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07. März 2017 12:39; Akt: 07.03.2017 12:43 Print

Baloise plant Werbespots für Erdbeben-Versicherung

Versicherer hoffen auf Neukunden. Und sie nutzen das Erdbeben vom Montagabend für gezielte Werbung im betroffenen Gebiet.

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Der Versicherer Baloise will im vom Erdbeben am Montagabend stark betroffenen Kanton Schwyz Werbeinserate für eine Zusatzversicherung schalten, wie Baloise-Sprecher Patrick Pensa zu 20 Minuten sagt.

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Nach dem Erdbeben vom Herbst 2016 im Wallis hatte Baloise dort auch Werbung für die Zusatzversicherung gemacht. Der Slogan:« Die Erde bebt. Wie gut sind Sie versichert?»
Die Nachfrage war laut Sprecher Pensa daraufhin deutlich angestiegen. Eine ähnliche Aktion soll jetzt im Kanton Schwyz anrollen.

Erdbeben gelten nicht als Elementarschaden

In der Gebäudeversicherung sind Erdbeben nicht abgedeckt, denn sie zählen nicht zu den dort aufgeführten Elementarschäden. Kantonale Gebäudeversicherungen haben allerdings auch einen Fonds für Erdbebenschäden aufgelegt. Auf Geld daraus besteht aber kein rechtlicher Anspruch und es gibt einen hohen Selbstbehalt.

Wer Schäden durch ein Beben ersetzt bekommen möchte, braucht eine Zusatzversicherung. Vereinzelt sind bei Versicherern hierfür am Dienstagmorgen schon Neuanfragen eingetroffen. Aber der grosse Run blieb bisher aus. Die Schweizer würden sich jedoch allmählich bewusst, dass das Risiko vorhanden und nicht automatisch versichert sei, heisst es bei Helvetia und auch bei Baloise.

In den Schadensabteilungen ist es noch ruhig

Beim Versicherer Zurich hat ein Prozent der Hausbesitzer in Glarus eine freiwillige Erdbebenversicherung abgeschlossen. Im Kanton Schwyz sind 13.7 Prozent der bei Zurich versicherten Hausbesitzer auch eine Erdbebenabdeckung. Einen ähnlich hohen Wert weist bei Zurich nur noch Basel-Stadt (16.6 Prozent) und Baselland (10.6 Prozent) auf.

Ansgar Gmür vom Hauseigentümer-Verband rät nicht generell zu einer Zusatzversicherung. «Das muss jeder individuell selbst prüfen.» Wer jedoch in einem Risikogebiet lebe, solle sich das überlegen, denn bei einem Schaden könnten Haus oder Wohnung weg sein, aber die Schulden blieben.

In den Schadensabteilungen der Versicherer ist es nach dem Ereignis vom Montagabend noch ruhig. Weil sich Risse in der Fassade sich erst bei Tageslicht zeigen, könnten Meldungen erst später kommen. Bei der Baloise-Versicherung läuten die Telefone in der Schadenabteilung noch nicht Sturm, wie Sprecher Pensa sagt. «Es ist ganz normal, dass es da eine Zeitverzögerung gibt.» Das Ausmass möglicher Schäden ist noch unklar.

Es dauere zwei bis drei Tage, bis nach grösseren Ereignissen ein Überblick über die Schäden bestehe, heisst es bei der Helvetia-Versicherung.

So war das Erbeben in Tuggen im Kanton Schwyz zu spüren:

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asterix am 07.03.2017 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Rütteln

    und die Schweiz verfällt in Hysterie. Was Baloise da macht ist eher der unfeinen Art zuzuordnen. Für mich ein klares: "Nein danke".

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  • Gh am 07.03.2017 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungsheie

    Unglaublich nicht mal 24 std her und schon sind die Versicherungsheie aktiv

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  • Florian am 07.03.2017 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Irgendwann fährt die Baloise der Feuerwehr hinterher um den Nachbarn von brennenden Wohnungen eine Feuer-Versicherung zu verkaufen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Simon am 08.03.2017 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ohje...

    Die Kommentare hier sind herrlich. Wenig Fachwissen und ganz viel Geschimpfe gegen die ach so bösen Versicherungen.

  • Mero am 08.03.2017 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuabschlüsse

    Ich als Experte freue mich jetzt schon auf viele Abschlüsse. Denn das ist eine neue Einnahmequelle für uns Versicherungsleute. Denn das wäre dann die einzige Versicherung ohne den genannten Verdrängungsmarkt. Denn der Markt ist total übersättigt.

  • Rome am 08.03.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experten

    Ich staune wieviel Versicherungsexperten es in der Schweiz gibt. Alles Provis. Jeder hat Recht.

  • leo18 am 08.03.2017 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Erdbebendeckung

    Die Erdbebenversicherung ist eine separate Deckung, die man in der Gebäudeversicherung (nicht kantonale) einschliessen kann. Gehört nicht zu Elementar und ist auch nicht in der Hausratversicherung eingeschlossen. Die Basler wirbt hier nur um ein Produkt, was abgeschlossen werden (KANN). Schlussendlich entscheidet jeder Eigentümer selber, ob er die Deckung einschliessen will oder nicht. Da wir in der Schweiz fast alle eine Hypothek aufnehmen mussten um ein Haus zu erwerben, geht es hier drum seine Existenz abzusichern im falle eines worst case Szenario.

    • I. Weiss am 08.03.2017 19:26 Report Diesen Beitrag melden

      Erdbebendeckung

      Stimmt nicht! Bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB) kann man die Erdbebendeckung auf freiwilliger Basis einschliessen. Diese Deckung heisst TERRA!

    • I. Weiss am 08.03.2017 19:30 Report Diesen Beitrag melden

      @leo18

      Nachtrag: Sorry, Sie haben natürlich recht, sie haben ja in Klammern geschrieben "nicht kantonale". Bei der Gebäudeversicherung Bern wird diese von der "Tochtergesellschaft" GVB Privatversicherungen AG angeboten.

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  • Chrigu Jaussi am 08.03.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Werbung - keine Diskussion...

    Ich finde es positiv, dass die Basler die Erdbebenversicherung bewirbt und gerade jetzt, da die Betroffenheit und damit das Interesse mehr darüber zu erfahren gross ist. Aus den Kommentaren wird klar , wie gross die Wissenslücke bezüglich der Versicherungsdeckung rund um das Wohneigentum immer noch ist. Hauseigentümer sollen sich bei ihrem Versicherungsberater informieren und selbst entscheiden, ob es wert ist, eine Zusatzdeckung abzuschliessen. Insofern bewirbt die Basler das Produkt resp. die Versicherungsdeckung und nicht die Gesellschaft, wie schon so oft. Danke liebe Versicherung.