Frieden mit Deutschland?

20. November 2012 08:56; Akt: 20.11.2012 10:38 Print

Darum geht es beim Steuerdeal

von Balz Bruppacher - Showdown im Steuerknatsch: Ende Woche wollen die deutschen Linken und Grünen das Abkommen mit der Schweiz beerdigen. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Sagt Deutschland Ja zum Steuerdeal, gibts schon im Januar eine Garantiezahlung der Schweizer Banken von zwei Milliarden Franken. (Bild: Keystone)

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Wenn der Deutsche Bundesrat am Freitag in Berlin über den Steuerdeal mit der Schweiz entscheidet, geht es für die Schweizer Banken auch darum, den letzten Rest des Bankgeheimnisses zu retten. Mit dem Modell der Abgeltungssteuer versuchen Bundesrat und Banken einen Schlussstrich unter das Geschäft mit unversteuerten Geldern zu ziehen.

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Glauben Sie, dass der Deutsche Bundesrat den Steuerdeal mit der Schweiz gutheisst?
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Das sind die wichtigsten Fragen zum Deal:

Was bringen die Abkommen den Banken und der Schweiz?
Zunächst einen grossen Aufwand – schätzungsweise 500 Millionen Franken. Die Schweizer Banken müssen die Steuern für das Ausland erheben. Die Schweizer Behörden hoffen, dass der Druck auf den Finanzplatz nachlässt, der Bankdatenklau überflüssig wird und dass sich das Abgeltungssteuer-Modell als Alternative zum automatischen Informationsaustausch durchsetzt. Ob die Banken im Gegenzug auch einen besseren Zugang zu den ausländischen Märkten erhalten, ist offen.

Wie viel Geld erhält Deutschland?
Schon im Januar erfolgt eine Garantiezahlung der Schweizer Banken von zwei Milliarden Franken. Das deutsche Finanzministerium rechnet mit zehn Milliarden Euro aus der Regularisierung der Schwarzgelder und mit jährlich rund 800 Millionen Euro aus der Besteuerung der künftigen Erträge.

Was passiert, wenn Deutschland nicht mitmacht?
Die Abkommen mit Grossbritannien und Österreich treten Anfang 2013 dennoch in Kraft. Neuverhandlungen mit Deutschland lehnt der Bundesrat ab. Die Jagd nach deutschen Steuersündern dürfte nach dem üblichen Muster weitergehen – mit gestohlenen Bankdaten, Razzien und einer Drohkulisse. Geld wird aber nur langsam fliessen.

Hat das Modell der Abgeltungssteuer auch ohne Deutschland Zukunft?
Das ist umstritten. Die Schweiz verhandelt zurzeit mit Italien und Griechenland über ähnliche Abkommen. Eine Reihe von weiteren Ländern hat Interesse angemeldet. Mit Deutschland würde aber jenes Land fehlen, aus dem am meisten unversteuertes Geld in der Schweiz vermutet wird. Auch Frankreich lehnt bisher Verhandlungen ab. Ohne Deutschland und Frankreich steht die Abgeltungssteuer auf wackligen Füssen. Es stellt sich die Frage, ob die Schweiz in dieser Konstellation nicht auf die Forderung eingehen soll, den automatischen Informationsaustausch einzuführen.

Wieso sollen die ausländischen Kunden da mitmachen?
Sie haben in Zukunft eine reine Weste und können frei über ihr Vermögen verfügen. Ohne eine Strafverfolgung in ihrer Heimat befürchten zu müssen. Ihre Identität bleibt zudem anonym und wird von den Banken gegenüber dem Fiskus in der Heimat nicht offengelegt.

Welche anderen Möglichkeiten haben die Schwarzgeld-Kunden?
Sie können ihr Guthaben bis zum Inkrafttreten der Abkommen – für Deutschland, Grossbritannien und Österreich der 1. Januar 2013 – in ein anderes Land verschieben. Die Schweizer Banken haben aber vereinbart, für solche Transaktionen keine Helferdienste anzubieten und zum Beispiel die Gelder bankintern in ein Steuerparadies zu verschieben. Die Kunden können sich in ihrer Heimat auch selbst anzeigen und dort Strafsteuern bezahlen. Solche Selbstanzeigen haben im Falle der deutschen Kunden in den letzten Monaten stark zugenommen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Th M am 20.11.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Schlappis in Bern

    Wenn der Bundesrat duch nur mehr Mut hätte, würde er alle Vorbereitungen treffen, nach der wohl negativen Abstimmung dem Zoll entlang der Deutschen Grenze Dienst nach Vorschrift zu verordnen. Wenn sich die Lastwagen dann innert ein paar Tagen bis Karlsruhe und Stuttgart stauen, werden auch die Sozies gesprächsbereit.

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  • Schweizer am 20.11.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Auswandern..

    somit wird die Zuwanderung der Deutschen in die Schweiz zunehmen. Denn dann können Sie diese umgehen.... Somit hat Deutschland wieder ein Problem und ist wieder auf der Verlierer-Strasse.... Tja, wahrscheinlich liegt's doch an der deutschen Politik und nicht and den Schweizern.

  • Jacky M. am 20.11.2012 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde mich freuen

    wenn der Bundesrat Deutschland das Abkommen ablehnen würde. Aber ich denke, im Endeffekt wollen sie das Geld doch - sie brauchen es schliesslich. Und will die SPD und die Grünen dem Bürger erklären, dass sie auf die Gelder verzichten?? Das würde wohl dann keiner verstehen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 20.11.2012 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Augenwischerei

    Wie sollen Deutsche Kunden bei Abschluss des Steuerdeals im Nachhinein anonym über ihr nicht versteuertes Geld verfügen können? Entweder ist das Geld anonym (also nicht mit Namen in Deutschland regulär versteuert) oder eben korrekt mit Namen des Investors dem Deutschen Staat angegeben und somit auch versteuert. Wie können da ausländische Investitionen von Deutschen Staatsbürgern anonym steuerlich legal sein? Reine Augenwischerei zu einem teuren Preis für nichts!

  • Thomas am 20.11.2012 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz als Steuereintreiber?!

    Zum Deal mit D kann ich nur sagen: Wer nicht will, der hat gehabt... Ich bin zudem dafür, dass die Abkommen mit GB und A gekippt werden. Da warte ich mit Spannung auf das Bundesgerichtsurteil.

  • ratloser beobachter am 20.11.2012 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    verstehs nicht

    wieso regen sich alle so auf, wenn die SPD gegen das Abkommen ist. Viele Schweizer wollten es doch selbst mit dem Referendum kippen - also wäre dann doch alles gut. Ergebnis: kein Abkommen. Oder stört es euch, dass es dann nicht ihr seid, die es zum Kippen gebracht habt ?

  • Buddy am 20.11.2012 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volkssport

    Kaum zu Glauben - dass sicherlich die meisten Kommentatoren nie in die Situation der Steueroptimierung ( CH Terminologie für Schwarzgeld) kommen, sich aber dennoch zusammenrotten um mobil zu machen gegen das Steuerabkommen. Liebe Kommentatoren es geht hier um essentielle Themen und nich den 2.CH Nationalsport "Deuschbashing"!!

    • Deutscher Schweizer am 07.12.2012 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nee, hier geht es um Swissbashing

      das ist der Volkssport in D. Abkommen hin oder her: hier geht es um die Externalisierung deutscher, hausgemachter Probleme, die mit ungehemmter staatlich deutscher Geldgier zu tun haben, und mit der Tatsache, dass Abkommen mit D nicht die Zeit wert sind, die ihr Erarbeiten gekostet hat, und nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen. Es geht um die Art und Weise deutscher Swissbashing-Propaganda, und um typisch deutsch empfundene Arroganz.

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  • franz am 20.11.2012 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    hoffentlich gibt es ein NEIN

    hoffentlich sagt D nein, denn CH kann nicht der verlängerte arm der deutschen steuereintreiber sein. die CH banken müssen zusätzlich lernen, nicht nur nach dem geld zu schauen, sondern nach ihren kunden und deren seriosität.

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