Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Ölkatastrophe
16. November 2012 16:27; Akt: 16.11.2012 16:27 Print
BP ist trotz Rekordstrafe nicht aus dem Schneider
Nach der schwersten Ölpest in der US-Geschichte hat der britische BP-Konzern eine hohe Strafe akzeptiert: 4,5 Mrd. Dollar. Doch die Schadenersatzforderungen des Staates könnten noch höher ausfallen.
Nach der Einigung mit den US-Behörden auf die Rekordstrafe von 4,5 Mrd. Dollar für die Ölpest im Golf von Mexiko steht der britischen BP ein Milliardenstreit um zivilrechtliche Ansprüche bevor. Die US-Bundesregierung und fünf Bundesstaaten wollen sich den Schaden ersetzen lassen, der an ihren Küsten entstanden ist. Auch Einnahmeausfälle - etwa beim Tourismus - soll der britische Ölkonzern ersetzen. Es geht um bis zu 21 Mrd. Dollar.
Bildstrecken Die Opfer der Ölkatastrophe Video
Bohrinsel gesunken - Ölteppich bleibt
Eine von BP angestrebte Einigung mit der strafrechtlichen Regelung gemeinsam kam nicht zustande, weil sich unter anderem der Bundesstaat Louisiana quergestellt hatte. So kommt es nun im Februar 2013 zum Zivilprozess in den USA.
Die staatlichen Stellen werfen BP vor, vor dem Unglück im April 2010 auf der Förderplattform «Deepwater Horizon» grob fahrlässig gehandelt zu haben. Sollte das Gericht dieser Argumentation folgen, müsste BP bis zu 4300 Dollar pro ausgelaufenem Barrel Öl zahlen. Andernfalls wären nur 1100 Dollar fällig. Nach staatlichen Angaben liefen im April 2010 an 87 Tagen insgesamt 4,9 Mio. Barrel Öl ins Meer - BP geht von einer geringeren Menge aus.
Rückstellungen fast aufgefressen
Das Unternehmen bestreitet, grob fahrlässig gehandelt zu haben. Die Äusserungen aus den USA deuten an, dass Washington dieser Argumentation keinesfalls folgen will. «Ich möchte absolut klarmachen, dass die heutige Einigung nicht das Ende unserer Anstrengungen bedeutet», sagte US-Justizminister Eric Holder am Donnerstag (Ortszeit).
Zwei BP-Führungskräfte müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten, weil bei dem Desaster elf Menschen ums Leben gekommen waren. Die US-Regierung geht von einer BP-Kultur aus, die «Profit über Vorsicht» stellte. Der neue BP-Chef Bob Dudley hatte daraufhin eine neues Sicherheitskonzept bei dem Konzern eingeführt.
BP hatte in der Vergangenheit bereits 14 Mrd. Dollar für das Stopfen des Lecks und die Aufräumarbeiten bezahlt. 9 Mrd. Dollar wurden bereits an private Kläger ausgezahlt. Auf die Zahlung von 7,8 weiteren Mrd. hat sich das Unternehmen mit einem Kreis aus tausenden privaten Klägern geeinigt.
4,5 Mrd. kommen nun für die Strafe dazu. Damit sind mehr als 35 der 38 Mrd. Dollar aufgefressen, die das Unternehmen für die Aufarbeitung der Katastrophe zurückgestellt hatte. In der Rechnungslegung für das vierte Quartal sollen weitere 3,85 Mrd. Dollar zurückgestellt werden, kündigte BP an.
BP muss Risikomanagement verbessern
In der strafrechtlichen Einigung musste sich BP auch verpflichten, seine Sicherheitspolitik massiv zu verbessern - teilweise war dies nach der schwersten Ölpest in der US-Geschichte auch schon freiwillig geschehen. BP muss nicht nur sein Risikomanagement verbessern.
Die US-Behörden setzten auch durch, dass der Staat sowohl die Sicherheit als auch die Unternehmensethik vier Jahre lang überwachen kann. Das Unternehmen bekannte sich auch schuldig, den US-Kongress belogen zu haben. Statt der tatsächlichen 60'000 Barrel auslaufenden Öls gab BP anfangs nur 5000 Barrel zu. Zwei hochrangige Aufseher auf der Plattform «Deepwater Horizon» müssen sich zudem wegen fahrlässiger Tötung verantworten.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 7 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt




















Absurd
Es ist traurig, dass es wiedereinmal nur um Geld geht! Die USA braucht Geld, also wird geklagt!
dum nur
Spielt doch keine rolle dan kostet der liter sprit 3 cent mehr und innert einer woche ist das Geld wieder in der Firma wer bezahlts? A lle die sich jetzt aufregen
USA....
Ist BP nicht ein Britischer konzern? Da stecken doch wiedermal wirtschaftliche interessen eines Konkurrenten dahinter. USA ist so weit aufs öl angewiesen, dass die sogar den Dollar dem öl angebunden haben. Nun nehmen die einen europäischen konkurrenten aufs gröbste auseinander. Traurig, unsere schöne Welt !
genug
es wird keine weiteren zahlungen geben. auch die hier ist schon brutal tief. schauen sie mal, welche aktuellen und ehemaligen politiker sich im erdölbereich tummeln.