Expertenprognose

13. April 2018 12:45; Akt: 13.04.2018 12:45 Print

«Autonome Autos kommen in fünf bis acht Jahren»

von R. Knecht - Mit autonomem Fahren könne man Milliarden sparen, sagen Experten. Sie glauben, dass die Technologie bald aus der Testphase kommt.

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An der Smartsuisse fand am Donnerstag eine Konferenz zum autonomen Fahren statt. (Im Bild: der Microlino an der Smartsuisse) Ökonom André Müller von Ecoplan präsentierte an der Smartsuisse einige Ergebnisse einer Ecoplan-Studie vorab: «Klar ist, dass automatisches Fahren einen riesigen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt», so Müller. Zahlen wollte Müller keine nennen. Aus den Unterlagen des Ökonomen geht aber hervor, dass allein durch optimierte Stauvermeidung jährlich Milliarden von Franken gespart werden können. Zu den Referenten gehörten Vertreter verschiedener europäischer Länder. Ein Sprecher von da sich das Unternehmen wohl wegen des tödlichen Unfalls in Arizona Ende März lieber nicht zu autonomen Autos äussern wolle, wie Jörg Beckmann (im Bild), Direktor der Mobilitätsakademie des TCS, am Anfang der Veranstaltung sagte. «In acht bis zehn Jahren dürfte das automatische Fahren aus der Testphase herauskommen», schätzt Michael Nikowitz vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Es sei schwierig, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, da die neue Technologie so viele Facetten habe, dass auch simple Fragen schnell mal vergessen gehen – etwa: «Wer stellt beim selbstfahrenden Auto das Pannendreieck auf?» (Im Bild: der Shuttle von Postauto an der Smartsuisse) Nikowitz betont, dass gerade aufgrund der komplexen Zusammenhänge die. Vertreter zahlreicher Schweizer Unternehmen und Organisationen unterschrieben die von der Mobilitätsakademie des TCS lancierte Charta Automaticar. (Im Bild: Jürg Röthlisberger (r.), Direktor der Bundesamts für Strassen, unterzeichnet das Dokument. Neben ihm steht Jörg Beckmann, Direktor der Mobilitätsakademie.) Das Dokument formuliert die Grundsätze, nach denen das autonome Fahren vorangetrieben werden soll. Das sind die Unterzeichner der Charta Automaticar.

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Automatisiertes Fahren birgt enorme Chancen – dessen sind sich Experten sicher. Für den Ökonomen André Müller vom Forschungsbüro Ecoplan liegt es auf der Hand, warum es sich lohnt, die Lancierung der Technologie voranzutreiben: «Automatisches Fahren bringt riesigen volkswirtschaftlichen Nutzen.»

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Aus den Unterlagen des Ökonomen geht hervor, dass allein durch optimierte Stauvermeidung jährlich Milliarden von Franken gespart werden können. Dazu kommen noch unzählige andere Faktoren wie etwa Zeitersparnisse und Unfallvermeidung. Zentral ist laut Müller, dass diese Ersparnisse letztlich auch dem Konsumenten zugute kommen. Müller präsentierte diese Ergebnisse aus einer Ecoplan-Studie am Donnerstag an der Strategiekonferenz Smartsuisse in Basel.

Uber sagte ab

Zu den Referenten der von der Mobilitätsakademie des TCS organisierten Konferenz Automaticar gehörten Vertreter verschiedener europäischer Länder. Ein Sprecher von Uber sagte allerdings kurzfristig ab, da sich das Unternehmen wohl wegen des tödlichen Unfalls mit einem selbstfahrenden Auto in Arizona Ende März vorerst lieber nicht zu autonomen Autos äussern wollte.

Trotz immer wieder laut werdenden Bedenken bezüglich der Sicherheit von selbstfahrenden Autos zeigten sich die Referenten in Basel aber optimistisch. Anders Lie von der Swedish Transport Administration etwa prognostizierte für sein Land, dass dank autonomer Autos die Anzahl tödlicher Unfälle von heute bis 2060 von fast 150 pro Jahr auf 16 fallen wird.

Die Frage nach dem Pannendreieck

Die Technologie eile dem Gesetz massiv voraus, waren sich die Redner an der Konferenz einig. «In fünf bis acht Jahren dürfte das automatische Fahren endlich aus der Testphase herauskommen», schätzte Michael Nikowitz vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Es sei schwierig, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, da die neue Technologie so viele Facetten habe, dass auch simple Fragen schnell mal vergessen gehen – etwa: «Wer stellt beim selbstfahrenden Auto das Pannendreieck auf?»

Nikowitz betonte, dass gerade aufgrund der komplexen Zusammenhänge die internationale Kooperation wichtig sei. Wenn alle Länder gleichzeitig an derselben Sache arbeiten, ohne sich abzusprechen, würde das den ganzen Prozess unnötig noch weiter verlangsamen.

Im Verlauf der Konferenz haben Vertreter zahlreicher Schweizer Unternehmen und Organisationen die Charta Automaticar unterschrieben. Darunter war auch Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen. Das Dokument formuliert die Grundsätze, nach denen das autonome Fahren vorangetrieben werden soll. Die Schweiz wolle zu den Pionieren der automatisierten Mobilität gehören, schreiben die Autoren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Unwissende am 13.04.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Experte

    Wie kommt man bitteschön auf das Resultat, dass im 2060 die jährlichen, tödlichen Unfälle von 150 auf 16 Fallen werden. Keiner dieser "Experte" kann mir morgen sagen was passiert, aber für das Jahr 2060 wollen sie es wissen.

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  • Der Realist am 13.04.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    An alle

    die sich heute noch überlegen eine Lehre im Verkauf oder als Chauffeur zu machen. Lasst es sein. Es sind Berufe ohne Zukunft.

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  • Ändu am 13.04.2018 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    QuietschBumm

    Und wer trägt die Schuld bei einem Unfall? Ich denke mal 8 Jahre reicht nie und nimmer. Bei einem selbstfahrenden Auto ist man nicht gleich bei der Sache, als wenn man selber fährt. Wenn ich das selber noch überwachen muss, fahre ich gleich selbständig. Wäre mir wohler. Vielleicht bin ich zu altmodisch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J.B. am 18.04.2018 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie

    Niemals kommt das selbstfahrende Auto so schnell, alles träumerei der Industrie und der elektronikmaffia. Aber wir wollen selber Auto fahren und solange wir selber fahren wollen wird das selbstfahrende Auto Probleme mit der Autonomie des Menschen haben, also vergesst es. Genießen wir unsere Autos und unsere Emotionen dazu. AutoEmotion...

  • THINK am 16.04.2018 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Es werden Arbeitsplätze geschaffen

    Bei zehn Entlassungen irgendwo einer ?

  • THINK am 16.04.2018 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um drei Dinge

    Gewinn , Gewinn und Gewinn ........ Da ist kein Platz für Menschen die Arbeit benötigen. Die Wirtschaft wird wieder andere Dinge erzählen ..... Tolles System haben wir. Die ganz jungen Menschen unter uns tun mir jetzt schon leid. Irgendwie waren die 70er / 80er Jahre wohl doch noch die besten Jahre. Ohne Internet und entschleunigt .....

  • Ivo Buenzli am 16.04.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir das?

    Niemals! Werde ich in sowas einsteigen, wie die Selbstbedienungskassen... Pfui! Eine Schande sowas zu nutzen umgeht diesen Menschenersatz.

  • le aus ZH am 15.04.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Werde das wenn es irgendwie möglich ist NIE benutzten denn es geht um Arbeitsplätze und andrem....