Fall Adoboli

26. November 2012 07:09; Akt: 26.11.2012 09:06 Print

Briten büssen UBS mit 29 Millionen Pfund

Die britische Finanzmarktbehörde FSA büsst die UBS im Fall Adoboli mit umgerechnet 43 Millionen Franken. Zudem erteilt die Finanzmarktaufsicht Finma der Investmentbank mehrere Auflagen.

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Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) zieht bei der Grossbank UBS Konsequenzen aus dem Fall Adoboli und nimmt deren Investmentbank an die Kandare. Von der britischen Finanzmarktbehörde FSA wird die UBS zudem mit 29,7 Mio. Pfund gebüsst.

Der von der UBS angekündigte massive Abbau der Investmentbank erscheint damit in einem neuen Licht: Die Finma und die FSA legen die Sparte wegen festgestellten «erheblichen Kontrollmängeln» nämlich in enge Ketten. So muss bis auf Weiteres jede neue Geschäftsinitiative der UBS-Investmentbank, die «voraussichtlich die operationelle Komplexität erhöht», vorgängig von der Finma akzeptiert werden, wie die Behörde am Montag mitteilte.

Die risikogewichteten Aktiven der Investmentbank werden begrenzt und diese Obergrenze wird bis 2015 kontinuierlich reduziert. Auch die risikogewichteten Aktiven der Londoner Niederlassung der UBS, wo der Handelsverlust entstanden ist, unterliegen fortan einer sich über die Jahre verringernden Obergrenze.

Zudem darf die UBS-Investmentbank keine neue Akquisitionen tätigen. Die Finma setzt überdies einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten ein, um die Fortschritte und den Abschluss des Massnahmenpakets zu überwachen. Die Finma prüft weiter, ob die Kapitalunterlegung der operationellen Risiken der UBS zu erhöhen ist.

Die Finma und die FSA schliessen damit ihr so genanntes Enforcement-Verfahren ab, welches nach dem milliardenschweren Handelsverlust bei der UBS durch den ehemaligen Händler Kweku Adoboli gestartet worden war. Die beiden Behörden anerkennen, dass die UBS seither eine grosse Zahl organisatorischer Massnahmen eingeleitet hat, um Risikomanagement und Kontrollfähigkeiten zu stärken.

UBS: «Schwachstelle behoben»

Die UBS akzeptiert die Untersuchungsergebnisse der Aufsichtsbehörden zum Fall Adoboli und die damit verbundenen Strafzahlungen.

«Wir sind zufrieden, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist und dass die Regulatoren die Massnahmen anerkannt haben, welche die UBS seit dem Vorfall getroffen hat», teilte die Bank am Montag mit.

Die Schwachstelle bei der internen Kontrolle der Finanzberichterstattung sei behoben worden. Zudem habe die UBS disziplinarische Massnahmen gegen Mitarbeitende ergriffen und wolle die Risikokontrolle im gesamten Unternehmen weiter verstärken.

So würden Mitarbeitende in Schulungen speziell sensibilisiert für die Wichtigkeit des Risikomanagements. «Wir haben die Art und Weise verändert, wie Mitarbeitende beurteilt und entlöhnt werden», hiess es weiter.

Die UBS verwies zudem darauf, dass sie die Umsetzung ihrer Strategie kürzlich beschleunigt hat. So wird die Investmentbank markant verkleinert und Teile des Handels mit Obligationen und strukturierten Produkten aufgegeben. Konzernweit sollen in den nächsten drei Jahren gegen 10'000 Stellen gestrichen werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Revisor am 26.11.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gambling vs. Controlling Cost

    Was hätte eine vernünftige Aufsicht (Controlling) so in etwa gekostet in Mio.? Ist eventuell die Gambling-Variante mit Verlust und Teamplayer im Knast dafür Busse (bezahlt ja eh der Arbeitgeber) die günstigere ..?

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  • $uPäR am 26.11.2012 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer zahlt es?

    Natürlich der liebe CH-Steuerzahler, bei dem die UBS immer noch mit 68 Mia. CHF in der Kreide ist.

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  • Hans Hintergrund am 26.11.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schade-

    Wäre ich Sohn eines UNO-Schergen, welcher half sein Land zu plündern, dann hätte ich vielleicht auch einen tollen Job bei einer Grossbank erhalten-

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Kritiker am 26.11.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Grössere Probleme kommen noch auf die...

    ...Briten zu. Wenn heute Riskmanagers die Geschäftsleitungen von Investmentbanken in London vor überhöhten Risiken warnen bei bedeutenden Positionen in den Büchern und auf Grund dessen entlassen werden, dann steht schon die nächste Finanzkrise vor der Tür.

  • Remo Paganini am 26.11.2012 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Das verstehe, wer will. Dass man neben dem ohnehin angefallenen Verlust auch noch eine Busse bezahlen muss, zeigt die Perversität des Finanzmarktes. Wäre stattdessen ein Gewinn gemacht worden, was durchaus möglich gewesen wäre, dann hätten die Steuerbehörden mindestens den für die Busse bezahlten Betrag einkassiert. Einer gewinnt immer: entweder das Casino oder dann der Staat. Bezahlen können es schlussrndlich die kleinen Anleger, die auch schon mit UBS-Aktien mehr als die Hälfte des Wertes verloren haben. Das oberste Management kassiert aber fröhlich weiter. Das ist eben die Ungerechtigkeit dieser Finanzwelt.

    • TurboBanker am 26.11.2012 14:08 Report Diesen Beitrag melden

      Vergesslich?

      Verspekuliert sich eine Bank haftet in letzter Konsequenz das Volk dafür. Die Strafe ist erschreckend niedrig. Peanuts, wie der frühere DBK Chef Breuer zu sagen pflegte.

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  • Revisor am 26.11.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gambling vs. Controlling Cost

    Was hätte eine vernünftige Aufsicht (Controlling) so in etwa gekostet in Mio.? Ist eventuell die Gambling-Variante mit Verlust und Teamplayer im Knast dafür Busse (bezahlt ja eh der Arbeitgeber) die günstigere ..?

    • Revifantasien am 26.11.2012 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Revisor

      Der Personalbestand der Finma müsste massiv erhöht werden. Die Finma müsste für die Zuteilung der externen Revisionsgesellschaften an Banken, Versicherungen und Stromkonzerne zuständig sein. Einheitlicher Kostentarif für alle Revisionsgesellschaften. Das komplexe Ausserbilanzgeschäft müsste zu höheren Revisionskosten erfolgen und evtl. durch spezialisierte separate Revisionsgesellschaften durchgeführt werden - alles unter Aufsicht der Finma. Und eine "Finma Revisionsgesellschaft" müsste die erwähnten externen Revisionsgesellschaften revidieren. Bussengeld sei Dank dazu.

    • Der Kritiker am 26.11.2012 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      @ Revisor

      Als Revisor müsstest Du eigentlich wissen, dass die Aufsicht da war, die Verantwortlichen allerdings nichts von diesen Risiken hören wollten.

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  • Hans Hintergrund am 26.11.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schade-

    Wäre ich Sohn eines UNO-Schergen, welcher half sein Land zu plündern, dann hätte ich vielleicht auch einen tollen Job bei einer Grossbank erhalten-

  • HRoelli am 26.11.2012 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    und die Schweiz

    und warum büssen nur die Engländer und die USA und die Schweiz nicht?

    • Karin Sorgenvoll am 26.11.2012 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Endlos

      Als vor vielen Jahren die UBS gezwungen wurde, die namenlosen Konti mit 60jährigen Zinsen zurückzuzahlen, hat es geheissen, wir sind noch nicht fertig mit euch. So werden weiterhin die 2 Grossbanken, vorallem die UBS laufend mit angeblichen Vergehen bestraft und mit Millionenbeträgen gestraft. Was ich nicht verstehe ist, dass in diesen beiden Banken amerik.und brit. Arbeitnehmer den Schweizern vorgezogen werden.

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