Tausender steuerfrei

30. Mai 2012 14:13; Akt: 30.05.2012 16:54 Print

Bund lässt Lotto-Spielern mehr vom Gewinn

Die Freigrenze für Lottogewinne wird massiv angehoben. Neu müssen sie erst ab 1000 Franken versteuert werden. Bislang zwackte der Bund schon ab einem Gewinn von 50 Franken 35 Prozent Steuern ab.

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35 Prozent eines Lottogewinns gehen an den Bund, sofern der Gewinn 50 Franken oder mehr beträgt. Neu wird die Grenze auf 1000 Franken angehoben. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Lottogewinne müssen neu erst ab 1000 Franken versteuert werden. Nach dem Ständerat hat sich am Mittwoch auch der Nationalrat dafür ausgesprochen. Bisher lag die Freigrenze bei 50 Franken. Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf kündigte weitere Reformen an.

Das Gesetzesänderung wurde einstimmig gutgeheissen. Der Rat folgte der Argumentation, dass eine höhere Grenze den Nachteil der Lotteriegesellschaften gegenüber den Casinos mindere. Casino-Gewinne unterliegen im Gegensatz zu Lottogewinnen nicht einer Verrechnungssteuer von 35 Prozent.

9 von 10 Gewinnen neu steuerfrei

Kommissionssprecher Dominique de Buman (CVP/FR) führte an, dass sowohl die Lotteriegesellschaften als auch die Finanzbehörden von administrativen Aufwand befreit werden können, der wegen «lächerlichen Summen» entstehe.

Mit der Freigrenze von 1000 Franken werden über 90 Prozent aller Lottogewinne von der Verrechnungssteuer befreit. Der Effekt auf die Steuereinnahmen ist allerdings nicht gross. Denn: Rund 83 Prozent der Gewinnsumme bleiben der Verrechnungssteuer unterworfen und somit steuerpflichtig.

Weitere Reformen angekündigt

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf stellte sich hinter das Anliegen. Sie kündigte sogar an, die Besteuerung von Glücksspielgewinnen demnächst aus einer ganzheitlichen Sicht zu betrachten. Es gebe keinen Grund, dass Gewinne aus Lotterien anders besteuert würden als Gewinne in Spielbanken, sagte sie.

Der Vorschlag zur entsprechender Gesetzesänderung geht auf eine parlamentarische Initiative von Ständerat Paul Niederberger (CVP/NW) zurück.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Röösli am 30.05.2012 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich!

    Lächerlich! Die Grenze könnte auch bei 10 000.- CHF sein.

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  • Franz am 30.05.2012 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Bank müsste man sein...

    Gewinnt man Millionen, versteuert man um einiges weniger. Verliert man Milliarden, dann wird das mit unseren Steuern bezahlt. Und ja nicht auf Boni verzichten...

  • Didi Lotto am 30.05.2012 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    No Tax

    Wer eine Million gewinnt, soll sie auch ganz erhalten. Lottogewinne sollten Schweizweit nicht mehr der Einkommenssteuer unterliegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 31.05.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Finanz- + Wirtschafts-Krise

    lassen grüssen. Jetzt wo das Volk wegen der Krise nicht mehr viel für Lotto übrig hat, versucht man es mit der Trickkiste - mit Speck fängt man Mäuse. Doch da Volk macht nicht jeden Abzocker-Tick mit.

  • Gustav Gans am 31.05.2012 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Du hast keine Chance, also nutze sie!

    Da gewinnt man vielleicht 1 x im Leben, wenn überhaupt, einen grossen Betrag und schon kommt der Staat und sahnt gleich wieder ordentlich ab. Wenn aus dem Los aber nichts wird, dann darf ich die Kosten/Verluste für den Einsatz selbst tragen, ist doch fair nicht?

  • Scherber am 30.05.2012 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Lösung

    Was wäre denn wenn man die Steuern schon vor dem Gewinn oder vor der Veröffentlichung abzieht und man dann z.B 7 Franken verlost und nicht 10 Franken.

  • Franz am 30.05.2012 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Bank müsste man sein...

    Gewinnt man Millionen, versteuert man um einiges weniger. Verliert man Milliarden, dann wird das mit unseren Steuern bezahlt. Und ja nicht auf Boni verzichten...

  • Blumenkohl am 30.05.2012 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungleichheit hoch 1000!

    Die Superreichen können durch die Pauschalbesteuerung Millionen einsparen und wenn der kleine Mann von nebenan einmal 1'000'000 gewinnt holt sich der Staat gleich was zu holen ist! Immer müssen zuerst die wirklich arbeitenden dran glauben. Eine riesen Frechheit die wir Normalos uns nicht länger gefallen lassen dürfen!

    • jasmin am 31.05.2012 06:12 Report Diesen Beitrag melden

      kein Problem damit

      also ich habe kein Problem damit. Ich bin eben nicht NEIDISCH und deshalb mag ich jedem gönnen was er hat.

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