Steuernachforderung

01. September 2016 11:18; Akt: 01.09.2016 11:28 Print

Cook findet EU-Entscheid ist «politischer Mist»

Apple-Chef Tim Cook ist der Meinung, Brüssel will US-Steuergelder nach Europa verlagern. Es gebe für die Steuer-Nachforderung keine Grundlage in Fakten oder Recht.

storybild

Will mit der Regierung in Dublin eng zusammenarbeiten, um sich gegen die Entscheidung zu wehren: Apple-Chef Tim Cook. (Archivbild)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Apple-Chef Tim Cook hat der EU-Kommission in scharfen Worten vorgeworfen, hinter der Steuer-Nachforderung von potenziell mehr als 13 Milliarden Dollar steckte eine politische Agenda.

Die Brüsseler Behörde wolle zudem Steuern, die eigentlich in den USA bezahlt werden müssen, nach Europa verlagern, sagte Cook in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der irischen Zeitung «Independent». Cook schloss sich damit der Kritik von US-Finanzminister Jack Lew an, die Europäer hätten es auf Steuerzahlungen abgesehen, die dem US-Fiskus zustünden.

Er vermute auch, dass Apple angesichts anti-amerikanischer Stimmungen in Europa gezielt ins Visier genommen worden sei, sagte Cook. «Ich bin überzeugt, dass es eine politisch motivierte Entscheidung war. Für sie gibt es keine Grundlage in Fakten oder Recht.»

«Ich weiss nicht, wo sie diese Zahl her haben»

Die Kritik von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, eine Apple-Tochterfirma habe in Irland im Jahr 2014 eine Körperschaftssteuer von nur 0,005 Prozent bezahlt bezeichnete Cook als «politischen Mist».

«Ich weiss nicht, wo sie diese Zahl her haben», sagte Cook. Apple habe in dem Jahr 400 Millionen Dollar Steuern in dem Land bezahlt. «Wir glauben, dass wir damit der grösste Steuerzahler in Irland in diesem Jahr waren.»

Er werde mit der Regierung in Dublin eng zusammenarbeiten, um sich gegen die Entscheidung zu wehren. «Niemand hat etwas falsch gemacht, und wir müssen zusammenstehen.» Irland werde schikaniert.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten diese Woche die Steuervereinbarungen von Apple in Irland für unzulässige Beihilfen erklärt und eine Nachzahlung angeordnet. Sie warfen dem iPhone-Konzern auch vor, «Verwaltungssitze», denen Gewinne zugeordnet worden seien, hätten nur auf Papier existiert. Apple will sich vor Gericht wehren. In Europa stiess das Vorgehen der Kommission auf breite Zustimmung aus allen politischen Lagern.

(kat/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PS:L am 01.09.2016 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nur recht so, was tun denn die USA?

    Die riesen bewegen sich in Grauzonen, in denen man sie rechtlich nicht greifen kann. Gewöhnt euch dran, hast du Geld, darfst du bestimmen, gehörst du zu den 99%, hast du nichts zu melden! Und zum Thema USA sag ich erst gar nichts, die holen das Geld doch nur über klagen im Ausland rein...

    einklappen einklappen
  • Rodney McKay am 01.09.2016 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Recht vor Apple

    "Cook findet..." Soll doch finden was er will. Am Schluss entscheidet das Recht und nicht Apple, was auch gut ist. Wenn alles korrekt gelaufen ist, sollen sie auch straflos davonkommen...

    einklappen einklappen
  • Chrisi am 01.09.2016 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas Gutes hat sie

    Und da winseln sie. Ganz ehrlich: Für gensu solche Dinge haben wir die EU. Sie ist bei weitem nicht perfekt, aber sie kann den Amis auf Augenhöhe begegnen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • MGt am 02.09.2016 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Tja, wo Tim Cook recht hat, hat er recht...

  • cycling_alex am 01.09.2016 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erpresserisch

    Nach gibt es kein TIPP Abkommen mit Europa, also dann haben sich auch Internationale Player an die Europäischen Gesetze zu halten das gilt ja umgekehrt nach wie vor auch. Es ist ein Horror zu sehen wie in Zukunft ganze Staaten und Regionen von Global Playern wie Appel erpresst werden.

  • SPiNNiX am 01.09.2016 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik?

    Ehhhmm...dieser Steuertrick wurde ja in Irland angewandt. Wieso sollte der US-Behörde die Steuern zustehen?

  • skrippo am 01.09.2016 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    schlussendlich wirkt sich dieser streit auf die arbeiter aus. könnte mir gut vorstellen, dass apple mit stellenabbau deohen wird...

    • Sam Süffi am 02.09.2016 04:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @skrippo

      Trotz der Steuerforderung bleibt Apple mehr als genug übrig... Die US Behörden spucken nicht in der Suppe, wenn es um europäische Unternehmen geht. Gleich ist nicht gleich.

    einklappen einklappen
  • DerVonDort am 01.09.2016 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    USA vs. EU

    Es kann gut sein, dass Herr Cook und Herr Lew recht haben. Vielleicht will Europa Steuergelder die eigentlich den USA gehören für sich beanspruchen. Wir wissen aber alle das die US Justiz schweizer Banken resp. ihre Manager erpresst hat. Das gleiche passiert im Moment mit VW. Ich möchte damit nicht sagen das diese Vergehen nicht ohne Strafe abgehandelt werden dürfen. Aber fest steht das die USA solche Situationen auch ausnutzt, wie dies Europa auch versucht. Darum würde ich als CEO eines grossen angeklagten Konzerns meine Argumente besser wählen.