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Hasen und Eier
03. April 2010 09:07; Akt: 03.04.2010 09:08 Print
Das Geschäft mit «heidnischen» Symbolen
von Sandro Spaeth - Für den Detailhandel sind christliche Feiertage wenig besinnlich – vor allem sind sie gut fürs Geschäft. Die Leute kaufen, was das Zeug hält. Dabei war Ostern doch ursprünglich Zeit für Busse, Fasten und Gebete.
Feiertage sind für die Detailhändler Umsatz pur. Ostern kommt gleich nach Weihnachten. So bescheren die Osterprodukte den Schweizer Händlern jährlich rund 110 Millionen Franken an Verkäufen – 40 Prozent davon entfallen auf die Schokohasen. Marktforscher berechneten, dass jeder Schweizer über Ostern etwa 600 Gramm Schokolade verzerrt.
Ostern: Für die Detailhändler ein willkommenes Geschäft(Bild: Keystone)
Dabei ist Karfreitag doch der Tag des Fastens: Christen gedenken am Karfreitag dem Tode Jesu, der gemäss biblischer Überlieferung an diesem Tag in Jerusalem gekreuzigt wurde. Dem Fasten sollte Schokolade aber nicht im Weg stehen, denn der Papst hat Schokolade bereits 1659 als Karfreitag-konforme Fastenspeise legitimiert.
Goldhase als Renner
Die Silbe «Kar» stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet soviel wie Kummer oder Klagen. Nichts zu klagen hat der Detailhändler Coop: «Unsere Eier-Umsätze liegen klar über Vorjahr und auch die Ostersüssigkeiten verkaufen sich gut», sagt Coop-Sprecherin Denise Stadler. Der Verkaufsrenner Nummer eins ist der 100-Gramm-Lindt-Goldhase vor seinem Leichtgewichts-Bruder, dem Goldhasen mit 50 Gramm. Auch die Migros ist mit dem bisherigen Ostergeschäft zufrieden. «Wir erwarten in diesen Tagen nochmals einen grossen Abverkauf», so Sprecherin Nathalie Eggen. Speziell gefragt sind in diesem Jahr Schokohasen in den Farben Pink, Grün und Blau.
Die Umsätze in den Coop-Supermärkten liegen am Ostersamstag laut Stadler aus Erfahrung 40 Prozent über einem durchschnittlichen Samstag. Absolute Zahlen gibt Coop keine bekannt. Die Leute kaufen aber nicht nur mehr, es strömen auch mehr Käufer in die Konsumtempel: «Die Kundenfrequenz ist ein Drittel höher als an einem normalen Samstag», so Stadler.
Persische Eier und ägyptische Hasen
«Wir verkaufen rund 13 Millionen Ostereier», sagt Nathalie Eggen von der Migros. Was haben die Eier eigentlich mit Ostern zu tun? Gegessen werden sie hauptsächlich am Sonntag, wenn mit Ostern das älteste aller christlichen Feste gefeiert wird. Gläubige gedenken der Kreuzigung und der Auferstehung Christi. Dabei haben die Christen die angemalten Eier als Symbol für neues Leben und Fruchtbarkeit von den Ägyptern und Persern übernommen, die damit bereits viel früher den heidnischen Frühlingsanfang feierten.
Bleibt nun noch die Herkunft des Osterhasen zu erklären, der dem Detailhandel heute den grösstem Umsatz beschert: In altägyptischen Schriften gibt es Zusammenhänge zwischen dem fruchtbaren Hasen und dem erwachenden Frühling. Wer allerdings für die Legende sorgte, der Hase verstecke die Eier, ist unklar. Den Detailhändlern wird es egal sein, Hauptsache Eier und Hasen bringen Umsatz.





























