Talfahrt der Märkte

06. Februar 2018 06:18; Akt: 06.02.2018 07:54 Print

Das steckt hinter der Börsen-Krise

Es war der schlechteste Tag seit mehr als sechs Jahren für den Dow Jones. Experten gehen jedoch nicht von einer Rezession aus.

«Tief durchatmen»: Was ein Finanzprofi den Anlegern rät. Video: Tamedia/AP
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Der US-Leitindex Dow Jones hat am Montag vorübergehend seine gesamten Zugewinne dieses Jahres eingebüsst. Er sank am Montag zeitweise um rund 1500 auf unter 24'000 Punkte, was einem Minus von etwa 5,6 Prozent entsprach. Der Dow beendete den Handelstag mit einem Minus von 4,6 Prozent auf 24'345,75 Punkten. Damit verlor er letztlich 1175 Punkte. Der massive Kurseinbruch riss in der Folge auch den Nikkei in den Keller.

Panik an der Wall Street

Aktienmarkt-Experten hatten bereits länger mit Einbrüchen und einem Crash gerechnet. Am Freitag denn hatte die Talfahrt der Börse begonnen, als Investoren sich wegen Anzeichen für eine höhere Inflation und Zinssätze sorgten: Wie aus einem US-Regierungsbericht Ende der Woche hervorgegangen war, stiegen die Gehälter von Arbeitnehmern landesweit relativ schnell im vergangenen Monat. Auch wenn das gut für die Arbeitnehmer sein mag, sahen Aktienhändler darin ein Signal für eine möglicherweise bevorstehende Inflation und damit einhergehend einen schnelleren Anstieg der Zinssätze der US-Notenbank Federal Reserve.

Computer-getriebenen Handel

«Der Grund für den Anstieg der Zinssätze ist die stärkere Wirtschaft», sagte Ernie Cecilia, Investitionsmanager beim US-Finanzdienstleister Bryn Mawr Trust. «Die Gründe sind positiv. Es ist nicht so wie 2008 oder ein herannahendes finanzielles Armageddon.» «Die Sorgen um die Zinssätze waren der Auslöser» für die Ohnmacht auf dem Aktienmarkt, sagt auch Melda Mergen vom Fonds Columbia Threadneedle.

«Grundsätzlich sehen wir keine Neuigkeiten. Es ist Gewinnsaison, eine Zeit, in der wir mehr direktes Feedback von unseren Unternehmen bekommen, und wir haben keine Bedenken.»

Der Abverkauf erfolgte so schnell und intensiv, dass viele Marktbeobachter die Schuld beim Computer-getriebenen Handel suchten, der an der Wall Street vorherrschend ist. Die Systeme sind so programmiert, dass sie auf Grundlage mehrerer Variablen kaufen und verkaufen. Ein erstes Wackeln bei den Börsenkursen könnte letztlich der Auslöser für mehr und mehr Verkäufe nach einem ungewöhnlich ruhigen Lauf gewesen sein.

Erster Amtstag von Jerome Powell

Montag war zudem der erste Amtstag für den neuen Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell. Mit Blick auf ihn haben Finanzinvestoren Sorgen, wie treu er der Niedrigzinspolitik seiner Vorgängerin Janet Yellen bleiben wird.

Das Weisse Haus zeigte sich trotz des Kursverlustes positiv: Der Fokus von Präsident Donald Trump liege auf langfristigen Wirtschaftsgrundlagen, erklärte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders in einer Stellungnahme. Diese blieben weiterhin aussergewöhnlich stark, so Sanders. Zudem sei die Arbeitslosenquote auf einem historisch niedrigen Stand und die amerikanischen Arbeiter erhielten höhere Löhne.

(chk/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SubGenius am 06.02.2018 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Experten ?

    Die sogenannten Experten gehen NIE von einer Rezession aus. Für diese Experten gibt es nur ewiges Wachstum, ewige Ressourcen, ewige Erneuerung der Natur, gemäss diesen Experten muss man zum Schluss kommen dass sogar die Erde ständig am wachsen ist damit der Traum dieser Experten verwirklicht werden kann, platz ist im Universum genügend vorhanden....

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  • Dani am 06.02.2018 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur gepumpt ...

    Die meisten Experten sehen leider vor lauter Bäumen den Wald nicht. Die Märkte sind völlig überbewertet und ein grosser Teil des Börsenanstiegs ergab sich durch Kreditkäufe einer hoffnungslos überschuldeter Nation.

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  • marc s am 06.02.2018 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    natuerlich nicht....

    .... denn in der realwirtschaft ist die rezession schon lange angekommen.... nur wirds von der "elite" in politik und wirtschaft schoen geredet und mit vermeintlich 7x schlauen "tricks und massnahmen" (welche schlussendlich der noch viel groessere schuss ins eigene bein sein werden) nuetzt viel, wenn der mittelstand in west-eu odrr der usa auf das niveau eines ost-eu-lohnempfaengers mit 200 oder 400Euro oder gar dasjenige eines asiatischen reisbauern oder wanderarbeiters der sich mit mueh und not seine taegliche reisration leisten kann runterknallt.... wer hat dann noch pinke zum kaufen?????

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manfred.Th. am 06.02.2018 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Geld Alleine macht nicht Glücklich

    Es musste ja mal so Kommen und jetzt ist es geschehen und die Talfahrt an der Börse ist gekommen! Und es gibt kein Gewinn sondern nur Verlust. Solches müsste nicht sein, doch wenn man immer mehr haben will und mit dem was man hat nicht zufrieden ist. Da kann man nur sagen Geld alleine ist auch nicht Alles. Einer hat Zuviel davon und ein Anderer hat nur wenig oder gar nichts davon.

  • Norbert am 06.02.2018 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experten?Fahne im Wind

    Informiere die selber über Deine Aktie und lass Dir Zeit dabei

  • Zeki am 06.02.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft

    Wir Arbeiter müssen mehr arbeiten was heute schon zu viel ist

  • experten am 06.02.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibt es nicht

    es gibt auf der welt milionen von ökonomen. Doch als 2008 die Immobilienblase platze sah das kaum einer kommen. Und ihr haltet die Leute immernoch für Experten?

    • Marteria am 06.02.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      naja, Warnungen gab es sehr wohl

      Huch, lassen sie sich nicht blenden!! Es gab sehr wohl viele Ökonomen die gewarnt haben oder den Abwärts-Trend erkannt haben...die Medien haben uns aber andere Experten gezeigt ;) Ist wie die Warnung vom Harvard Professor für Gesichte, welcher den Konflikt USA-China genauer unter die Lupe nahm und dazu ein Buch schrieb wie solche Konflikte normalerweise ablaufen... Genauso warnt China sein Volk seit Jahren das man sein Geld in Wertgegenstände investieren soll und nicht in Banken...warum wohl?

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  • Marco am 06.02.2018 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Globalisierung

    Jetzt zeigt sich ein weiteres,grosses Problem der Globalisierung: Brennt es an einem Ort, entsteht ein unkontrollierbarer Flächenbrand. Denn alles wurde miteinander verknüpft. Die Globalisierung ist eine Katastrophe, ausser für ein paar Superreiche, die profitiert haben vom buchstäblich unbegrenztem Profit, auf Kosten der der "normalen" Menschen. Ein moderner Raubzug!