Neue Technologie

22. Juli 2012 07:59; Akt: 22.07.2012 09:15 Print

Bald ist das elektronische Portemonnaie da

Schluss mit Kleingeld und Kreditkarten mit verschiedenen PINs: Bei Migros und Coop können die Kunden ab 2013 mit dem Handy zahlen. Und das ist erst der Anfang in Sachen mobiles Haushalten.

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Die Schlangen vor den Kassen dürften mit dem bargeldlosen Bezahlen per Handy deutlich kürzer werden. (Bild: Keystone)

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Das Bezahlen per Handy steht vor dem Durchbruch. Migros und Coop rüsten ihre Kassen nächstes Jahr mit einer neuen Technologie aus, die es erlaubt seine Einkäufe künftig mit dem Mobiltelefon zu begleichen. Dies bestätigen die Firmensprecher gegenüber der «NZZ am Sonntag».

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Die Technologie stammt von Swisscom und Sunrise. Die Kunden müssen ihr Mobiltelefon lediglich an einen Kartenleser an der Ladenkasse halten, damit der Betrag abgebucht wird. Kleinere Beträge brauchen nicht mal mehr einen PIN-Code.

Die dafür nötige Nahfunk-Technologie ist eigentlich schon seit längerem ausgereift. Sie heisst Near Field Communication (NFC) und ermöglicht den kontaktlosen Austausch von Daten über Strecken bis zu 4 Zentimeter. Den Telekomfirmen haben für die Lancierung eines entsprechenden Dienstes aber zwei wichtige Voraussetzungen gefehlt: Eine ausreichende Anzahl Bezahlterminals und genügend Mobiltelefon-Modelle, die mit diesen Geräten kommunizieren können.

Wohnungsschlüssel im Handy

Neben Coop und Migros wird auch der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) an den Billettautomaten solche Lesegeräte installieren. Die Freischaltung des kontaktlosen Zahlens erfolge nächstes Jahr, kündigt laut «NZZ am Sonntag» eine Sprecherin an. Zusammen mit den etwa 3500 Verkaufsterminals, die es in Valora-Kiosken und McDonald's-Restaurants bereits gibt, wird so die kritische Grösse erreicht.

Gleichzeitig haben immer mehr Schweizer die dafür benötigten Handys. Das elektronische Portemonnaie wird Dienstleistungen ermöglichen, die weit über das Bezahlen hinausgehen. Es könne zum Beispiel auch Treueprogramme wie Cumulus oder Supercard laden, sagt die Expertin bei Sunrise, Mariateresa Vacalli. «In Zukunft kann man sicher auch kleine Zahlungen von Mobiltelefon zu Mobiltelefon machen oder auf dem Portemonnaie seinen Auto- oder Wohnungsschlüssel unterbringen.»

(kub)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Was ist auch hier für ein Gejammer zu lesen. Man könnte meinen, NFC würde ab morgen eingeführt und Bargeld würde nicht mehr akzeptiert. Wieso immer diese grundsätzliche Abneigung vor neuem, auch wenn die Vorteile schlussendlich offensichtlich sind. An alle Datenschützer: Und dann, werdet ihr verhaftet weil der Staat weiss dass ihr jeden Morgen ein Brötli kauft und kriegt dann personalisierte Werbung? Und nein, mein Akku ist nie leer tagsüber. – Fred Niffler

und die Kosten der Umrüstungen der Kassen, werden wie immer voll auf den Kunden abgewälzt.Und wie sicher ist dies? Kriminelle gehen schliesslich auch mit der Zeit.Ich persönlich bezahle weiterhin nur mit EC oder Bargeld. – M.Perrenoud

Ich stell mir gerade wie ich in 10 Jahren mein Handy verliere oder es ausversehen kaputt geht und ich dann nicht einmal mehr aus dem Haus kommen kann bzw. kann ich mir nicht mal ein neues Gerät kaufen ohne mit dem Handy zu bezahlen. Ich will mein Leben nicht von einem Gegenstand abhängig machen! – Josua Salzmann

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 807687 am 22.07.2012 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    In Argentinien ist man schon weiter:

    Ab 1. Januar 2013 kann niemand mehr Argentinien verlassen, wenn er keinen RFID-Chip im Nacken implantiert hat. Schon jetzt machen die Behörden Druck und lassen längst nicht mehr jeden raus. Ich kenne einen Schweizer, der seit Wochen dort festsitzt, weil er sich weigert, sich so ein Ding implantieren zu lassen. Es geht nicht um das Neue, das Angst macht. Mir macht das keine Angst, denn ich weiss ja aus der Bibel, wie es enden wird. All diese tollen Möglichkeiten, vorläufig teilweise noch garniert mit dem Zückerchen grösserer Bequemlichkeit, werden sich schon bald gegen uns wenden.

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  • asgart1 am 22.07.2012 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    der Mensch wird zur Maschine

    gemacht,abhängig von seinem Handy und er findets noch toll .....bravo bald haben wir den Glässernen Bürger.Wenn das die Zukunft ist oder sein sollte,kann ich nur die kommenden Generationen bemitleiden.Die Matrix hollt sich Ihre Opfer ...Hurra...bald muss man nicht mehr denken .Sei es Rechnen, eine Meinung haben oder sonstwas ..Nur noch Konsumieren ..

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  • Hans Lyss am 22.07.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Viel an den Haaren herbei gezogene

    Argumente kann man in den meisten Kommentaren lesen. Das einzige was gegen das Verfahren spricht ist der fehlende Kontakt zum Zahlungsmittel selber. Der Mensch ist darauf ausgelegt Werte als handfestes Material erleben zu können. Kindern ist nur so der Wert des Geldes zu vermitteln. An der immer wachsendere Verschuldung von Jugndlichen durch Hadyrechnung oder Besitz und Nutzung von Kreditkarten macht das Problem deutlich. Darüber hinaus geht es wieder den Arbeitnehmern an den Kragen. Die Arbeitsplätze sind dann auch bald passé.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • crys on am 25.07.2012 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    NFC macht Totalitarismus möglich!

    Bargeldloses zahlen darf niemals das Bargeld komplett verdrängen. Was glaubt ihr passiert, wenn man "jemand" euer Handy abschaltet? Ihr kommt nicht mehr in die eigene Wohnung, könnt euer Auto nicht mehr verwenden, nichts mehr einkaufen. Ihr könnt euch nichteinmal mehr Geld von Freunden leihen, weil es euch verboten wurde. Und das Verbot durchgesetzt durch Abschalten eures Handys. Es ermöglicht die totale Kontrolle. Schärfere Gesetze können eingeführt werden, weil ihr einfach erpressbar seid. Eure Existenz kann mit nur einem Knopfdruck gelöscht werden. Unser Leben ist in Gefahr!

  • Hansueli Zbinden am 24.07.2012 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Angst verhindert oft Neues

    In unserer Wohlstandsgesellschaft sind wir Weltmeister im Angsthaben und Angstmachen. Wir haben dauernd und prinzipiell Angst vor Neuem, Dingen die wir nicht kennen oder die nicht mindestens 20 Jahre geprüft worden sind. Wer nicht will muss es ja nicht nutzen, aber dann haltet auch endlich mal die Klappe. Übrigens: In so fortschrittlichen Ländern wie Kenia oder Ceylon bezahlt man schon seit vielen Jahren mit dem Handy. Auch in der Schweiz gibt es Apps wie samy4me (Kundenbindung) oder PowerPay (Zahlung), die sehr sinnvolle und kundenfreundliche Services für Kunden wie auch Firmen anbieten.

  • Patrick am 24.07.2012 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    WANN BEGREIFEN WIR ES ENDLICH???

    Gimmick und Spielerei! Was machen wenn eine Panne auftritt oder das Handy nicht funktioniert? Dann geht das Bezahlen an der Kasse wie bei einer Autobahn Überlastung, viel länger. Man sieht das heute schon wenn die Leute mit Plastikkarten zahlen. Es geht einfach so viel länger als Barbezahlung. Man soll nicht alle Eier in den gleichen Kratten legen.

  • Vroni am 24.07.2012 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kontrolle

    Das einzig Wahre: Bar bezahlen.

  • t.ruther am 23.07.2012 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    orwell 1984

    und wir werden noch mehr zum gläsernen bürger und haben gar keine kontrolle mehr über unser vermögen. bargeld wird abgeschafft und es heisst einfach error 404 wenn du der regierung oder der elite nicht in den kram passt. klar tönts paranoid aber wieso soll man denen so viel macht geben? sie wird ausgenutzt. bestimmt.