrott geht, da enorme Zahlungen offen sind auf seiten der Griechen gegenüber Deutschland. Es ging NIE um Griechenland sondern immer um Deutsche Forderungen/Debitoren. Ich würde sagen; Deutschland hat sich gewaltig verspekuliert und will nun via Europa Diktatur die Zahlungen eintreiben......an der Börse suchen Spekulanten die Schuld bei sich selbst!

    • Hans Peter am 20.11.2012 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Aufhören

      Demnach müsste das auch für die Schweiz gelten, denn dort ist die Pro-Kopf-Verschuldung sogar höher als in Deutschland. Hört doch mal endlich mit diesen Stammtischgelaber auf!

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  • H. Hammer am 20.11.2012 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die ersten Auswirkungen.

    Das kommt davon wenn man eine linke Regierung wählt und das ist erst der Anfang...

    • Papierlischweizer am 21.11.2012 08:54 Report Diesen Beitrag melden

      Der letzte Kommentar.

      Hollande ist gerade mal seit 6 Monaten Präsident Frankreichs, dies nach 17 Jahren konservativer Regierung unter den Gaullisten Chirac und Sarkozy. Ich an Ihrer Stelle würde den Anfang in den letzten 17 Jahren suchen und nicht im letzten halben Jahr.

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