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Steuerhinterziehung
11. Dezember 2012 14:06; Akt: 11.12.2012 14:28 Print
Das indirekte Geständnis der Schweizer Banken
Banken sollen «keine Dienstleistungen mehr anbieten, um Gelder zu hinterziehen», heisst es in einem Strategiepapier der Bankiervereinigung. Das tönt wie ein Geständnis.

Kundenberater sollen auf Gebrauchsanweisungen zur Steuerhinterziehung verzichten. (Bild: Keystone)
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Kurz vor dem erwarteten Entscheid des Bundesrats zur Finanzplatzstrategie bekräftigt die Bankiervereinigung ihren Widerstand gegen eine systematische Steuer-Deklarationspflicht für die Kunden. Im Grundsatz solle der Kunde verantwortlich sein für seine Steuerehrlichkeit, sagte Thomas Sutter, Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), am Dienstag auf Anfrage. Die Banken sollen die Versteuerung nicht systematisch überprüfen müssen. Dieses Anliegen ist in einem Strategiepapier der SBVg zu Handen des Bundesrates enthalten, über welches Schweizer Radio DRS berichtete.
Laut Radio DRS impliziert das Strategiepapier, dass die Banken dazu einen Kurswechsel weg von Beihilfen für Steuerhinterzieher vornehmen müssen: So sollen sie «keine Dienstleistungen mehr anbieten, um Gelder zu hinterziehen». Auch sollen keine irreführenden oder unvollständigen Bescheinigungen mehr ausgestellt werden, um ausländische Behörden gezielt zu täuschen. Offenbar hatten Banken bisher solche Dienstleistung im Angebot.
Keine systematische Selbstdeklaration
Verhaltensregeln seien die bessere Lösung. «Wir stehen für eine glaubwürdige Weissgeldstrategie und wehren uns daher entschieden gegen eine systematische Selbstdeklaration», sagte Sutter. Stattdessen sollen die Banken - ebenso Versicherungen und Finanzintermediäre - «verhaltens- und risikobasiert» prüfen, ob Neugelder von Kunden versteuert sind.
Konkret solle nicht jeder Kunde unter Generalverdacht gestellt werden, sondern die Bank anhand von bestimmten Verhalten und Anzeichen auf unversteuerte Neugelder reagieren. Bestätigt sich der Verdacht, soll die Bank die Kundenbeziehung gar nicht aufnehmen oder abbrechen.
Der Entscheid, einen Kunden zu überprüfen, sollen also die Banken anhand von Kriterien selber fällen können. Werden aber Aufsichtspflichten nachweislich verletzt, drohten aufsichtsrechtliche Sanktionen, hält Sutter fest.
Unzufriedene Politiker
Während die SP-Bankenexpertin Susanne Leutenegger Oberholzer
Susanne
Leutenegger Oberholzer
SP, BL
NationalratVerbunden mit
Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Basel-Mulhouse, Binningen
weitere Verbindungen anzeigen von einem Skandal und einer Abkehr von der «Weissgeldstrategie» spricht, stört sich auch FDP-Präsident Philipp Müller
Philipp
Müller
FDP-Liberale, AG
NationalratVerbunden mit
Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Mittelland
weitere Verbindungen anzeigen daran, dass die Banken nicht systematisch überprüfen wollen, ob Vermögen versteuert sind. Er schlug gegenüber Radio DRS vor, dass die Bankiers die Versteuerung «in der Regel» überprüfen müssten.
Laut Bankiervereinigung lehnt sich ihr «verdachts- und risikobasierter» Ansatz an das Vorgehen gegen Geldwäscherei an, das sich weltweit bewährt habe. Sutter verweist zudem darauf, dass auch Länder wie Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien ihren Banken keine Deklarationspflicht auferlegt haben.
Weitere Details zum Strategiepapier wollte Sutter nicht nennen, die Bankiervereinigung stehe aber zur Weissgeldstrategie: «Wir möchten nur noch steuerkonforme Vermögen in die Schweiz bringen.»
(whr/sda)
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Verantwortung
Der Borjan und der Steinbrück hatten also doch Recht. Die Banken haben immer die Verantwortung abgeschoben und sie tun es immer noch. Wer glaubt das diese Massnahmen helfen der täuscht sich und die Regierung/Politiker helfen ihnen noch dabei.
nur noch eins
jetzt noch der automatische Datenaustausch und dann ist endlich gut!
Gentlemen's Agreement
In den 70er, 80er und 90er Jahren verstand es sich von selbst, dass Schweizer Banken keine 'aktive' Steuerhinterziehung anbieten. Nun haben aber die UBS und die CS in den vergangenen Jahren diese Doktrin wissentlich gebrochen und die gesamte Branche muss nun deswegen zu Kreuze kriechen.