Fahrzeugmarkt

28. August 2010 14:39; Akt: 28.08.2010 14:40 Print

Das Auto ist kein Statussymbol mehr

von Othmar Bamert - Der fette Wagen hat als Statussymbol ausgedient. An seine Stelle treten gesunder Lebensstil, schicke Kleider, elektronische Gadgets – und das Velo.

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Auch der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geniesst zuweilen die Frischluft per Fahrrad. (Bild: Keystone)

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«Mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Frau.» Das gilt heute nicht mehr. «Mit einem Auto, selbst wenn es teuer ist, lässt sich heute wesentlich weniger Staat machen als früher.» Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der deutschen Unternehmensberatung Progenium.

Der Kauf eines iPhones, Ferien auf den Seychellen und gute Kleidung haben für die Menschen grössere Bedeutung als der Erwerb eines Autos. Nur 17 Prozent der 1000 Befragten sagten, ihr Auto sei für sie ein Statussymbol. Dagegen gaben erkleckliche 41 Prozent an, ihr PW habe für sie nur die Funktion des Transportmittels. «Insbesondere Frauen, Grossstädter, und auch die kaufkräftigen älteren Generationen verspüren heute weniger den Drang, mit dem Autokauf ein soziales Zeichen zu setzen», heisst es in der Studie.

WM-Finalticket prestigeträchtiger als Mercedes

Gemäss Umfrage hat die Anschaffung eines Smart oder eines Opel für die Käufer etwa die gleiche Bedeutung für das Image wie der Kauf einer Waschmaschine. Der Kauf eines Mercedes sei heute weniger imageträchtig als der Kauf eines Tickets für das WM-Finale. Nur Porsche sei eine Ausnahme.

Die Autohersteller selbst glauben noch an die Unwiderstehlichkeit ihrer Gefährte. Gerade Luxus-Marken, die einen reissenden Absatz in China verzeichnen, tun kritische Betrachtungen des Autos als Problem der Industrieländer ab. Es sei nicht der Fall, dass das Auto an Ansehen einbüsse, widersprachen Daimler und BMW den Forschern, schrieb die «Süddeutsche Zeitung».

Doch die Befragungsresultate aus der Autonation Deutschland decken sich mit einer Vielzahl Studien. Alle sagen etwa dasselbe: Das Auto verliert in der modernen Gesellschaft an Bedeutung; auch als Mittel der sozialen Positionierung. Dazu tragen vor allem die Dichte des Verkehrs in den grossen Städten und ein gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln bei. So kommt auch eine Untersuchung des Deutschen Automotive Centers zum Schluss: «Die emotionale Bindung der jungen Generation an das Statussymbol Auto lässt deutlich nach.»

«PS-Monster sind out»

In der Schweiz zeigte sich der Trend bereits vor zwei Jahren in der Studie «Statusfaction» des Gottlieb Duttweiler Instituts. «Alles Materielle, Grosse, Teure und Umweltschädigende wirkt sich negativ auf den Sozialstatus aus», fasst GDI-Trendforscherin Karin Frick die Studienergebnisse gegenüber 20 Minuten Online zusammen. An die Stelle der klassischen, materiellen Statussymbole seien andere Werte getreten, wie Ökologie, ein gesunder Lebensstil, und alternative Verkehrsmittel. Benzinschleudern passten dazu nicht mehr. Frick: «In sozialer Hinsicht kann man es sich schon lange nicht mehr leisten, ein PS-Monster zu fahren.»

Velo-Boom

Ein alternatives Verkehrsmittel gewinnt derzeit besonders kräftig an Fahrt: Das Velo. Parallel zum Niedergang der PS-Monster beobachtet Frick den gegenwärtigen Aufstieg des Fahrrads zum begehrten Prestigeobjekt. Es ist unübersehbar: Velo-Shops und Werkstätten schiessen in den Städten aus dem Boden. Hochwertiges Recycling ist in: Alte Stahlfahrräder von lange fast vergessenen Schweizer Traditionsmarken wie Cilo werden in sorgsamer Handarbeit zu schicken Urban-Bikes veredelt. Aus Alteisen entstehen so Einzelstücke, die es gar in das Top-Modesegment schaffen. «Heute verwenden Luxusmarken schicke Fahrräder als Kulisse für Fotoshootings», so die Trendforscherin.

Ebenfalls hoch im Kurs beim mobilen Publikum sind derzeit die Elektro-Velos wie der «Stromer» von Thömus Veloshop. Mit Hilfe des drehmomentstarken Elektromotors gelingen sogar eindrückliche Ampelstarts.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 22_xtraman am 30.07.2011 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    tritt aufs gas, opa!

    autos sind geil!

  • Romeo am 28.08.2010 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sags mal so:

    Wer hat, der kann. Der Rest sind Neider oder moderne Hippies. gut, es gibt auch wohlhabende Menschen, die keinen Wert auf ihre Transportmöglichkeit legen, aber lügen wir uns nicht: Die sind arg in der Minderheit.

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  • Tom am 10.09.2010 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie blöd sind wir Schweizer eigentlich?

    SUV Initiative, PS-Monster etc.! Was für ein neidisches, dummes Volk wir doch sind. Ich fahre meine 450 PS mit Genuss und Wohlbefinden. Die Oeko-Frauen brauche ich in meinem Schlitten nicht! Die dürfen ruhig auf ihrem Velo bleiben. Und noch was: Stellt Euch vor, es gäbe nur noch 1,2 Liter Yaris-Autos! So langweilig wie eine Party mit Oeko-Vegi-Greenpeace-Typen!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 22_xtraman am 30.07.2011 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    tritt aufs gas, opa!

    autos sind geil!

  • Bill am 22.04.2011 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Auto

    Echte Männer fahren Auto. Kinder fahren Velo.

  • herr peter walter am 18.03.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    status

    das auto ist immer noch ein statussymbol... wird es auch immer sein.. jedoch nicht für alle..

  • Harry am 06.01.2011 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wer spricht hier von Neid?

    Alleine dadurch dass Leute Sportwagen, SUVs und Familienraumschiffe von Audi, Porsche, Mercedes und Co fahren, zeigt dass sie von Automobiltechnik und zeitgemässer Fortbewegung absolut keinen Schimmer haben. Genau so gut könnten sie mit einem Golf durch die Gegend fahren und 100000.- Franken auf die Hutablage legen. Ich staune immer wieder wie arm viele Reiche sind!

  • Marcel Hugentobler am 10.11.2010 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Statussymbol

    Ich fahre neu einen Kleinstwagen (C1). Ich brauche fast kein Geld für Benzin mehr. Der Unterhalt ist sehr günstig. Vier Räder (Felgen u. Pneu, Markenware) Fr. 650.-- inkl. Arbeit u. Montage. Ich spare neu sehr viel Geld.