2741 Milliarden Dollar

18. Dezember 2012 20:03; Akt: 18.12.2012 20:03 Print

China ist grösster Schwarzgeld-Exporteur

In der letzten Dekade wurden weltweit 6 Billionen Dollar Schwarzgeld verschoben. Aus China, Mexiko und Malaysia fliessen jährlich hunderte Millionen ab. Das Geld landet auch in der Schweiz.

(Quelle: iff.gfintegrity.org)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Jedes Jahr fliessen riesige Summen Schwarzgeld aus Schwellen- und Entwicklungsländern in Steueroasen. Zwischen 2001 und 2010 wurden weltweit rund 6000 Milliarden US-Dollar Schwarzgeld verschoben. Das haben die Forscher der Non-Profit-Organisation Global Financial Integrity (GFI) aus Washington neu berechnet. Die GFI-Heat-Map zeigt eindrücklich, welche Länder die grössten Abflüsse von Schwarzgeld verzeichnen.

Auf diese Weise verlieren vor allem Entwicklungsländer jedes Jahr Unsummen an Geld, das sie brauchen könnten: Allein im Jahr 2010 waren es gemäss GFI-Bericht über 859 Milliarden US-Dollar. Und es wird jedes Jahr mehr: Gegenüber dem Jahr 2009 verzeichnen die ins Ausland transferierten Schwarzgelder aus Schwellen- und Entwicklungsländern eine Zunahme von 11 Prozent. Gegenüber 2001 stiegen sie gar 260 Prozent.

Asien ist Schwarzgeld-Exporteur Nummer 1

Über die Hälfte – mehr als 60 Prozent – des nicht deklarierten Geldes stammt aus Asien. Dabei ist China der grösste Schwarzgeld-Exporteur: Aus dem Reich der Mitte flossen 2741 Milliarden Dollar ab. Allein im Jahr 2010 hat China 420 Milliarden US-Dollar verloren, schreibt der GFI-Report. Auf Platz zwei der grössten Schwarzgeld-Exporteure folgt Mexiko mit einem kumulierten Schwarzgeld-Export von 476 Milliarden Dollar. Auf dem dritten Platz liegt Malaysia mit 285 Milliarden Dollar.

Schwarzgeld aus Schwellen- und Entwicklungsländern, 2001-2010
Quelle: http://iff.gfintegrity.org

Die Unsummen gelangen in erster Linie über Steuerhinterziehung und illegale Preismanipulationen bei Handelswaren, Korruption, Geldwäscherei oder Drogenhandel in Steueroasen. Die Schätzungen des GFI beruhen auf Analysen von Fehlbeträgen in Zahlungsbilanzen und offiziellen Handelsstatistiken.

«Wir gehen davon aus, dass rund die Hälfte des weltweiten Schwarzgeldes dem Fiskus entzogenes Steuersubstrat betrifft», sagt Oliver Classen, Sprecher der Organisation Erklärung von Bern (EvB). Potentatengelder seien im Vergleich dazu eher eine «quantité négligeable».

Schweiz gilt weiter als Steueroase

Das Schwarzgeld landet vorzugsweise auf Konten in London, New York oder der Schweiz, wie Clark Gascoigne vom GFI gegenüber SRF sagte. Das Forschungsinstitut bezeichnet die Schweiz denn auch explizit als Steueroase.

Wo die Fluchtgelder aber genau hin fliessen, kann der Bericht nicht beantworten. Auch die Höhe der Fluchtgelder in einzelnen Ländern kann bloss geschätzt werden. So geht die EvB davon aus, dass hierzulande Steuerfluchtgelder aus Entwicklungs- und Schwellenländern in der Höhe zwischen 360 und 1460 Milliarden Franken gehortet werden. Das schreibt sie in ihrer Informationsbroschüre «Steuern und Entwicklung».

(egg/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ben3x am 19.12.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Luft

    Alles nur Spekulation und heisse Luft. Von wo soll die Organisation diese Zahlen erhalten haben?

  • Thomas Klaus am 19.12.2012 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Traummännlein Banker

    Die Frage ist, was machen wir dagegen ? Finma schicken oder doch gleich die UBS Banker ? Die Schweizer werden immer naiver ....

  • Lügen Detektor am 19.12.2012 04:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lügen, täuschen, hetzen 

    Ja genau und die westlichen Länder sind natürlich alle sauber. Die Medien glauben ja selber nicht was sie den Leuten weis machen wollen. Schaut mal diese Grafik an! Entwicklungs- und Schwellenländer werden in den Schmutz gezogen, aber die wahren Verbrecher, die Industrieländer, die Besitzer der Medien, sind selbstverständlich "die Guten" oder "die Opfer"..

  • Lies unten weiter am 19.12.2012 01:19 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das

    kann mir mal jemand erklären was schwarzgeld ist?

  • jackass am 18.12.2012 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzgeld ist eben nicht schwarz

    Zum Glück ist Schwarzgeld schwarz und man sieht sofort, dass es nicht versteuert wurde. Aufwachen liebe Leute, die Schweiz hat einfach einen grossen Bankensektor und hohe Sicherheit, deshalb ziehen wir Geld an. Was ist daran schlecht? Viel geht ja auch nach New York und London und das finden offenbar alle ok.