Starke Konkurrenz

13. Juli 2016 21:56; Akt: 14.07.2016 07:46 Print

Computer-Verkäufe von Apple gehen stark zurück

von K. Wolfensberger - Apple muss laut neuen Zahlen ein deutliches Minus beim Notebook-Absatz hinnehmen. Warum mögen die Nutzer die MacBooks nicht mehr?

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Die MacBooks und Computer des Technik-Giganten Apple verkaufen sich nicht mehr so gut wie bis anhin. Im zweiten Quartal 2016 lieferte das Unternehmen laut den Marktforschern von IDC weltweit noch 4,42 Millionen Geräte aus. Das sind insgesamt 8,3 Prozent weniger als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Marktanteil von Apple am weltweiten PC-Markt sank innert dieser Zeit von 7,4 auf 7,1 Prozent.

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Apple liegt damit neu nur noch auf Platz fünf statt vier, hinter Asus, Dell, HP und dem chinesischen Spitzenreiter Lenovo. Dieser hat mit insgesamt 13,2 Millionen ausgelieferten Geräten im zweiten Quartal 2016 einen Marktanteil von 21,2 Prozent. Der zweitplatzierte Hersteller HP liegt Lenovo mit 12,9 Millionen Geräten dicht auf den Fersen.

Deutlich weniger verkauft

Was sind die Gründe für den Rückgang bei Apple? Grundsätzlich kämpft derzeit nicht nur Apple, sondern der ganze PC-Markt ist derzeit im Schrumpfen begriffen. Über alle Hersteller hinweg betrug das Minus im zweiten Quartal 2016 4,5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Allerdings schneidet Apple mit einem Minus von 8,3 Prozent besonders schlecht ab. Und gewissen Konkurrenten wie HP (Plus 5,1 Prozent) und Asus (Plus 5,4 Prozent) gelang es trotz widriger Umstände zuzulegen.

Für die Experten liegt das Hauptproblem daher bei Apple selbst. Die Produkte des Herstellers im Computer- und Notebook-Bereich seien langsam alt, konstatieren sie. So sei seit letztem Frühling keine Neuausgabe vom MacBook Pro oder dem MacBook Air mehr erschienen. Ein komplettes Redesign habe es schon seit 2012 respektive 2010 nicht mehr gegeben.

Das neue Laptop-Modell, das Apple einfach MacBook nennt, verkaufe sich wohl eher schlecht, da es über nur einen USB-Port verfügt. Das sei zu unpraktisch. Allerdings gebe es seit längerem Gerüchte, dass das Unternehmen aus Cupertino Ende Jahr eine neue Reihe des MacBook Pro herausbringen könnte. Die Verkäufe könnten dann wieder anziehen.

Der Stil des 21. Jahrhunderts

Um die Absätze der Computer wieder zu steigern, müsse Apple vom Design noch stärker den Stil des 21. Jahrhunderts finden, sagt Oliver Bendel, Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz zu 20 Minuten. «Es braucht Elemente von kühler Robotik und heisser Dramatik.» Allerdings sei der Markt hart umkämpft. Apple müsse daher versuchen, neue Geräte zu lancieren, zum Beispiel im Bereich der Virtual Reality. Kurzum: «Apple ist etwas aus der Mode gekommen und muss bei Design und Technik nachlegen, um wieder an die Spitze zu gelangen.»

Als Gesamtmarke habe Apple auf jeden Fall noch nicht gelitten, auch wenn der Absatz bei den Notebooks nachgelassen hat, erklärt Markenexperte Stefan Vogler. Das Gesamtbild des Konzerns bei den Kunden sei nach wie vor positiv. Entsprechend schneide Apple bei Markenrankings nach wie vor sehr gut ab. Bis zu einem gewissen Grad sei Apple fast Opfer des eigenen Erfolges. Der Konzern habe in der Vergangenheit mit einer sehr hohen Geschwindigkeit beständig neue Innovationen auf den Markt gebracht. Das eigene hohe Tempo beizubehalten sei nicht einfach.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 13.07.2016 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie zu erwarten ...

    Bin seid 1992 auf Apple/Mac. Leider haben sich die Leistung, Kompatibilitaet und Vorsprung der Benutzerfreundlichkeit sehr stark reduziert. Ich bezahle gerne mehr für etwas mehr - aber nicht für Stillstand und Monopoly.

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  • AlexKeller am 13.07.2016 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gründe

    Gibt verschiedene Gründe. Die Macbook Air Reihe, welche als Hauptumsatzreihe gilt, ist mit der heutigen Konfiguration 300 Fr. zu teuer, man könnte aber das Preisniveau halten, wenn alle ein Retina-Display bekämen. Dann das Macbook 12" nur USB-C ist zu wenig, mit Thunderbolt 3 könnte man viel mehr an Peripherie anschliessen. Die Macbook Pro Reihe ist zu der HP Studio und zReihe nicht konkurrenzfähig. Weder Thunderbolt 3 (ist im HP schon drin) noch eine CAD/+Grafik zertifizierte Grafikkarte noch bis 64GB RAM kann man konfigurieren. Also ich weiss nicht was hier PRO sein soll!

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  • Heinz Vonmont am 13.07.2016 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Oder was ganz anderes?

    Oder liegt es ganz einfach daran, dass die Dinger viel länger halten? Mein MacBook Air von 2010 läuft nach wie vor mehr als 5 Stunden mit dem Akku und die Programme sind in wenigen Sekunden gestartet. Wozu soll ich also ein neues MacBook kaufen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ex Mac-Gläubiger am 14.07.2016 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Es war mal....

    Mac hat in den letzten 30 Jahren einfach geschlafen. Sie setzten mehr auf Hardwarekomponenten und Design, wogegen zB. Microsoft sich von Anfang an an die Devise hielten, wir steuern, was wir nur können über Software im Glauben, dass sei zwar noch langsam, aber die Memorys und Prozessoren würden immer schneller. Microsoft hatte recht und ist jetzt im Vorteil. Ausserdem haben sie viele Industriestandards gesetzt und damit die Industrie auf ihre Seite gebracht. Ein Mac war im Graphischen ein Gescheindigkeitswunder, heute leider eine lahme Ente.

  • #Smile am 14.07.2016 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür ökoLogischer

    Mein dritter Mac in 24 Jahren. Noch Fragen?

    • Grafische IT am 14.07.2016 20:35 Report Diesen Beitrag melden

      Cool

      Wer auf veraltete sachen steht, und nicht mit der Zukunft gehen will hat schon recht mit der Aussage. Mein 15 Jahre alter PC schafft auch noch alles. Aber wie gesagt Schafft. Und genau so schaut das beim Mac auch aus. Ich Rede da aus erfahrung. Ein Mac der 6 Jahre alt ist Taugt nichtsmehr, auser man macht keine Updates. Aber Ohne Updates, ist man halt eine Virenschleuder, und wenn ich Bildbearbeitungsprogramm auf den 6 Jahre alten Mac vom Freund laufen lasse, läuft das noch Langsamer als auf den 6 Jahre alten PC wo Win10 jetzt drauf ist.

    • Neobert am 14.07.2016 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Grafische IT

      Ich arbeite mit einem 7 Jahr alten Mac Pro, seit ich ein Fusion Drive erstellt habe läuft der wieder wie geschmiert. Game Shadow of Mordor, Batman Arkham City, Boarderlands 2, Star Craft, Diablo 3, Bio Shock Infinite, Descent Underground, Grid 2 etc... für alle die sagen Gamen und Mac geht nicht. Schneide Filme, Produziere Musik mit den neusten Programmen ohne irgendwelche Probleme. Auf El Capitan.

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  • Dä Trägäschii am 14.07.2016 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Die Leute kommen zur Vernunft...

  • Chris am 14.07.2016 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Technik hat sich kaum entwickelt.

    Der Fortschrit ist stagniert, was kosten für entwiklung hoch hält aber denoch den absatz nicht fördert.

  • Luca am 14.07.2016 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    ins eigne Grab gefallen

    Wundert sich Apple, dass Sie weniger Notebooks verkaufen? Mittlerweile sind deren Smartphones so fortgeschritten, dass der Unterschied zwischen Macbook und iPhone nur noch bei der Grösse des Bildschirm liegt. Was seit der Herausgabe des Iphone 6s Plus kein grosser Unterschied mehr ist. Wenn die Entwicklung so weitergeht sieht die Zukunft sieht folgendermassen aus: Wir telefonieren mit Notebooks und arbeiten am Smartphone :)