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Frauenfeindlich
15. Juni 2011 22:50; Akt: 16.06.2011 11:33 Print
Axe-Werbung erzürnt Frauen
von Zora Schaad / Raphael Pomey - Die Duschmittelmarke Axe verspricht sauberen Männern völlig enthemmte Frauen. Nun hat eine Frauenorganisation Beschwerde eingereicht.
Die Frauenorganisation Association vaudoise pour les
droits de la femme (ADF) ist zutiefst empört. Am Dienstag hat sie bei der Lauterkeitskommission Beschwerde gegen eine Duschmittelwerbung der Kosmetikfirma Axe eingereicht. Mit dem Werbeslogan «Je sauberer du bist, desto schmutziger wird’s» und sexy lächelnden, halb nackten Bikini-Schönheiten verspricht das Unternehmen seinen Kunden wildfremde Frauen, die sich auf Handzeichen-Kommando willig entblättern.
«TV-Clip und Plakate sollen nicht mehr gezeigt werden»
Frau Gagnebin-Chapuis, kannten Sie die typischen Axe-Werbungen vor ihrer Beschwerde bei der Lauterkeitskommission nicht?
Martine Gagnebin-Chapuis: Tatsächlich waren die Werbungen für mich neu. Dass die stereotype Werbung ein Markenzeichen von Axe ist, habe ich nicht gewusst. Nichtsdestotrotz halte ich die Beschwerde für richtig.
Was stört Sie an der Werbung?
Autos, Parfüms, Schuhe: Alles wird mit halb nackten Frauen beworben, selbst wenn kein Zusammenhang mit dem Produkt besteht. Das ist sexistisch, vorgestrig und unnötig.
Was soll die Beschwerde bewirken?
Wir wünschen uns, dass die Werbe-Clips und die Plakate nicht mehr gezeigt werden.
* Martine Gagnebin-Chapuis ist Präsidentin der Frauenorganisation ADF.
«Unglaublich, dass es so etwas im 21. Jahrhundert noch gibt», stellt die Waadtländer ADF-Präsidentin Martine Gagnebin-Chapuis (siehe Interview) fest. Auch in der Deutschschweiz löst die Werbung Kopfschütteln aus: «Ich finde die Reklame sexistisch und dumm», sagt Maria Roth-Bernasconi, Co-Präsidentin der SP-Frauen. Barbara Berger, Geschäftsführerin der SP-Frauen, teilt diese Meinung: «Wenn ein Männer-Duschmittel mit einem Frauenkörper beworben werden muss, dann scheint es ein sehr schlechtes Produkt zu sein. Axe hat den Zeitgeist nicht begriffen.» Beide Frauen plädieren für die Schaffung einer zentralen Ombudsstelle gegen Sexismus.
Piero Schäfer, Sprecher der Lauterkeitskommission, zeigt sich über die Beschwerde nicht erstaunt: «Dass diese Kampagne Probleme gibt, überrascht mich nicht.» Die Kommission werde sich mit dem Fall ernsthaft befassen.
Bei Axe versteht man die Aufregung nicht: «Wir spielen doch schon seit Jahren humorvoll mit Stereotypen», erklärt die Pressesprecherin.
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Alle 382 Kommentare
































Danke Frau Frau Gagnebin-Chapuis
Offenbar hatte Frau Frau Gagnebin-Chapuis erfolg. Die Werbung wird nicht mehr gezeigt, dafür wird der Mann in der aktuellen Werbung schlecht gemacht. Vielen Dank Frau Frau Gagnebin-Chapuis!!
Hände hoch
Ich finde die Werbung witzig. Der junge Mann macht sich mit einem charmanten Grinsen einen Spass daraus, die Frauen zum Hand-hoch-halten zu "verführen", und die Frauen weigern sich, ebenfalls charmant grinsend/lächelnd. Eine Szene wie diese könnte sich tatsächlich irgendwo ereignen. Sie signalisiert mir eher jugendlich-frische Unbekümmertheit und Leichtigkeit.
Axe? Apple sollte sich schämen...
An der Axe-Werbung kann ich nichts, aber auch gar nichts Sexistisches finden. Die ist witzig und gut gemacht. Viel schlimmer finde ich da die iPad-Werbung von Apple. Wer benutzt den iPad laut Spot? Eine Mutter, ein Lehrer, ein Arzt und ein Musiker. Klar, Frauen an den Herd und zur Kinderpflege, Berufe haben wir nicht. :-) Solche "unauffälligen" überholten Rollenklischees sind viel übler als ein gut duftender Mann, für den man sich gern entblättern möchte.
Stimmt!
Stimmt!