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Sportwetten
01. Juni 2010 22:47; Akt: 01.06.2010 22:52 Print
Bund will Geldfluss unterbinden
von Alex Hämmerli - Der Markt für ausländische Sportwetten im Internet floriert. Der Bund rüstet sich zum Gegenschlag.

Ausländische Sportwetten-Anbieter machen in der Schweiz rund 120 Mio. Franken Umsatz.
Während der Fussball-WM in Südafrika haben Sportwetten Hochkonjunktur. Davon profitieren nicht nur Swisslos und die Loterie Romande. Ein immer grösseres Stück des Markts schneiden sich ausländische Internetanbieter ab. Rund 120 Millionen Franken setzten die hierzulande verbotenen Unternehmen 2009 mit Schweizer Kunden um, schätzt Swisslos. Das ist etwa doppelt so viel wie bei den Schweizer Grosslotterien. Deren gemeinsamer Umsatz bewegt sich seit Jahren bei der 60-Millionen-Marke. Ein Grund für den Erfolg der illegalen Anbieter sind laut Swisslos-Sprecher Willy Mesmer die Ausschüttungsquoten: «Swisslos und Loterie Romande zweigen im Schnitt 40 bis 50 Prozent des Einsatzes für gemeinnützige Projekte ab. Private Anbieter behalten in der Regel weniger als 10 Prozent für sich.»
Sportwetten an der BörseSportwetten kann man auch an der Börse abschliessen. Möglich machen dies sogenannte Sportzertifikate. Deren System: Für ein Zertifikat der Schweizer Nationalmannschaft zahlt man beispielsweise 80 Cent. Gewinnt die Nati die WM, gibts 100 Euro zurück. Scheidet sie aus, entsteht ein Totalverlust. Die teuersten Zertifikate sind diejenigen von Brasilien, die günstigsten die von Honduras. Eine komplette Liste findet sich auf www.sportzertifikate.de Fussballwetten unter Freunden
Erlaubt sind Sportwetten in der Schweiz dann, wenn sie «nicht gewerbsmässig organisiert» sind. Der Organisator darf also keinen Gewinn einheimsen. Ausserdem muss die Wette zeitlich beschränkt sein. Demnach sind Sportwetten unter Arbeitskollegen und Freunden während der Fussball-WM erlaubt. Möglich ist nicht nur die klassische Siegwette, sondern auch jede andere erdenkliche Variante, z.B. in welcher Minute das erste Tor fällt.
Die blosse Teilnahme an Sportwetten ausländischer Anbieter ist in der Schweiz nach heutiger Gerichtspraxis legal. Der Bund will dem Treiben der Internetanbieter aber einen Riegel vorschieben. Argumentiert wird mit der Suchtgefahr und der Geldwäscherei. Eine Arbeitsgruppe der Bundesverwaltung arbeitet an einer gesetzlichen Grundlage, um die Anbieter in Zukunft vom Markt fernzuhalten. Angedacht sind laut der Lotterie- und Wettkommission (Comlot) zwei Massnahmen: «Einerseits ist das Blockieren der Internetseiten eine Option, andererseits könnte man Finanztransaktionen an die Anbieter unterbinden», sagt der stellvertretende Geschäftsführer Manuel Richard.

























