Aktien

10. Dezember 2012 18:33; Akt: 10.12.2012 23:38 Print

Börsenparty - doch kaum einer geht hin

von Hans Peter Arnold - Die Börsenindizes erreichen neue Höchststände - doch die Lust am Aktienhandel schwindet. Das zeigen die Umsätze und eine Umfrage.

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Der Börsenhandel ist flau - trotz neuer Jahresrekorde.

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Der Swiss Market Index (SMI) ist seit Anfang Jahr um 17 Prozent gestiegen. Holcim, Swatch Group notieren rund 30 Prozent höher; Richemont ist sogar um über 50 Prozent gestiegen. Das freut Aktionäre und Pensionskassen; ihr Vermögen hat an Wert gewonnen. Im Unterschied zu früheren Erholungsphasen, zieht diesmal die Börse nicht mehr Investoren an. Im Gegenteil: Von Januar bis November wurden der Schweizer Börse für 832 Milliarden Franken Wertpapiere gehandelt. Das ist zwar eine stattliche Summe; dennoch liegt der Umsatz 24 Prozent unter dem Vorjahr.

Schweizer scheuen das Risiko

Einzig Obligationen wurden verstärkt gehandelt (+7 Prozent). Das passt ins Bild einer Umfrage des Finanzdienstleisters Blackrock. Demnach legen 64 Prozent der Befragten in der Schweiz ihr Vermögen in Cash an. 24 Prozent halten heute mehr Barvermögen oder Spareinlagen als ein Jahr zuvor. Zwei Drittel der Menschen bezeichnen sich selber als risikoscheu. Nur jeder fünfte wäre bereit, für die Aussicht auf eine höhere Rendite grössere Risiken auf sich zu nehmen. Und nur elf Prozent der Schweizer halten die Finanzbranche für vertrauensvoll. Dies dürfte einer der Gründe sein, weshalb die Anleger derzeit auf der Seitenlinie bleiben, kommentiert Blackrock das Ergebnis.

«Diese Hausse ist nicht nachhaltig»

Für Christian Gattiker-Ericsson, Chefanalyst der Bank Julius Bär, ist klar: «Dies Hausse ist nicht nachhaltig; das zeigen die tiefen Handelsvolumen.» Sein Blick richtet sich heute allerdings mehr auf die grossen Investoren wie Pensionskassen. Denn der Schweizer Privatanleger ist bereits aus dem Aktienmarkt ausgestiegen: Im Jahr 2000 hielt noch fast jeder dritte Schweizer Aktien; heute sind es laut einer Studie der Universität Zürich nur noch 17 Prozent. Ein weiterer Grund für den flauen Aktienhandel: Die Banken agieren nach der Finanzkrise viel vorsichtiger und fahren deshalb den Eigenhandel zurück.

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