Insolvente Erotikkette

02. Januar 2018 12:54; Akt: 02.01.2018 13:06 Print

Beate Uhse sucht Käufer

Investoren interessieren sich für die insolvente Erotikkette – unter anderem wegen deren Kundenstamm.

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Marke mit Tradition: Der Wert der Beate-Uhse-Aktie stieg nach den Kaufgerüchten um 30 Prozent – auf 10 Cent. (Archivbild) (Bild: Keystone/Malte Christians)

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Das insolvente Erotik-Unternehmen Beate Uhse sucht einen Käufer. Parallel zur Sanierung in Eigenverwaltung ist der Verkaufsprozess für das Unternehmen offiziell eingeleitet worden. Dies teilte die Firma mit. Es gebe eine Vielzahl von potenziellen Investoren, die dem Unternehmen bereits Interesse signalisiert hätten. Dazu gehörten neben strategischen Käufern auch Finanzinvestoren.

«Der hohe Bekanntheitsgrad und die lange Tradition des Unternehmens stossen ebenso auf Interesse potenzieller Investoren wie unser Kundenstamm», sagte Unternehmenchef Michael Specht.

Beate Uhse hatte Mitte Dezember Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Konzern, der seit 2015 in den roten Zahlen steckt, will neben einem möglichen Verkauf auch die Sanierung aus eigener Kraft vorantreiben. Man stehe bereits in aussichtsreichen Verhandlungen über die Gewährung eine Massekredits, sagte der Generalbevollmächtigte Justus von Buchwaldt.

Erster Sexshop der Welt

Beate Uhse wurde 1946 von Beate Rotermund-Uhse gegründet, einer früheren Luftwaffenpilotin. 1962 eröffnete ihr Unternehmen in Flensburg den ersten Sexshop der Welt. Der Konzern entwickelte sich bald zu Europas grösstem Erotik-Konzern mit Sex-Läden, Kinos und einem Versandhaus. Mit dem Internet begann in den vergangenen Jahren aber der Niedergang, weil Sexfilme quasi überall kostenlos heruntergeladen werden können.

Marke mit Tradition: Der Wert der Beate-Uhse-Aktie stieg nach den Kaufgerüchten um 30 Prozent – auf 10 Cent. (Bild: Malte Christians, Keystone)

Um aus der Schmuddelecke herauszukommen, baute Beate Uhse das Geschäft um und versuchte verstärkt, Frauen als Kundinnen zu gewinnen. Doch auch das half wenig, weil das Konzept nach Meinung von Experten nur halbherzig verfolgt wurde. Gleichzeitig nahm die Konkurrenz im Internet zu.

Aktienwert von 10 Cent

Das Geschäft schrumpfte rapide. Das Unternehmen, für das in Spitzenzeiten mehr als 800 Menschen arbeiteten, zählt heute nur noch 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. Nach 200 Millionen Euro Umsatz vor einigen Jahren erwartet der Vorstand für 2017 noch Erlöse von deutlich unter 100 Millionen.

Die Aktie, die nach dem Börsengang im Mai 1999 bei 25,39 Euro einen Rekord markierte, verlor im Laufe der Jahre deutlich an Wert. Das letzte Mal, dass das Papier mehr als einen Euro kostete, liegt mehr als vier Jahre zurück. Seitdem ist Beate Uhse ein Pennystock. Die Hoffnung auf einen Käufer trieb die Aktie am Dienstag um bis zu 30 Prozent auf 10 Cent.

(ij/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scherenschleifer am 02.01.2018 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Vorschlag!

    Die Migros könnte es ja übernehmen und man könnte dann Cumuluspunkte sammeln und einlösen. Insbesondere für die Kundschaft wo unbefriedigend ist. Es wäre sicher ein gutes Segment für die Migros Genossenschaft.

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  • Dari Danilo am 02.01.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Online Shops

    War ja klar, dass die von amorana und anderen überrannt werden. Online sind die Preise 30-50% tiefer. Da werden auch die schweizer offline Läden noch dran kommen. Solche Preise zu verlangen ist eine Frechheit.

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  • Dogoy Vladu am 02.01.2018 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nervtötende Werbung

    He, letztens nach Jahren wieder fern gesehen und in der Werbung von primitiv nervender Sextoywerbung und Fakedateseiten gemervt worden. Hätten halt auch aufdringlich Werbung machen sollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom P. am 04.01.2018 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld mehr

    Habe schon genug gekauft dort. Jetzt kann ich nicht auch noch den ganzen Laden kaufen.

  • MGTOW am 03.01.2018 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sexualität

    wird überbewertet. Ein Leben ohne Sex macht Mann glücklicher als eines mit Sex. Jeder der seine sexualität nicht unter kontrolle hat wird automatisch zum Kenecht des Staates. Dazu passt sich die Lebenserwartung der Männer ohne druck von Frau deren der Frauen an wärend die Lebenserwartung von Frauen deutlich sinkt ohne Mann.

  • Urs Schwyzer am 03.01.2018 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geil ist das denn?

    B. U. wird sich im Grabe umdrehen...

  • e8001 am 03.01.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Detailhandel liefert mit Brot & Co.

    Da muus man gar nicht auf die Migros warten. Coop vertreibt bereits im Online Store Erotik Artikel. Muss sagen für ein Familien Shop war ich ein wenig geschockt und gleichzeitig amüsiert. Es gibt Shop's die haben hier Nische und Diskretion alleine wegen dem Jugendschutz. Das ich aber mit meiner Lebensmittel-Lieferung auch meine erotischen Fantasie befriedigen kann, ist schon etwas viel an Geschäftskreativität und Profitgeilheit.

  • Heinz von Sinnen am 03.01.2018 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Zeit gehen

    Die hätten besser Notariell beglaubigte Kopulierverträge verkaufen sollen. Das wir immer wichtiger in Zukunft.

    • SanWen am 03.01.2018 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz von Sinnen

      Sauwitzig, danke für diesen geistreichen Kommentar! Habe gut gelacht..

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