Arbeitsrecht

27. November 2012 13:42; Akt: 27.11.2012 13:42 Print

Bundesgericht stützt Teilzeit-Angestellte

Eine Genfer Reinigungsangestellte ist während Jahren im Stundenlohn statt im Monatslohn bezahlt worden. Dadurch verdiente sie 80'000 weniger. Zu Unrecht, sagt das Bundesgericht.

storybild

Laut einem in Lausanne anwesenden Gewerkschaftsvertreter könnte das Urteil Auswirkung auf zahlreiche andere Beschäftigte haben. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Flugzeugreinigungsfirma ISS Aviation muss ihre Genfer Angestellten, die über 50 Prozent arbeiten, im Monatslohn entlöhnen. Das Bundesgericht hat einer Frau Recht gegeben, die über Jahre nur im tieferen Stundenlohn bezahlt wurde.

Die Betroffene war 1994 als Aushilfe im Stundenlohn angestellt worden. Zwischen 2004 und Sommer 2009 arbeitete sie wöchentlich rund 30 Stunden. Für die Genfer Angestellten der Arbeitgeberfirma ISS Aviation gelten zwei verschiedene Gesamtarbeitsverträge.

Der eine betrifft Personal im Monatslohn, das zu unregelmässigen Zeiten mindestens 50 Prozent arbeitet. Der andere gilt für Aushilfskräfte im Stundenlohn. 2009 erhob die im konkreten Fall betroffene Frau Klage gegen ihre Arbeitgeberin.

Arbeitsgrad als Kriterium

Sie vertrat dabei die Auffassung, dass sie aufgrund ihres Arbeitsgrades von über 50 Prozent im Monatslohn hätte angestellt und entschädigt werden müssen. Seit 2004 hätte sie so rund 80'000 Franken mehr verdient, die ihr nun nachzuzahlen seien.

Nachdem die Frau vor den Genfer Gerichten erfolglos geblieben war, hat ihr die I. Zivilrechtliche Abteilung des Bundesgericht in der Sitzung vom Dienstag nun Recht gegeben. Die Sache geht zur Festlegung des Nachzahlungs-Betrages zurück an die Vorinstanz.

Drei der fünf urteilenden Richter kamen zum Schluss, dass der Arbeitsgrad das entscheidende Kriterium dafür sei, welcher der beiden Gesamtarbeitsverträge zur Anwendung gelange. Laut einem in Lausanne anwesenden Gewerkschaftsvertreter könnte das Urteil Auswirkung auf zahlreiche andere Beschäftigte haben.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 27.11.2012 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Stundenlohn

    Wer im Stundenlohn arbeitet, muss pro Stunde eigentlich mehr verdienen, als Festangestellte. Schliesslich fehlen beim Stundenlohn oft Sozialleistungen, Ferien, Anteil 13. Monatslohn,...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peschä am 27.11.2012 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Stundenlohn

    Wer im Stundenlohn arbeitet, muss pro Stunde eigentlich mehr verdienen, als Festangestellte. Schliesslich fehlen beim Stundenlohn oft Sozialleistungen, Ferien, Anteil 13. Monatslohn,...

    • Dany am 27.11.2012 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Wer im Stundenlohn Arbeitet kann von ISS und zwar alle Bereuche, auch Reinigung, so gesteuert werden dass die obligatorische Pensionskasse (ab ca. 2400 p.Mt.) entfällt oder tiefe Arbeitgeberbeiträge bringen. So können die anständigen Mitbewerber durch Billigofferten ausgeschaltet werden.

    • Lo Brunner am 27.11.2012 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ISS

      Ich habe bei dieser Firma in einer anderen Position gearbeitet und kann sagen, dass es nicht der einzige Fall sein wird.

    • my name is lisa am 29.11.2012 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      hahhwh

      vohl kuhl

    einklappen einklappen
Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren