PC-24 enthüllt

21. Mai 2013 11:02; Akt: 21.05.2013 16:19 Print

Das ist der neue Schweizer Super-Jet

Das grösste Geheimnis der Schweizer Luftfahrtgeschichte ist gelüftet: In Genf zeigt Pilatus sein erstes Düsenflugzeug seit 50 Jahren. Es kann auf Graspisten landen, ist aber sehr komfortabel ausgestattet.

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In der Schweizer Luftfahrt wird heute Geschichte geschrieben: Während sich an der European Business Aviation Convention & Exhibition (Ebace) in Genf die Privatjet-Besitzer die Klinke in die Hand geben, wird auf der Messe der erste Schweizer Düsenjet seit 50 Jahren enthüllt.

Der neue PC-24 aus den Pilatus-Werken in Stans wurde unter grösster Geheimhaltung entwickelt. «Vor mehr als zehn Jahren haben wir begonnen, unsere PC-12 Kunden zu fragen, was ihnen das nächste Pilatus Flugzeug bieten sollte», sagte Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident von Pilatus.

Kurze Pisten, grosses Frachttor

Die Antworten: Grössere Distanzen schneller zurücklegen, landen auf kurzen Pisten und flexible Einsatzmöglichkeiten. Deshalb ist der PC-24 der erste Businessjet weltweit, der mit einem Frachttor ausgestattet ist. Am Dienstagvormittag sind erste Bilder des Superjets erschienen.

Die Höchstgeschwindigkeit des PC-24 liegt bei ungefähr 425 Knoten (787 km/h), die maximale Reichweite mit vier Passagieren beläuft sich auf 3610 Kilometer. Je nach Ausstattung bietet der Jet Platz für 10 Passagiere. Die ersten Flieger aus der Serienproduktion dürften im dritten Quartal 2014 auf die Piste rollen.

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Einblick in die PC-24 an der Genfer Luftfahrmesse. (Video: Keystone)

Sehr stabile Maschine

Klar ist aber schon länger: Hinter der Bezeichnung PC-24 steckt ein Millionen-Business. Der Schweizer Jet soll rund 8,9 Millionen Franken kosten.

«Es gibt keinen anderen Businessjet auf dem Markt, der die gleichen Fähigkeiten und Vorzüge hat wie unser neuer Jet», sagt Pilatus-Chef Schwenk dazu. Die Flugzeugwerke zielten mit dem PC-24 in eine Marktnische. «Ich bin überzeugt, dass wir darin erfolgreich sein werden», fügte Schwenk an.

Aufträge aus dem arabischen Raum

Letztes Jahr erhielten die Stanser Flugzeugwerke viele Aufträge aus Ländern wie Indien, Saudi-Arabien und Katar für Propeller-Flugzeuge wie den PC-7 und den PC-12. Gemäss Aviatik-Experten dürften viele, die bereits eine einmotorige Geschäftsmaschine mit Turboprop-Triebwerk des Typs PC-12 besitzen, auch am PC-24 interessiert sein.

In den Pilatus-Werken in Stans wurde jahrelang auf den Moment der Enthüllung hingearbeitet. Rund 250 Personen haben an der Entwicklung des Super-Jets mitgearbeitet – abgeschottet und unter Geheimhaltung aller Details. Nur schon die Entwicklung kostete 400 Millionen Franken.

4 neue Werkhallen, 400 neue Mitarbeiter

Wenn der Flieger erst einmal in Produktion geht, werden die Pilatus-Werke ausbauen müssen: Bis 2015 ist die Firma mit Aufträgen für die herkömmlichen Modelle ausgelastet. Deshalb ist für den PC-24 der Bau von 4 neuen Werkhallen geplant. Zudem sollen rund 400 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Die Stanser Flugzeugwerke konnten in ihrer Geschichte bereits einmal einen Grosserfolg landen: Mit der Propellermaschine PC-12. Davon verkaufte das Unternehmen über 1200 Stück. Auch das Militär-Trainingsflugzeug PC-21 ist ein Exportschlager. Neben der Schweiz besitzen die Luftwaffe von Singapur, Katar, die Arabischen Emirate sowie Saudi-Arabien solche Flugzeuge.

Bührle gründete Pilatus

Die Pilatus Flugzeugwerke AG ist die wichtigste Flugzeugherstellerin der Schweiz. Die Firma wurde 1939 vom Waffen-Hersteller Emil Georg Bührle gegründet. Heute gehört das Unternehmen hauptsächlich den Bührle-Nachkommen über die Ihag-Holding sowie der Beteiligungsgesellschaft Southfield des Schweizer Investors Jörg F. Burkart.

Pilatus verfügt über Tochtergesellschaften in den USA und in Australien. Die Altenrhein Aviation AG, ebenfalls eine Pilatus-Tochter, ist auf den Flugzeugunterhalt spezialisiert. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 781 Millionen Schweizer Franken.

(egg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seppi-NW am 21.05.2013 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Chapeau!

    Wir Schweizer sind zwar sehr innovativ, aber leider fehlt oft der unternehmerische Mut die Innovation auch umzusetzen. Piltaus beweist mit der Entwicklung eines solchen komplexen Systems, dass sie beides hat. Solche Unternehmen braucht die Schweiz, die unseren Wirtschaftsstandort stärken und hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

  • Der Tuerke am 22.05.2013 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Werde es bestellen!

  • Markus H. am 21.05.2013 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    SUPER

    Sieht toll aus.... wünsche viel Erfolg....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steve Johannson am 22.05.2013 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Hype

    Verfügen die Pilatus-Werke über einen flugfähigen PC 24?

  • Ultico am 22.05.2013 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosser Coup im kleinen Format

    Die neue Pilatusmaschine erinnert mich an die Businessjets von Bombardier Learjet. Nur dürfte die neue Hightechmaschine aus der Schweiz die Konkurrenz, treffend gesagt, überflügeln. Pilatusflugzeuge gelten als sehr robust, wendig und überall auf der Welt einsetzbar (wie das aktuelle Beispiel zeigt auch auf kurzen und schlechten Pisten). Zudem ist die Technik auf dem neusten Stand, die Frachttüre als Novum in einem Businessjet, der Reiseluxus und das alles noch made in Switzerland. Wenn keine groben technischen Probleme auftreten und die Lieferzeiten eingehalten werden können, dann kommt's gut!

  • P.GLEITER am 22.05.2013 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesratsjet T-784 ?

    Toll, das Parlament soll bereits das Budget planen zum Kauf dieses Flugzeuges. Wie man weis dauert das etwas. So ist der Kredit termingerecht bereit .

  • Phil am 22.05.2013 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Da hält die Welt den Atem an,

    wenn die Schweiz das 'größte Geheimnis' um ihren 'Super-Jet' enthüllt. Die Fondue-Triebwerke sollen ja auch mindestens Warp 8.5 Reisegeschwindigkeit schaffen - und mit dem optionalen 1.21-Gigawatt-Ricola-Kompensator sind wohl auch Zeitreisen möglich. Nicht zu vergessen: zusammengeklappt passt es in jede Hosentasche und das Heckleitwerk ist auch als Flaschenöffner verwendbar. Oder ist es etwa doch eigentlich nur ein weiteres kleines Mittelstreckenflugzeug?

  • Der Tuerke am 22.05.2013 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Werde es bestellen!