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Keine Anzeichen
07. September 2010 22:47; Akt: 07.09.2010 22:54 Print
CS sieht keine Schweizer Immobilienblase
von Elisabeth Rizzi - Die Ökonomen der CS glauben nicht an eine Immobilienblase – aber an ein langsameres Wachstum für 2011.
Martin Neff, der Chefökonom der Credit Suisse, stellt sich gegen die Nationalbank SNB und die Finanzmarktaufsicht Finma: Im Gegensatz zu ihnen sieht er keine Anzeichen einer Immobilienblase. «Das Hypothekarvolumen in der Schweiz ist nicht wegen Immobilienspekulationen und Tiefzinsangeboten der Banken gewachsen», sagte er gestern am CS-Jahresausblick.
Bild: Keystone.
Infografik
Der Eurokurs seit 1999 (in US$)
«Der Exportsektor ist trotz des Euro-Tiefs gewachsen»
Herr Neff, Sie halten das Auslandswachstum für viel wichtiger für den Schweizer Export als den Eurokurs. Sind die Euro-Warner alle Schaumschläger?
Martin Neff: Das kann ich nicht sagen. Aber sehr viele Warnungen haben sich im Nachhinein als unbegründet erwiesen, weil der Schweizer Exportsektor trotz des Euro-Tiefs stark gewachsen ist.
Wie gefährlich werden uns noch hoch verschuldete Staaten wie etwa Griechenland?
Griechenland hat ein Gewicht von 0,3% an der Weltwirtschaft. Von daher wäre eine Pleite verkraftbar. Indirekt hätte ein Zusammenbruch aber schon Folgen für die Schweiz, etwa wegen der Verwerfungen auf den Märkten und allfälliger Währungsschwankungen. Aber ich gehe nicht davon aus, dass es zu Staatspleiten kommen wird.
Experten befürchten eine zweite von den USA her kommende Rezession, ein Double Dip. Wie stark könnte es uns treffen?
Die USA mit einem Weltwirtschaftsbeitrag von 25 Prozent sind tatsächlich bedeutend. Eine Rezession dort wäre auch hierzulande spürbar. Wir sind aber zuversichtlich, dass die USA mit einer Wachstumsdelle davonkommen.
Es bestehe ein tatsächlicher Nachholbedarf für Wohneigentum. «Das Volk der Mieter wird zu einem Volk der Käufer, weil derzeit historisch tiefe Zinsen und eine günstige Refinanzierung breiten Bevölkerungsschichten den Immobilienerwerb ermöglichen.» Die CS mache weder einen hohen Anteil spekulativer Immobilientransaktionen noch einen Angebotsüberhang aus. Und von den 724 Mia. Fr. Hypothekarforderungen in der Schweiz würden nur 13 Mia. Fr. zu einer riskanteren Belehnungsgruppe zählen.
Was die Konjunkturaussichten für 2011 betrifft, ist Neff allerdings zurückhaltend und warnt vor Überschwang: «Das Tempo der aktuellen Wirtschaftserholung überrascht. Aber der Aufschwung ist nicht nachhaltig.» Fürs kommende Jahr erwartet er ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) werde nur noch um 1,2% statt wie im aktuellen Jahr um 2,4% wachsen.
Allen voran wird gemäss dem Wirtschaftsexperten die Exportindustrie die derzeit rasanten Wachstumsraten nicht weiter halten können.




























