Verstörte Versicherte

16. April 2018 19:49; Akt: 16.04.2018 20:33 Print

Besorgte Anrufer bei CSS wegen horrender Franchise

von Isabel Strassheim - Der Vorschlag einer 10'000-Franchise der Chefin der Krankenkasse CSS hat ihre eigenen Versicherten in Aufregung versetzt. Die Callcenter mühten sich mit Erklärungen.

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Am Montag riefen Versicherte im Kundencenter der Krankenkasse CSS an. Der Grund: Der Vorschlag von CSS-Chefin Philomena Colatrella, die Mindestfranchise auf 5000 oder 10'000 Franken zu erhöhen, um die Prämien zu senken.

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CSS-Mediensprecherin Christina Wettstein konnte zwar keine genaue Zahl der Anrufer nennen. Sie sagt aber: «Es bestand Klärungsbedarf.» Und die Sprecherin fügt an, «es war uns wichtig zu erklären, dass wir nicht nur für eine Franchisenerhöhung, sondern auch eine soziale Abfederung sind.»

CSS erwartete Widerstand

«Es war uns schon vorher bewusst, dass wir Widerstand mit dem Vorschlag auslösen», sagt Wettstein. Die CSS glaube aber, dass es wichtig sei, die Debatte in Gang zu bringen.

Für Kommunikationsexperte Andreas Bantel besteht beim Vorpreschen der CSS die Gefahr, dass der Wunsch nach Aufmerksamkeit zum Bumerang werden kann. «Es ist ein sportliches Abenteuer, das die CSS-Chefin da unternimmt.» Die Preisfrage sei, ob Versicherte abspringen.

Bei Politikern und Gesundheitsökonomen stiess Colatrellas Vorschlag auf Ablehnung. Der Berner Ökonom Heinz Locher etwa hält nichts von der Idee. Eine Franchise von 10'000 Franken würde laut dem Gesundheitsexperten ihren Zweck verfehlen. «Der Sinn einer Franchise ist eigentlich, nicht wegen jedem Wehwehchen zum Arzt zu gehen. Würde sie drastisch erhöht, würden viele Leute trotz Krankheit nicht zum Arzt gehen. Das haben Studien bereits gezeigt», so Locher.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Corinne am 16.04.2018 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CSS Löhne runter setzen

    Wie wäre es, wenn mal die Löhne der oftmals völlig unqualifizierten Versicherungsangestellter und selbstverständlich auch den Lohn der CSS Chefin (der sich wohl auf eine halbe Million Franken beläuft) reduziert? Wäre auch mal ein Ansatz zur Kostensenkung...

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  • ruedi lanz am 16.04.2018 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Imageschaden

    Hätte ich bei der CSS das Sagen, läge heute ein blaues Brieflein auf dem Pult dieser Dame!

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  • Milan am 16.04.2018 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Arztrechnung sind zu hoch

    ich gehe bereits heute wegen meiner Franchise von 2500chf nicht zum Arzt, sondern probiere mich selbst zu "Heilen". die Arztrechnungen sind einfach viel zu hoch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max W. am 17.04.2018 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillig!

    Viele der Leser verstehen den Artikel offensichtlich nicht richtig. Die CSS möchte nur die Möglichkeit anbieten die Franchise bis auf 10'000 CHF zu erhöhen. Das ist zu 100% Freiwillig und kann jeder selber entscheiden. Ich begrüsse diese Idee. Kann diese Aufregung nicht nachvollziehen.

  • dulcamara am 17.04.2018 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Der KK-Betrug muss aufhoeren

    Alle KK-Versicherungen einfach kuenden. Alle Extras der Apotheken streichen. Man muss von Null wieder anfangen.

  • Jürg Federspiel am 17.04.2018 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr unsympatisch

    Die CSS schafft es immer wieder, negativ Schlagzeilen zu schaffen. Ist es Provokation, oder schlichtweg einfach nur Dummheit? Aber Ächtung: Die Retourkutsche kommt. Ein sehr verärgerter CS Kunde

  • Nur am 17.04.2018 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Mittelstand

    Würde es hart treffen. Die Reichen spürens nicht und die andern zahlen weder Prämie noch Franchise noch Selbstbehalt!

  • Zeitvertreib, der viel kostet am 17.04.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie auf dem Spielplatz

    Wundert mich nicht,was alles auf dem Notfall läuft. Bin immer wieder dort . Auf dem Arm ein schreiendes Baby, am Ohr das Handy. Seelenruhig wird telephoniert. Das Kind,ja das Kind hat einen Schnupfen. Früher ging man ins Spital,wenn man wirklich etwas hatte.