Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Bankdaten
04. Dezember 2012 20:51; Akt: 04.12.2012 20:52 Print
Bankgeheimnis mit den USA ist Geschichte
von Lukas Hässig - Mit dem FATCA-Abkommen endet faktisch das Zeitalter des Schweizer Bankgeheimnisses mit US-Kunden. Die neue Offenlegung könnte für die EU zum Vorbild für weitere Attacken gegen den Finanzplatz werden.

Die Türe zum Bankgeheimnis öffnet sich. (Bild: Keystone)
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf findet das Steuer-Monstergesetz FATCA eine gute Sache. Dieses schaffe Rechtssicherheit bei gleichzeitigem Schutz der Kundenprivatsphäre.
Das sind schöne Worte für weit reichende Änderungen. Mit FATCA sollen alle US-Kunden mit Geldern in der Schweiz und in anderen Nicht-US-Ländern offengelegt werden. Ansonsten drohen prohibitive Verrechnungssteuern.
Mit Gruppenanfragen Jagd auf US-Steuersünder
Widmer-Schlumpf begründet ihre positive Sicht von FATCA damit, dass die Banken von den US-Behörden nicht gezwungen werden könnten, konkrete Daten von individuellen Amerika-Kunden herauszugeben. In den Augen der BDP-Spitzenfrau existiert das Bankgeheimnis weiter.
Doch die USA kommen auch so an die gewünschten Daten heran. Die Banken müssen den Amerikanern nämlich renitente US-Kunden in anonymisierter Form bekannt machen. Das ermöglicht den Steuerfahndern aus Übersee, mit sogenannten Gruppenanfragen Jagd auf die eigenen Bürger mit nicht deklarierten Vermögen zu machen.
Im Alltag dürfte das darauf herauslaufen, dass sich sämtliche US-Kunden von Banken in der Schweiz und in anderen Ländern, die ebenfalls dem FATCA-System beitreten wollen, offenlegen werden. Jede Alternative wäre teuer und riskant.
Deutsche fordern gleiche Rechte wie Amerikaner
Mit FATCA könnten die USA zum Vorbild für die EU-Länder in deren Kampf gegen das Schweizer Rest-Bankgeheimnis werden. Dieses will die Schweiz in reduzierter Form aufrechterhalten, und zwar mit ihrem Sonderweg der Abgeltungssteuer. Viele Politiker in EU-Ländern stehen der Abgeltung skeptisch gegenüber.
Linke Kräfte in Deutschland und Regierungen in anderen EU-Ländern würden der Schweiz am liebsten den Automatischen Informationsaustausch (AIA) aufzwingen. Damit hätten die EU-Bürokraten einerseits ein einheitliches System und andererseits vollen Datenzugriff.
Führende Schweiz-Kritiker der Sozialdemokraten in Deutschland führen denn auch die USA und ihr Welt-Steuergesetz FATCA ins Feld, wenn es um den Streit mit der Eidgenossenschaft geht. Warum soll Deutschland weniger erhalten als die USA?, fragen die Sozis laut.
Ob FATCA für Globaldeal hilft, steht in den Sternen
Für Widmer-Schlumpf und den Schweizer Finanzplatz wird FATCA zum zweischneidigen Schwert. Einerseits verhindert die Regierung mit dem US-Standard, dass das Land erneut als Schwarzgeld-Paradies auf den Radarschirm von Uncle Sam gerät.
Andererseits keimt in Bern die Hoffnung, dass das FATCA-Abkommen Washington milde stimmt bei der Bereinigung der Schwarzgeld-Vergangenheit. Diese ist seit bald 5 Jahren ein politischer Dauerbrenner zwischen den beiden Ländern und harrt weiter einer Lösung.
FATCA regelt nur die Zukunft. Für die Vergangenheit bräuchte es ein Globalabkommen, garniert mit Strafbefreiungsdeals für ein Dutzend Banken, die von den US-Behörden gejagt werden. Ein solcher Deal wird für Frühling erhofft, wenn die neue Administration unter Präsident Barack Obama steht. Ob diese für einen Schlussstrich unter die Schwarzgeld-Ära zu haben ist, bleibt offen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 51 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt




















Keine Eier
Sowas kann man auch nur mit unseren naiven Schweizer Politikern machen. Die lassen sich frewillig ausnehmen und halten dann noch die anderen Hand hin
Irgendwie verständlich
Naja, auch wenn es nun Leute gibt, die sich über diese Praktiken aufregen, so ist es doch wirklich verständlich. Jahrelang haben schweizer Banken als Geschäftsmodell die Beihilfe zur Steuerhinterziehung gepflegt. In den USA gibt es ein finanzielles Defizit, da ist es klar, dass die Amerikaner zuerst ihr Geld von Steuerpflichtigen eintreiben, was ihr gutes Recht ist. Dass Deutschland bzw. die EU dann nachziehen ist der logische Schluss. In der EU läuft es auch nicht gerade gut, da wollen sie natürlich nicht, dass ihnen irgendwo Geld abfliesst.
Gut so!
Endlich! Das Bankgeheimnis gehört schon lange abgeschafft!