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Stellenabbau
13. November 2012 10:46; Akt: 13.11.2012 11:24 Print
BLS baut rund 40 Stellen ab
Das Bahnunternehmen BLS will sparen. 10 bis 15 Personen müssen kommendes Jahr wahrscheinlich entlassen werden, rund 30 Stellen sollen durch natürliche Fluktuationen abgebaut werden.

Die BLS will innert drei Jahren 50 Millionen Franken sparen. (Bild: Keystone)
Das Bahnunternehmen BLS macht Ernst mit den angekündigten Sparmassnahmen: Kommendes Jahr dürften rund 40 Stellen verschwinden. 10 bis 15 Personen müssen wahrscheinlich entlassen werden, weitere rund 30 Stellen sollen durch natürliche Fluktuationen abgebaut werden.
Damit spart die BLS im nächsten Jahr rund 10 Millionen Franken, wie das Bahnunternehmen am Dienstag mitteilte. Es ist dies die erste Tranche eines bereits vor einigen Monaten angekündigten Sparpakets, das auf drei Jahre ausgelegt ist.
Bereits im vergangenen April sprach BLS-CEO Bernard Guillelmon davon, die BLS müsse effizienter werden. Das Bahnunternehmen hatte zwar 2011 mehr Personen und Güter befördert, jedoch nur einen bescheidenen Gewinn erwirtschaftet. Im August dann schloss Guillelmon auch einen Personalabbau nicht mehr aus.
Weniger Geld für Beratungen und Marketing
Nun hat die BLS-Leitung die erste Tranche des Sparprogramms konkretisiert. Neben verschiedenen Effizienzsteigerungen will das Unternehmen unter anderem auch die Ausgaben für Beratungen und externe Honorare sowie Marketingausgaben senken. Daneben sollen auch die Bedienzeiten der Reisezentren angepasst werden.
Ebenfalls ins Auge fasst die BLS einen geringeren Beitrag an die BLS Stiftung für das historische Erbe. Das Angebot für die Bahnkunden hingegen wird nach Angaben der BLS von den Sparanstrengungen nur marginal betroffen sein.
Den 10 bis 15 von einer Entlassung betroffenen Mitarbeitenden will die BLS wenn möglich alternative Beschäftigungen innerhalb des Unternehmens anbieten. Wo dies nicht möglich ist, würden Unterstützungsmassnahmen erarbeitet und mit den Sozialpartnern abgestimmt, heisst es in der Mitteilung weiter.
Längerfristig überlegt sich die BLS, die Standards beim Ausbau der Infrastruktur zu vereinfachen, ohne jedoch die Sicherheitsvorgaben zu tangieren.
Sparziel: 50 Millionen Franken
Insgesamt muss die BLS bis 2015 rund 50 Mio. Franken einsparen, wenn sie ihre Wirtschaftlichkeit verbessern will. Konkrete Aussagen zu den weiteren Sparetappen gibt es noch nicht. Es sei aber davon auszugehen, dass weitere Stellen betroffen sein könnten, schreibt das Bahnunternehmen.
Die BLS sieht sich nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren mit einer Reihe von finanziellen Herausforderungen konfrontiert: die Sanierung der Pensionskasse, der Aufbau von Schwankungsreserven sowie Investitionen zur Bewältigung der grossen Nachfrage. Um den wachsenden Mobilitätsansprüchen gerecht zu werden, hat die BLS fast 500 Mio. Franken in neue Doppelstockzüge investiert.
Zunehmend Sorgen bereitet der BLS auch die Finanzierung des bestellten Regionalverkehrs. Bereits heute vermöchten die Abgeltungen der Besteller-Kantone die Kosten für die bestellten Leistungen nicht zu decken. Diese Schere werde sich in den kommenden Jahren weiter öffnen, befürchtet man beim Bahnunternehmen mit Sitz in Bern.
In der Tat lassen die Finanzpläne der meisten Besteller-Kantone, allen voran dem Kanton Bern, für die kommenden Jahre eher auf magere Zeiten schliessen. «Die BLS macht mit dem Kostensenkungsprogramm ihre Hausaufgaben. Sie erwartet, dass jetzt auch Politik und Kantone ihren Beitrag leisten», wie CEO Bernard Guillelmon festhielt.
«Kopfloses Huhn»
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV kritisiert die Sparmassnahmen. Die BLS stürze sich übereilt in das Sparprogramm. «Wie ein Huhn ohne Kopf», wie es Gewerkschaftssekretär Jérôme Hayoz in einer Mitteilung vom Dienstag formulierte.
Befremdet ist man beim SEV nicht zuletzt auch darüber, dass die Bezüge der Geschäftsleitung in den letzten Jahren «unverhältnismässig angestiegen sind», wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der SEV fordert, dass die Geschäftsleitung ihre Löhne auf das Niveau vor dem Antritt von CEO Guillelmon zurückfährt.
Positiv werter der SEV indessen, dass ein Grossteil des Stellenabbaus durch natürliche Fluktuationen erfolgen soll. Auch für die verbleibenden 10 bis 15 Stellen müssten Lösungen ohne Kündigung gefunden werden, betont der SEV.
Der SEV richtet auch Kritik an den Kanton Bern. Als Eigentümer und Leistungsbesteller stehle sich dieser bei seiner eigenen Bahn aus der Verantwortung. Er kürze die Mittel und verlange gleichzeitig zunehmend mehr Leistung.
Bescheidene Halbjahreszahlen
Die BLS präsentierte im September ein bescheidenes Halbjahresergebnis. Trotz erneut höherer Leistung im Personenverkehr resultierte ein schlechteres Konzernergebnis. Dieses sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um 28 Prozent auf 2,9 Mio. Franken.
Die BLS feiert im kommenden Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. 1906 wurde das Unternehmen unter dem Namen Berner Alpenbahngesellschaft Bern-Lötschberg-Simplon gegründet. Die heutige BLS AG ist die grösste Privatbahn der Schweiz. Hauptaktionär ist der Kanton Bern.
(sda)
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Alle 12 Kommentare

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BLS Auswirkungen
Als Erstes werden wohl Kontrollen und Sicherheit abgebaut...!
pensionskassen:
die bls soll doch mit der sbb fusionieren, oder...?
Naja
Die sbb hat selber probleme mit dem geld und entlassen auch viele leute... Oder zumindest verschiedene sparten der sbb. Ich denke das würde nichts bringen.
am falschen ort
sparen?? Aber milionen in bahnhofsumbauten wie in mülenen im kandertal ausgeben. Für was bitte? Passt alles zu dem betrieb...
Ist so
Hmm nicht nur dort wird am falschen ort gespart... Gibt es doch immer wieder -.-
Gesetz
was kann die BLS denn dafür, wenn das Volk eine entsprechende Vorlage annimmt? Behindertengleichstellungsgesetz oder so... frag doch mal google