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Eidg. Vergleichsrechner
14. November 2012 12:39; Akt: 14.11.2012 13:14 Print
Bund macht Comparis und Co. Konkurrenz
von Sabina Sturzenegger - Ob für Krankenkassen, Konsumgüter oder Immobilien – alle wollen den tiefsten Preis. Kein Wunder, haben Vergleichsdienste Hochkonjunktur. Auch der Bund mischt kräftig mit.
Im Dschungel von Versicherungsprämien, Kreditkarten- und Telefongebühren, Zinsen, Autopreisen und Hypotheken wollen die Konsumenten nur eins: Klarheit. Sie wollen wissen, wo sie am günstigsten zu ihrem Gut kommen und welche Leistungen sie dafür erwarten können.
Im Markt zur Schaffung von Preistransparenz mischen in der Schweiz deshalb immer mehr Akteure mit. Allen voran die beiden grossen Internet-Vergleichsdienste Comparis und Bonus. Für Immobilien-Vergleiche haben sich Beratungsfirmen wie Wüest & Partner oder Iazi einen Namen gemacht.
Neuer Index kostet 2 Millionen
Aber auch der Staat mischt in diesem Geschäft immer mehr mit: Letzte Woche kündigte der Bundesrat an, einen Immo-Index einzuführen, um die Preisentwicklung von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen in der Schweiz besser zu erkennen. Der Index soll 2017 eingeführt werden. Kostenpunkt für die Entwicklung: 2 Millionen Franken.
Beim Preisvergleich von Krankenkassenprämien mischt der Bund schon länger mit: Bereits seit Herbst 2011 gibt es den Prämienrechner Priminfo des Bundesamtes für Gesundheit. Der Bund investiert in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt
Unlängst wurde zudem das Preisbarometer für den Vergleich von Konsumgütern im In- und Ausland lanciert. Das Volkswirtschaftsdepartement steuert
Bund soll Anbietern auf die Finger schauen
Steuergelder für Vergleichsdienste, die von privaten Anbietern bereits erbracht werden – das stösst insbesondere den Betreibern der Portale und Dienste sauer auf. Felix Schneuwly, Sprecher von Comparis, stört am meisten, dass der Bund mit seinen Preisrechnern versucht, «Schiedsrichter und Mitspieler gleichzeitig» zu sein. «Der Bund soll den Anbietern von Preisvergleichen auf die Finger schauen, nicht selber Anbieter sein», sagt Schneuwly.
Auch Thomas Pletscher vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat für dieses Engagement des Bundes, insbesondere wenn es um Krankenkassenprämien geht, wenig Verständnis. «Die Preistransparenz ist zwar wesentlich für den Markt. Es gibt aber keinen Grund, weshalb der Bund ein privates Angebot konkurrenzieren muss», sagt er.
Selbst Konsumentenforum skeptisch
Aus diesem Grund ist auch das liberale Konsumentenforum (kf), welches das Preisbarometer mitträgt, kritisch: «Am liebsten hätten wir, wenn konkurrierende Unternehmungen wie Comparis und Bonus das Preisbarometer anbieten würden», sagt Geschäftsführer Michel Rudin. Doch leider sei das nicht der Fall.
«Die privaten Anbieter zeigen bis jetzt wenig Interesse, einen Preisvergleich zwischen Konsumgütern aus dem In- und Ausland in diesem Umfang und in dieser Qualität anzubieten», stellt Rudin fest. Das Angebot des Bundes - mit all seinen Schwierigkeiten - komme zumindest diesem Bedürfnis nach.
«Keine einzigartige Leistung»
Doch selbst dieses Argument sticht für den Wirtschaftsvertreter Pletscher nicht: «Wenn es Private nicht anbieten, muss man sich fragen, ob die Informationen für den Markt überhaupt notwendig sind.» Andernfalls habe der Bund das Geld zum Fenster hinausgeworfen.
Ausserdem erbringe das vom Bund finanzierte Preisbarometer keine einzigartige Leistung. Im Gegenteil: «Er müsste zum Beispiel auch tagesaktuelle Preise, Aktionen oder Anfahrtskosten in die Rechnung einbeziehen.» Beim geplanten Immobilien-Index des Bundes befürchtet Pletscher Ähnliches.
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