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Taskforce gegründet
11. Mai 2011 18:54; Akt: 12.05.2011 08:15 Print
Das Wettrüsten gegen die Skimming-Banden
von Adrian Müller - In Deutschland mussten Privatbanken wegen Sicherheitsmängel einen Drittel ihrer Geldautomaten austauschen. In der Schweiz geht nun eine Task-Force gegen Bancomat-Betrüger vor.
Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein neuer Fall von Skimming-Betrug in der Schweiz auffliegt. Diese Missbräuche nehmen seit Sommenr 2010 massiv zu. Nun rüsten die Schweizer Banken auf: «Wir haben eine Task Force Geldausgabeautomaten gebildet», sagt Thomas Sutter, Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung, zu 20 Minuten Online. Zusammen mit den Automatenherstellern und Zahlungsverkehr-Anbietern würden Gespräche betreffend Anti-Skimming-Massnahmen geführt und der Austausch mit der Polizei gepflegt. Die Task-Force umfasse sieben Sicherheitsspezialisten verschiedener Schweizer Banken.
Skimming wird das Ausspähen von Kartennummern und das Kopieren des Magnetstreifens der Karte genannt. Die Betrüger erstellen mit den Bankdaten eigene Bankkarten und heben mit Hilfe der erspähten, abgefilmten - oder wie im aktuellen Fall - über die Tastatur gespeicherten Codes Geld von den Konten. Das Betrugsopfer merkt den Schaden erst auf dem Kontoauszug. Die Täter sind dann längst über alle Berge. In der Regel erfolgen die Abhebungen aus dem Ausland, weil die Schweizer Bancomaten die Daten auf dem Chip der Karte lesen und nicht die Magnetstreifen. FeedbackHinweise, Anregungen oder Informationen? Mail an: feedback@20minuten.ch
Wettlauf gegen die Bancomat-Betrüger
Die Offensive gegen die Skimming-Banden kommt nicht von ungefähr: «Deren Methoden werden immer raffinierter», sagt Arman Portmann, Dozent für Informationssicherheit an der Hochschule Luzern. Es sei zunehmend ein Katz- und Maus-Spiel zwischen den Banken, der Polizei und den Betrügern festzustellen.
Die Skimming-Betrüger bereiten nicht nur den Schweizer Geldinstituten Kopfzerbrechen: Wie die «Financial Times» berichtet, haben die Deutschen Privatbanken wegen Sicherheitsproblemen 2010 fast einen Drittel ihrer Geldautomaten austauschen lassen. Inbesondere bei Geräten des Herstellers Wincor Nixdorf seien Sicherheitsmängel aufgetreten.
Die Schweizer Banken sind offenbar
davon weniger betroffen: «Wir haben keine Bancomaten ausgetauscht», sagt Franz Würth, Sprecher der Raiffeisenbanken. Die meisten Schweizer Geldinstitute würden Automaten des amerikanischen Nixdorf-Konkurrenten NCR verwenden.
Das Wettrüsten gegen die Skimming-Betrüger läuft auch in der Schweiz auf Hochtouren: «Wir rüsten unsere Automaten laufend mit neuer Anti-Skimming-Software aus», betont Würth. Trotz der Massnahmen verzeichnete die Raiffeisenbank dieses Jahr bislang rund 50 Skimming-Fälle. Dies sei deutlich mehr als in den vergangenen Jahren, so Würth.
Betrug in der Migros-Filiale
Die Betrüger weiten derweil ihr Aktionsgebiet aus: «Neuerdings werden mobile Bezahlstationen, etwa in Restaurants, präpariert und so die Bank- und Kreditkartendaten ausspioniert», sagt Martin Boess, Geschäftsleiter Schweizer Kriminalprävention SKP. «Man muss also nicht nur beim Bargeldbezug am Bancomat, sondern auch in der Beiz vorsichtig sein mit seinen Bankkarten», warnt Boess. Die Betrüger haben sogar die Ladenkassen entdeckt: Ende April flog ein Betrugsversuch im Obi-Baumarkt in Schönbühl fehl. Wie der Täter das Kartenlesegerät manipulieren konnte, ist noch unklar. Laut «Radio Energy Bern» hat der Täter in diesem Fall sogar in der Filiale übernachtet und sich währenddessen am Apparat zu schaffen gemacht.





























