Pensionskasse

14. November 2012 15:20; Akt: 14.11.2012 16:12 Print

Bundesrat prüft Wechsel bei PK-Mindestzins

Der Bundesrat legt den Mindestzinssatz für die 2. Säule jeweils im Voraus fest und muss sich dabei auf Prognosen verlassen. Nun soll ein neues Verfahren geprüft werden.

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Der vom Bundesrat festgelegte Mindestzinssatz hat einen grossen Einfluss auf die Altersrente. (Bild: Keystone)

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Dass der Bundesrat den Mindestzinssatz für die Pensionskassen-Guthaben im Herbst für das kommende Jahr festlegt, hat gewisse Nachteile. Darum lässt die Landesregierung prüfen, ob der Satz nicht im Nachhinein für das vergangene Jahr definiert werden soll.

Von der Festlegung des Mindestzinssatzes bis zur Gutschrift der Zinsen auf den Altersguthaben vergehen im aktuellen System rund 14 Monate. Eine andere Möglichkeit wäre es, den Satz jeweils per Ende des laufenden Jahres festzulegen, also im Nachhinein, teilte der Bundesrat am Mittwoch mit.

Welcher Satz gilt bei Kündigung?

Diese sogenannte Ex-Post-Feststellung könnte im Wissen um die Entwicklung der Anlagemärkte getroffen werden, die Resultate wären gegen Ende Jahr weitgehend bekannt.

Allerdings müsste bei einer solchen Regelung eine Lösung für diejenigen Versicherten getroffen werden, die während des Jahres die entsprechende Vorsorgeeinrichtung verlassen. Der Bundesrat hat eine Prüfung der Festlegung im Nachhinein in Auftrag gegeben und rechnet bis Juni 2013 mit Ergebnissen und Vorschlägen.

1,5 Prozent für 2013

Die Altersguthaben der zweiten Säule werden auch 2013 mit historisch tiefen 1,5 Prozent verzinst. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Er folgte damit der zuständigen Kommision. Zudem lässt er die Festlegung des Zinssatzes im Nachhinein prüfen.

Entscheidend für den Mindestzinssatz, welchen die Pensionskassen für die Altersguthaben bezahlen müssen, sind die Rendite der Bundesobligationen sowie die Entwicklung von Aktien, Anleihen und Immobilien.

Wie der Bundesrat feststellt, entwickelten sich die Aktien und Anleihen 2012 positiv. Der BVG Index 93 der Privatbank Pictet, der einen Viertel Aktien und drei Viertel Anleihen enthält, legte in den ersten drei Quartalen um 5,44 Prozent zu. Auch die Immobilien gewannen an Wert.

Dagegen werfen die erstklassigen Obligationen kaum mehr Renditen ab, wie der Bundesrat weiter rapportiert. Bei den kurzfristigen Bundesobligationen wurden sogar Negativzinsen registriert. Die Bedrohungen durch die Schuldenkrise in Europa und die wirtschaftliche Abkühlung bleiben bestehen.

Unterdecklung bei vielen Kassen

Der Deckungsgrad vieler Pensionskassen ist nach wie vor ungenügend, begründet der Bundesrat seinen Entschluss weiter. Ein zu hoher Mindestzinssatz würde die Kassen zu Risiken verführen, welche sie in einer ungünstigen Marktsituation wegen mangelnder Wertschwankungsreserven nicht tragen könnten.

In der Kommission für berufliche Vorsorge hatten die Vorschläge von 1 bis 2,5 Prozent gereicht. Die Versicherer verlangten eine Absenkung der Mindestverzinsung auf 1 Prozent, die Gewerkschaften eine Erhöhung. Am Schluss entschied sich die Kommission mit 13 zu 1 bei 3 Enthaltungen für 1,5 Prozent.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Meier am 14.11.2012 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionskassen müssen Kosten senken!

    Eine Senkung ist unakzeptabel! Zuerst müssen die Pensions Kassen über die Bücher und die Kosten senken!

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  • Markus Mueller am 14.11.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ges. vorgegebene Mindestverzinsung aufh.

    Die gesetzlich vorgegebene Mindestverzinsung ist aufzuheben und freie Wahl der Vorsorgeeinrichtung der Arbeitnehmerschaft zu gewähren. Das führt zu mehr Wettbewerb unter den Pensionskassen. Es gibt Sicherheiten wie die gesetzl. Mindestverzinsung, die aber langfristig keine Sicherheiten sind. Jedes erfolgereiche Vorsorgesystem muss langfristig finanzierbar bleiben, sonst geht es, Gesetze hin oder her, unter!

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  • Reto F. am 16.11.2012 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Simulation fürs Smartphone

    Simulation mit Zins- und Umwandlungssatz kann zum Bsp. mit der iPhone App "swissBVG" durchgeführt werden. Dort sieht man u.a auch was die Rente bis zum "Lebensende" kostet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto F. am 16.11.2012 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Simulation fürs Smartphone

    Simulation mit Zins- und Umwandlungssatz kann zum Bsp. mit der iPhone App "swissBVG" durchgeführt werden. Dort sieht man u.a auch was die Rente bis zum "Lebensende" kostet.

  • franz. am 14.11.2012 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    die säule 3a bringt mehr zins

    hebt endlich die pensionskassenbindung auf, damit wettbewerb entsteht. säule 3a konten werfen mehr zins ab. dies zeigt, dass auch bei der PK mehr drin liegt - aber ohne wettbewerb und dank dem deckmantel des bundesrates kann man sich ja geschützt ausruhen.

    • Supermario am 15.11.2012 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      Träum weiter

      Hast du ernsthaft das Gefühl, dass noch eine (seriöse) Bank im nächsten Jahr mehr als 1.5% für die 3a Konti offeriert? Träum weiter!

    • Reto am 16.11.2012 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Säule 3a ist nur ein Konto

      Viele Firmen haben ihre eigenen Pläne, die Arbeitgeber- Beteiligung unterscheiden sich, die Leistungen ... das würde am Ende bedeuten, dass wir, wie bei der Krankenkasse, eine Konto für das BVG Minimum führen müssten und eines für den überobligatorischen Teil. Das bedeutet am Ende, wenn es bei unterschiedlichen Pensionskassen geführt würde, einfach - 2 x Verwaltungskosten. Ich empfehle die Arbeitnehmer Rechte stärker wahrzunehmen und sich aktiv einzubringen - in die Pensionskasse, beim Arbeitgeber....

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  • Hans Meier am 14.11.2012 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionskassen müssen Kosten senken!

    Eine Senkung ist unakzeptabel! Zuerst müssen die Pensions Kassen über die Bücher und die Kosten senken!

    • Supermario am 15.11.2012 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      Aber zuerst...

      Dann muss aber auch zuerst der Regulierungswahn wieder deutlich zurückbuchstabiert werden. Jede neue Vorschrift verursacht nun mal zusätzliche Kosten! Auch beim Autokauf erhältst du die Extras nicht gratis!

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  • Markus Mueller am 14.11.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ges. vorgegebene Mindestverzinsung aufh.

    Die gesetzlich vorgegebene Mindestverzinsung ist aufzuheben und freie Wahl der Vorsorgeeinrichtung der Arbeitnehmerschaft zu gewähren. Das führt zu mehr Wettbewerb unter den Pensionskassen. Es gibt Sicherheiten wie die gesetzl. Mindestverzinsung, die aber langfristig keine Sicherheiten sind. Jedes erfolgereiche Vorsorgesystem muss langfristig finanzierbar bleiben, sonst geht es, Gesetze hin oder her, unter!

    • Mona am 14.11.2012 16:48 Report Diesen Beitrag melden

      Vereinheitlichen

      Dann doch noch lieber eine PK für alle analog der AHV!

    • Andreas Brunner am 14.11.2012 18:32 Report Diesen Beitrag melden

      PK in die AHV !

      Alles Geld der PK in die AHV, Punkt. Dann geht es nicht mehr um Prozentli hier, Prozentli dort und die unsäglichen, für den Bürger nicht kontrollierbaren Verwaltungskosten.

    • Reto am 16.11.2012 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      AHV?

      Mehr Geld in die AHV - ein Umlageverfahren - nein danke.

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