Kreativer und effizienter

02. Januar 2018 21:22; Akt: 02.01.2018 21:22 Print

Darum arbeiten wir im Café besser als im Büro

Bei Starbucks oder im Café nebenan arbeiten Büroangestellte oft produktiver als am gewohnten Pult. Dafür liefern Studien viele Gründe.

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Vertikale Gärten, viel Holz, ein firmeneigener Barista und Sofas für Kreativ-Sitzungen: Diverse Grossunternehmen haben sich in den vergangenen Jahren darin überboten, für ihre Büroangestellten das perfekte Arbeitsumfeld zu schaffen.

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Doch laut verschiedenen Studien würden die Firmen ihre Mitarbeiter gescheiter mit einem Laptop bewaffnet ins Café schicken. Die Gründe:

Die perfekte Geräuschkulisse
Eines der grössten Probleme, mit dem Angestellte in Grossraumbüros zu kämpfen haben, ist der unerwünschte Lärm. Neuste Forschungsergebnisse zeigen aber, dass es nicht die Geräusche an sich sind, die einen von der Arbeit abhalten, wie die «Harvard Business Review» berichtet. Vielmehr geht es darum, wer den Lärm macht.

Gewisse Hintergrundgeräusche können sogar dabei helfen, kreativ zu arbeiten – solange man nicht etwa durch das Geplapper der Arbeitskollegen abgelenkt wird. Denn diese Gespräche könnten etwas mit dem eigenen Job zu tun haben, und darum hören viele Angestellte im Büro meist mit einem Ohr mit.

Das Fazit von Forschern der Universität von Illinois: Der Geräuschpegel im Café fördert die Konzentration, das Geschwätz im Büro stört hingegen.

Flucht vor dem Chef
Laut den Forschern ist es aber nicht nur das formlose Geplapper von den Kollegen, das einen an der Arbeit hindern. Es gebe zahlreiche andere soziale Faktoren, die auf die Leistung drückten, schreibt Inc.com.

Oft geht es um das Verhalten von hierarchisch Höhergestellten: Der Chef will gerade jetzt in aller Lautstärke über sein Projekt sprechen und verlangt, dass der Angestellte die Kopfhörer abnimmt. Im Café hingegen gibt es keine Hackordnung und keine Vorgesetzten, auf deren Machtdemonstrationen man Rücksicht nehmen muss.

Ansteckender Fleiss
Wenn man andere hart arbeiten sieht, gibt man sich bei den eigenen Aufgaben mehr Mühe. Das haben belgische Forscher herausgefunden. Ihr Fazit: Fleiss wirkt ansteckend. Dieser Effekt kann in einem Café gut greifen, denn dort sieht man ständig, wie die Angestellten servieren, abräumen oder Tische putzen.

Tapetenwechsel hilft
Dass Angestellte mehr leisten, wenn sie ab und zu der Grossraum-Atmosphäre entfliehen können, haben schon zahlreiche Umfragen belegt. Eine Studie der Universität Stanford zeigt etwa, dass Mitarbeiter im Homeoffice 13,5 Prozent effizienter sind und 9 Prozent engagierter arbeiten als ihre Kollegen, die immer im Büro präsent sein müssen.

Gleichzeitig heisst es in der Studie aber, dass die Isolation im Homeoffice von Angestellten als störend empfunden wird. Im Café werden demnach zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Abkehr vom öden Büro, und trotzdem ist man nicht allein.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alx Von Arg am 02.01.2018 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von Starbucks gesponsored...

    Es hatte nur das gefehlt: "Von Starbucks gesponsored"...

  • Blue Angel am 02.01.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starbucks lieber nicht

    Starbucks ist der schlechteste Kaffee den ich je versucht habe.

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  • Qgine am 02.01.2018 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Das habe ich bereits selbst so erlebt. Als ich die Diplomarbeit schreiben musste, bin ich oft in die Bibliothek oder ein Café zum Lesen oder ein Kapitel schreiben. Ich war dort viel produktiver als zu Hause. Zu Hause wurde ich immer mit dem TV, Kühlschrank, Telefon, Putzen abgelenkt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fred C. am 05.01.2018 01:10 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Kunden trinken keinen Wishy-washy-Kaffee

    Ich bin Ferrari Salesman. Kann mir deshalb kaum vorstellen, dass ich in einem Café besser arbeiten kann als in meinem gewohnten Umfeld, denn meine Kunden trinken nicht irgend einen Wishy-washy-Kaffee, wie er zum Beispiel im Starbucks angeboten wird.

    • Turbo am 05.01.2018 01:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ Fred C.

      Ja, du schüttest sicher ein paar Deziliter alkoholisches Getränk in den Kaffee, damit sich der Kunde rascher für den Kauf eines solchen Schlittens entscheidet.

    • Simio am 05.01.2018 01:41 Report Diesen Beitrag melden

      Allerlei für Affen

      Für mich als Tierpfleger (verantwortlich fürs Affenhaus im Zoo) sehe kein Problem, im Starbucks zu arbeiten, denn auch dort trifft man allerlei für Primaten.

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  • Mike am 04.01.2018 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mike

    Grossraum-Büros sind eh die Pest. Firmen, die das einführen, haben kein wirklich grosses Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter produktiv arbeiten

  • Marko 33 am 04.01.2018 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Banker im Cafe, dann kann man gleich mitbieten.

  • OfficeMole am 04.01.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht generalisieren

    Kann nicht irgendwo arbeiten! Habe 3 Bildschirme die ich für meinen Job brauche und kann die nicht zu StarBucks mitnehmen. Sonst gehe ich lieber in eine Bibliothek um ungestört zu arbeiten.

  • P.S. am 03.01.2018 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Produktiver ja

    Mag ja sein, dass man produktiver sein könnte. In meinem Fall kann ich mir das jedoch nicht vorstellen. Wir müssen momentan simultan mit bis zu 13 Programmen arbeiten. Ich benötige hierfür zwei Bildschirme. Mit einem kleinen Laptopbildschirm und dem ständigen herumswitchen, na gute Nacht dann. Ansonsten gebe ich dem Artikel in einigen Punkten recht.